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Astrologie-Fernkurs Astropolarity - Krebs, Mond

(Auszug aus dem Astrologie-Fernkurs Astropolarity von Peter-Johannes Hensel)

4. Lebensprinzip / KREBS / MOND / FELD 4

In dieser Lektion geht es um das vierte Lebensprinzip, auf der astrologischen Zeichenebene Krebs genannt. Für die Planetenebene der Mond und auf der Feldebene das vierte Feld. Dieses vierte Lebensprinzip gehört nach meiner Auffassung zu den wichtigsten Lebensprinzipien, die wir astrologisch kennen. Was einerseits nicht bedeuten soll, dass andere Lebensprinzipien im Vergleich unwesentlich sind, aber es ist eine Tatsache, dass alles das was jetzt für den Mond, den Krebs, gesagt werden wird, dass all diese Inhalte, die dadurch repräsentiert werden, zum Existentiellsten gehören, was das menschliche Leben und das Leben allgemein ausmacht. Insofern möchte ich Ihnen ans Herz legen, sich mit dem Mond, mit dem Krebs, mit dem vierten Feld in einer besonderen Art und Weise zu beschäftigen, und zwar in dem Sinne, als Sie unbedingt versuchen sollten – und das gilt nicht nur für die nächsten Tage, Wochen, Monate, sondern für die nächsten Jahre – dass Sie versuchen sollten, sich vor allen Dingen auf der gefühlshaften, bildhaften Ebene mit dem vierten Lebensprinzip auseinanderzusetzen. Rein intellektuell beziehungsweise rational übers Denken ist für das Krebs-Prinzip auch nicht mehr zu sagen als für alle anderen Lebensprinzipien. Aber das reicht nicht aus, um ein wirkliches Verstehen dessen, worum es bei Krebs-Mond und dem vierten Feld geht, aufzubauen.

Ich lege Ihnen das sehr ans Herz, im Laufe der Jahre ein wahres Empfinden in Bezug auf den Mond und den Krebs zu entwickeln. Denn wenn Sie das nur höchst unzureichend schaffen sollten, geschweige denn, wenn Sie auf der rein intellektuellen oder rationalen Ebene bleiben, dann haben Sie meiner Ansicht nach keine Chance, einen Menschen mit einer sehr starken Krebs-Betonung oder der sehr schwierige Mond-Konstellationen hat, wirklich zu verstehen. Wenn wir das vierte Lebensprinzip betrachten, dann haben wir jetzt zum ersten Mal einen Sprung gemacht innerhalb des Tierkreises. Einen ganz wesentlichen Sprung, nämlich in einen neuen Quadranten. Der Widder, der Stier und der Zwilling machten zusammen den ersten Quadranten aus, der auch der Körper oder die Physis oder das Materielle genannt wird. Der Krebs ist der Beginn des zweiten Quadranten, und der zweite Quadrant ist die Seele. Der erste Quadrant ist der Körper, der zweite Quadrant ist die Seele. Das Seelische und insbesondere das Unbewusste wird eröffnet durch Krebs und Mond beziehungsweise durch das vierte Feld. Das bedeutet, dass Mond und Krebs das Seelische darstellen beziehungsweise das Unbewusste im Menschen oder in der Natur... und das in jedem Lebensphänomen repräsentieren.

Betrachten wir zunächst das eigentliche Kernprinzip von Krebs, Mond und dem vierten Feld. Um das Kernprinzip zu verstehen, muss man sich darüber im Klaren sein, dass der Tierkreis immer eine Pendelbewegung vollzieht, im Sinne von nach außen gehen, nach innen gehen. Nach außen gehen, nach innen gehen. Der Zwilling war die Bewegung nach außen, um den realen Raum kennenzulernen, zu benennen, zu erobern. Der Krebs als nächstes Tierkreisprinzip muss daher wieder eine Bewegung nach innen vollziehen. Wenn man so will, eine Rückbewegung. Das bedeutet - weil der Körper im Sinne des gesamten ersten Quadranten bereits überwunden beziehungsweise entstanden ist - das jetzt eine Rückbewegung in den Körper geschieht.

