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Astrologie-Fernkurs Astropolarity - Waage, Venus

(Auszug aus dem Astrologie-Fernkurs Astropolarity von Peter-Johannes Hensel)

7. Lebensprinzip / WAAGE / VENUS / FELD 7

Wir werden uns jetzt dem Waage-Prinzip oder auf der planetaren Ebene dem Prinzip der Venus, beziehungsweise auf der Felderebene dem 7. Feld zuwenden. Wenn wir das tun, dann machen wir nicht nur einen Schritt von einem Tierkreisprinzip in das nächste oder von einem Feld in das nächste, vom Feld 6 in Feld 7, sondern wir begeben uns auch in einen ganz neuen Quadranten. Das heißt in einen neuen Seins-Bereich bzw. einen neuen Lebensbereich, in eine neue Lebensform, die für den Menschen jetzt offensteht. Im Sinne des 7. Feldes, das den Beginn des dritten Quadranten symbolisiert, begeben wir uns in den geistigen Bereich. Der hinter uns liegende zweite Quadrant mit Krebs, Löwe und Jungfrau, beziehungsweise den Planeten Mond, Sonne und Jungfrau Merkur oder den Feldern 4, 5, 6 war der seelische Bereich. Jetzt im 7. Feld über dem Deszendenten, der dem Aszendenten gegenüberliegt, begeben wir uns in den geistigen Raum.

So hat das Waage-Prinzip zunächst mal sehr viel mit dem Geistigen an sich zu tun. Der geistige Gehalt oder der geistige Anteil, für den die Waage oder das Waage-Prinzip steht, wird häufig in der herkömmlichen Astrologie unterschätzt, beziehungsweise teilweise falsch eingeschätzt. Denn in der herkömmlichen Astrologie ist es oft so, dass das Waage-Prinzip mit Liebe gleichgesetzt wird. Wenn das überhaupt in diesem Sinne so stimmen könnte, dann kann es höchstens im Sinne einer geistigen Liebe, oder man könnte sogar sagen, im Sinne einer tatsächlich platonischen Liebe gemeint sein. Liebe, die gar körperliche oder seelische Züge hat, kann mit dem Waage-Prinzip niemals gemeint sein und in Verbindung gebracht werden. Schon allein deshalb, weil das Waage-Prinzip sich im dritten Quadranten