Wir können davon ausgehen, dass Krebs und Mond alles das repräsentiert, was in uns ist – wenn wir jetzt mal „nur“ von einem Menschen reden. Im Laufe des Kurses werden wir die vielfältigen Aussagen auch auf andere Lebewesen und auf Situationen, auf sogenannte Ereignishoroskope, übertragen. Im Moment reden wir jedoch nur vom Menschen. Das heißt es gibt im Krebs, im Mond und im vierten Feld eine Rückbewegung. Eine Rückbewegung in das Körperliche. Also stellt Mond, Krebs, viertes Feld alles das dar, was in uns ist. Da könnten wir tatsächlich sagen, die Seele ist im Menschen. Wir gehen im Grunde genommen davon aus, wenn man in sich hineingeht, dass man in sich nur sich selbst finden kann. Das ist einerseits wirklich ganz simpel und platt biologisch, auf der anderen Seite ist es aber sehr bedeutend, sich das zu vergegenwärtigen, dass man in sich selbst nur sich selbst finden kann. Natürlich kann ich in mir selbst nicht jemanden anderen finden, sondern immer nur mich selbst. Denn ich gehe in meinen eigenen Körper, damit also in den seelischen Bereich, und ich kann in meinem Körper nur das Seelische vorfinden, was meins ist. Das heißt ich finde etwas, was mir gleicht. Ich finde das Gleiche. Wenn ich auf die Suche gehe nach dem Gleichen, also nach mir, und es dann finde und mich mit dem Gleichen, also mir, verbinde, dann entsteht das, was wir das Kernprinzip des Krebses, des Mondes, nennen: die Identifikation.

Identifikation kommt von identisch, und identisch heißt gleich. Sich identifizieren mit etwas bedeutet immer, sich seelisch verbinden mit etwas, was mir gleicht. Deshalb sagt man auch: Ich identifiziere mich z.B. mit einem bestimmten Autotyp oder mit einer bestimmten Fernsehserie oder mit bestimmten Möbelstücken oder mit bestimmten anderen Menschen. Damit ist dann gesagt worden, dass dasjenige oder derjenige, mit dem ich mich identifiziere, eine große Affinität, eine große Ähnlichkeit oder gar Gleichheit zu mir aufweist. Identifikation bedeutet, sich auf die Suche machen und das sich verbinden mit dem gefundenen Gleichen. Wenn wir davon ausgehen, dass das Krebs-Prinzip die Suche im Innen ist, also in uns, dann können wir im Sinne der Identität nur diese finden. Krebs ist daher die Suche und bestenfalls das Finden der eigenen Identität. Wenn die Rede ist von Finden der eigenen Identität und dieses Finden in uns im Inneren geschieht, dann drängt sich das Wort Empfinden auf. Denn Empfinden setzt sich zusammen aus der Vorsilbe „emp“ und dem Wort „finden“. Und die Vorsilbe „emp“ bedeutet immer „innen“. So heißt empfinden übersetzt: im Innen finden.

Deshalb ist das Empfinden ein Kernprinzip des Krebses und des Mondes. Wir sagen umgangssprachlich in der Regel nicht empfinden, obwohl man sich das astrologisch unbedingt angewöhnen sollte. Umgangssprachlich wird es ganz einfach als Fühlen bezeichnet. Insofern ist das Fühlen beziehungsweise das Empfinden Sache der Seele. Denn wir sind im Mond, im Krebs, im vierten Feld also im seelischen Bereich. Eine Empfindung ist ein seelischer Vorgang - oder wir würden eigentlich sagen: eine seelische Reaktion, aber da komme ich später noch zu – und stellt nichts anderes dar als das man in sich sucht und die eigene Identität findet. Und wenn die eigene Identität gefunden ist, dann entsteht das Empfinden. Man empfindet sich selbst, man empfindet die eigene Identität.

Identität ist demnach auch etwas, was eine Gefühlsrelation hat. Was nicht eine geistige Dimension besitzt. Die kommt, wenn überhaupt, erst in der Folge im Tierkreis später hinzu. Zunächst einmal ist die Identität, das was einen Menschen im innersten Kern ausmacht, sozusagen der Stoff, aus dem er eigentlich gemacht ist, das ist ein seelischer Vorgang. Insofern entsteht im Krebs, im Mond, die Seele. Die Seele ist etwas, was mit Sicherheit existiert, jeder Mensch weiß das. Aber auf der anderen Seite ist die Seele etwas, was nur sehr schwer – vor allem, wenn man einen wissenschaftlichen Standpunkt einnehmen möchte – nachweisbar ist beziehungsweise wenn man sehr streng wissenschaftlich argumentieren würde, überhaupt nicht nachweisbar ist.

Aus streng wissenschaftlicher Sicht existiert die Seele gar nicht, weil sie nicht nachweisbar ist, weil sie nicht beweisbar ist in einem entsprechenden immer wiederholbaren Experiment. Das ist für die Wissenschaft, für die orthodoxe Wissenschaft immer sehr wichtig, Experimente veranstalten zu können, die wiederholbar sind und die immer wieder zum selben Ergebnis führen. Allerdings würde das, wenn man versucht, die Seele als Untersuchungsgegenstand anzusehen, nicht funktionieren. Jeder Mensch hat Gefühle, jeder Mensch hat Empfindungen, jeder Mensch verspürt Schmerz oder Freude. Jeder Mensch weiß also, dass es eine Seele in ihm gibt, die den Widerhall für diese entsprechenden Gefühle bildet. Aber wissenschaftlich nachweisen kann man derartiges nicht. Das tut natürlich der astrologischen Betrachtung keinen Abbruch, im Gegenteil. Wir sind sogar eher froh, wenn die normale Wissenschaft nicht in der Lage ist, entsprechende astrologische Aussagen zu untermauern, denn das schmälert diese in der Regel schon ein bisschen.

Fakt ist, dass das was wir Seele nennen, innen liegt, und in dem Sinne auch nicht sichtbar und nachweisbar ist – im wissenschaftlichen Sinne. Das Innere ist nicht sichtbar und es ist auch im Unterschied zum ersten Quadranten – und bitte denken Sie dann an das, was über Zwillinge gesagt worden ist – das Seelische ist nicht relativer Natur. Es ist eine absolute Größe. Das heißt, wenn das Empfinden eine innere Reaktion ist bzw. darstellen soll, dann ist diese innere Reaktion eine absolute Reaktion. Das heißt Sie ist nicht relativ, sie hat keine Zwischentöne, sie taucht immer in der vollen Wucht ihres Umfanges auf. Das heißt ein Gefühl ist etwas, was man nicht relativieren kann. Versuchen Sie mal, das Gefühl von Liebe oder von Hass zu relativieren, das können Sie nicht. Sie können sich im Kopf vorstellen, dieses Gefühl zu relativieren - aber das existiert nicht im Kopf, sondern in der Seele. Im Kopf geht das schon. Dann würden Sie sagen: ich liebe dich ein bisschen, oder ich hasse dich ein bisschen mehr als gestern. Aber das Gefühl an sich, um das es geht, ist unveränderbar, es hat absoluten Charakter. Das heißt, die Empfindungsreaktion ist immer absoluter Natur. Das Fühlen ist eine absolute Reaktion und ist nicht relativierbar.

Wenn ich jetzt gesagt habe, dass das Gefühl eine Reaktion darstellt, dann würden Sie mit Fug und Recht fragen müssen: worauf denn? Worauf wird denn hier reagiert? Davon habe ich bisher noch nicht gesprochen. Das werde ich auch an dieser Stelle jetzt nicht tun. Das hat den ganz einfachen Grund, dass wir über diesen Zusammenhang des Fühlens und der Tatsache, dass das Gefühl immer eine Reaktion darstellt, erst im dritten Quadranten im Tierkreis besprechen können, der sich aus Waage, Skorpion und Schütze zusammensetzt.

Ich fasse also an dieser Stelle noch einmal das Kernprinzip von Krebs, Mond und dem vierten Feld zusammen. Es handelt sich um den Vorgang der Identifikation, also um den Vorgang des Sich-Identifizierens. Damit um den Vorgang, der nichts anderes beschreibt als das Suchen und Finden des Gleichen in mir. Dieses Finden in mir, im tiefsten Inneren, nennen wir das Empfinden. Damit entsteht das Seelische, und damit entsteht die innere – in dem Falle sehr wichtig zu sehen – die absolute seelische Reaktion.

Wenn wir versuchen, für Krebs und Mond ein Bild aufzubauen, dann wäre ein entsprechendes Bild in der Natur das Nest beziehungsweise das entsprechende Tier, was noch sehr klein und jung ist und schutzbedürftig im Nest sitzt. Als menschliche Figur haben wir für den Krebs und den Mond das Weibliche, die Mutter. Der Mond steht archetypisch für das Weibliche, so wie die Sonne archetypisch für das Männliche steht (siehe nächste Lektion Löwe). Diese Figur Mutter ist die wichtigste Bezugsperson, die es für Krebs- oder Mond-betonte Menschen im Leben gibt. Unter anderem weil diese Figur „Mutter“ oder „das Mütterliche“ direkt aus dem Kernprinzip abgeleitet werden kann. Denn unter Identifikation, dem Verbinden was gleich ist, können wir im archetypischsten Sinne die Situation verstehen, die das Kind beinhaltet, wenn es im Mutterleib ungeboren liegt.

Das heißt das ungeborene Kind, der Embryo – wenn man so will, sogar der Fötus – ist in einer totalen Identifikation mit der Mutter. Das heißt in einer total unbewussten Situation, in der dem werdenden Kind selber nicht bewusst ist, dass es mit der Mutter eins ist. Es ist sowohl im körperlichen wie auch im seelisch und geistigen Sinne eins mit der Mutter. Solange bis es geboren wurde und eigenständig geworden ist.

Weil im eben genannten Bild mit dem ungeborenen Kind und der Mutter das Weibliche das Prinzip der Identität symbolisiert, können wir sagen, dass die Mutter die absolut wesentlichste Bezugsperson bei Krebs- und Mond-betonten Menschen ist. Das heißt dann auch, dass die entsprechende Angst oder Urangst, die mit dem Mond- und Krebsprinzip einhergeht – beziehungsweise die bei allen Menschen, die eine Mond- und Krebs-Betonung im Horoskop aufweisen – dass da ausnahmslos eine entsprechende Angst von dem Verlust der Liebe der Mutter gegeben ist. Beziehungsweise - was dem gleichzusetzen ist – eine Angst vor einem Vertrauensverlust ins Leben und in die entsprechende Bezugsperson Mutter. Sie können und müssen davon ausgehen, dass jeder Mensch mit Krebs-Betonung ein Mutterproblem hat, und zwar in dem Sinne als er unter größten Verlustängsten leidet und eine Schwierigkeit hat, erwachsen zu werden. Was nichts anderes darstellt als der unbewusste Wunsch, ständig als Ungeborenes im Leib der Mutter zu existieren, nicht geboren zu werden und nicht erwachsen zu werden. Das heißt, die Schwierigkeit erwachsen zu werden ist, radikaler gesagt, die Angst geboren zu werden. Denn geboren werden heißt: mich abnabeln müssen und dann im Laufe meines Lebens erwachsen werden. Da ich aber das Prinzip der Identifikation als Krebs-betonter Mensch in mir trage, möchte ich identisch bleiben mit der Lebenssituation, in die ich anfänglich hineingekommen bin. Und das ist zunächst der ungeborene Zustand im Leib meiner Mutter.

Dieser extreme Mutterbezug, der zu Verlustängsten und zur Schwierigkeit führt, erwachsen zu werden, dieser extreme Mutterbezug wird in der Psychoanalyse auch bezeichnet als ein Mutterkomplex, zumindest als eine Mutterfixierung. Was dieses Thema „Mutterkomplex“ angeht, so werden wir später - bei schwierigen Mond-Konstellationen - uns über dieses seelische Trauma, was sicherlich zu den schwersten überhaupt gehört, unterhalten müssen. Wir reden jetzt hier über Mond und Krebs und über ein Lebensprinzip, das den Menschen vor eine wirklich extrem schwierige Situation stellt, nämlich die Aufgabe, sich abnabeln zu müssen. Das heißt wirklich geboren zu werden. Da der Krebs dieses Prinzip aber noch nicht darstellt – das ist dann erst der Löwe mit dem Gebären bzw. dem schöpferischen Prinzip – können wir von einem geboren werden noch nicht sprechen. Sondern wir können nur davon sprechen, dass hier eine Schwierigkeit angelegt ist, nicht geboren werden zu können, obwohl die Anlage im Sinne des Krebses gegeben ist. Aber der Krebs selber bringt sich nicht zur Welt. Dies geschieht durch das nächst-folgende Prinzip, dem Löwen.

Insofern ist der Krebs, der Mond, der Ungeborene. Daher ist ein Mensch mit einer starken Krebs- und Mond-Betonung auch ein Ungeborener. Abhängigkeiten, die aufgrund der starken Mutterfixierung bestehen - und das gilt sowohl für Jungen wie für Mädchen beziehungsweise für Männer wie für Frauen – diese starken gefühlsmäßigen Abhängigkeiten sind auch so zu verstehen, dass es hier darum geht, immer Gefühle aufzubauen, die positiven Charakter haben. Anders gesagt: die Gefühle, die negativ sind, zu vermeiden. Denn Gefühle, die negativ sind, sind Gefühle, die eine Trennung von der Mutter beziehungsweise ein entsprechendes Erlebnis mit beinhalten. Da dieses Erlebnis um nichts in der Welt erlebt werden darf, muss man versuchen, nur Gefühle mit ausschließlich positiven Charakter zu entwickeln. Dass das aber im Leben nicht funktioniert, das weiß jeder.

Insofern hat ein Krebs- bzw. ein Mond-betonter Mensch im Sinne der gefühlsmäßigen Abhängigkeiten bzw. der Abhängigkeit von nur positiven Gefühlen ein riesiges Problem. Das Leben ist nicht immer nur schön und angenehm und hell und freundlich und umsorgend und Geborgenheit schenkend, sondern es ist oft auch das krasse Gegenteil. Wenn also ein Mensch mit einer starken Krebs-Mond-Betonung dieses verneint, dann wird er existentiellste Probleme in seinem Leben bekommen. Diese existentiellen Probleme sehen zusammengefasst – und das ist das einzige Wesentliche, was Sie über das Mond- und Krebs-Prinzip wissen sollten – sehen folgendermaßen aus:

Die Angst vor Liebesverlust – und bitte nicht vergessen: immer Liebesverlust in Bezug auf die Mutter – ist übergroß und bei einer Krebs-Betonung wurde nicht genug Liebe empfunden. Das heißt objektiv betrachtet nicht unbedingt, dass nicht genug Liebe vorhanden war, das kann selbstverständlich der Fall sein, aber es wurde nicht genug Liebe empfunden. Das bedeutet im Erwachsenwerden, dass man versucht, sich diese Liebe wieder zu holen. Aber genau das kann nicht funktionieren. Denn diese Liebe, die man damals von der Mutter nicht bekommen hat, ist in der heutigen Gegenwart unwiederbringlich verloren und kann, weil die Zeit ja nicht zurückgeschraubt werden kann, nicht wiedergeholt werden. Was tut man anstelle dessen? Man sucht Ersatzformen von Liebe.

Einerseits kann man das sehr wohl bei der Mutter versuchen, aber man wird keinen Erfolg haben, weil die Zeit – wie gesagt – nicht zurück zu kurbeln ist. Wenn etwas unwiederbringlich verloren ist, ist es unwiederbringlich. Man wird dann versuchen, auf entsprechende Ersatzpersonen oder auf Stellvertreter der Mutter zurückzugreifen. Das heißt zum Beispiel den Freund, die Freundin, den Mann, den Ehemann, die Ehefrau oder vielleicht sogar auf das eigene Kind. Das heißt diese entsprechenden Ersatz- oder Bezugspersonen werden zum verlängerten Arm des Bedürfnisses nach Liebe. Verbunden mit dem Anspruch: Liebt mich! Ein Krebs-betonter Mensch läuft im Grunde genommen mit der Nabelschnur in der Hand herum, und überall wo jemand vorbeiläuft, von dem er glaubt: „oh, da könnte ich Liebe bekommen“, da steckt er den Stecker rein und sagt: „so, nun ernähre mich, gib mir deine Liebe!“ Es ist nicht so, dass niemand sagt: „ja gut, das würde ich mal versuchen“, Aber nach relativ kurzer Zeit wird man merken – also als derjenige, der versucht Liebe zu geben - dass der andere einen aussaugt. Denn das, was er bekommt, ist nicht genau das, was er eigentlich braucht.

Diese Liebe, die er eigentlich bräuchte, ist unwiederbringlich verloren. Er bekommt nur einen Ersatz. Er hört nicht auf zu trinken, er saugt mich aus. Und dann sagt man sich irgendwann: Das geht so nicht weiter. Wenn man klug ist, könnte man demjenigen sagen, der mit seiner Krebs-Betonung Ersatz-Liebe von mir bekommen möchte: das was du lernen musst, ist, dich selbst zu lieben. Denn das ist die einzige Chance, wie du Liebe finden kannst. Du kannst Liebe nur in dir finden. Erinnern Sie sich an den Beginn: Man kann Liebe nur in sich finden. Und erst dann, wenn der Krebs-betonte Mensch Liebe in sich findet - das heißt wenn er lernt, sich selbst zu lieben – erst dann kann er andere lieben. Erst dann können andere ihn wirklich lieben. Denn solange man sich nicht selber liebt, kann man auch nicht von anderen geliebt werden. Jedenfalls nicht in der Form, wie man es sich gerne wünscht. Das ist ein ganz, ganz, ganz großes, aber sicherlich für viele Menschen auch offenes Geheimnis des Krebs-Prinzips. Wer nicht in sich selber zuhause ist, der ist nirgendwo zuhause.

An der Stelle noch ein paar kurze Worte zu bestimmten medizinischen Fakten. Ich will da nur allgemein im Moment etwas sagen, weil wir später im Kurs die astrologische Medizin äußerst eingehend noch besprochen wird. Aber es scheint mir hier im Moment sehr wichtig zu sein, darauf hinzuweisen, dass Menschen, die beispielsweise ein Problem mit ihrem Magen haben – das ist fast schon eine Volkskrankheit, denn der Magenpatient ist ein Patienten-Typus, der ungeheuer häufig vorkommt - dass Magenerkrankungen immer eine ungelöste Mutterproblematik beinhalten. Damit meine ich im Prinzip sämtliche Erkrankungsformen des Magens, egal ob das jetzt relativ harmlose Geschichten sind oder ganz extreme Krankheitsverläufe. Der Magen ist astrologisch dem Mond und dem Krebs-Prinzip zugeordnet beziehungsweise umgekehrt: der Mond ist der Magen. Und so kann man sagen, dass wenn am Magen entsprechende Probleme auftauchen, man Probleme mit dem weiblichen Prinzip im Leben hat und damit stellvertretend in der Regel auch mit der Mutter. Wobei es in diesem Fall – das gilt ganz allgemein - astrologisch vollkommen irrelevant ist, ob die Mutter noch lebt oder ob man sie möglicherweise niemals kennen gelernt hat.

Die Mutter ist im Grunde genommen ein archetypisches Bild, was man in sich trägt. Die physische Anwesenheit oder Abwesenheit der Mutter oder entsprechende Verhaltensformen, die die Mutter an den Tag legt, sind im Grunde genommen relativ unwichtig. Man hat archetypisch das Bild der Mutter in sich angelegt und das ist das Wesentliche, was sich dann zum Beispiel bei entsprechenden Problemen auch auf der körperlichen Ebene im Sinne von Magensymptomatik zeigen kann. Wenn Sie mal jemanden mit Magenproblemen kennen lernen sollten - oder möglicherweise selber betroffen sind - dann sollten Sie sich, vor allen Dingen wenn die Symptomatik ziemlich ausgeprägt ist, unbedingt über das Verhältnis zu Ihrer Mutter Gedanken machen. Denn da wird sich ein Problem verstecken, was nicht gelöst worden ist und daher zu der entsprechenden körperlichen Symptomatik führt. In der nächsten Lektion wird das Löwe-Prinzip besprochen und das Löwe-Prinzip wird, wie wir dann sehen werden, als einziges in der Lage sein, das im Innen angelegte – also das Krebs-Prinzip, eigentlich die Seele – nach außen zu bewegen. Denn die Seele selbst ist etwas Unbewegtes und hat aus eigener Kraft keine Möglichkeit, sich zu zeigen.

Zusammenfassung in Stichworten

Kernprinzip:

Identifikation, Suche und Verbindung mit Gleichem, Finden im tiefsten Inneren = Empfinden (Ein-Fühlen). Entstehung des Seelischen. Innere, nicht sichtbare, nicht relative, damit absolute Reaktion.

Leit-Bild:

Natur: das Nest. Tier: das schutzbedürftige Jungtier. Mensch: die Mutter

Ur-Angst:

vor Liebesverlust = Lebensvertrauen

Grund-Problem:

Extremer Mutterbezug führt zu Verlustängsten und der Schwierigkeit, erwachsen zu werden. Starke Anima (weibliche Seelenanteile). Gefühlsmäßige Abhängigkeiten. Muss lernen, sich bedingungslos zu lieben.

Sagt immer: Bitte...                                                              

Mythologie:

Herakles bekämpft eine neunköpfige Schlange und alle Tiere eilen ihm zu Hilfe. Hera erschwert ihm den Kampf und schickt einen Riesenkrebs aus den Sümpfen. Dieser beisst Herakles in die Füße, wird aber dennoch erschlagen. Zur Belohnung hebt Hera den Krebs in den Olymp. Hier spiegelt sich der Zorn des Weiblichen gegen den männlichen Helden: Hera gegen Herakles, der ihr den Thron streitig machen könnte. Krebs als Symbol für Weiblichkeit und Mutterschaft gegen das Männliche, das nur den Samen spendet.

Baustein 4:

Das 4. Lebensprinzip ist die 1. Stufe der Entstehung des Innerseelischen im 2. Quadranten. Es stellt das Potential der Empfindungen in seiner Ganzheit dar, jedoch ohne die Möglichkeit, dieses auch im Außen zeigen zu können. Insofern "schlafen" die Empfindungen noch und warten auf ihre "Erweckung".

 

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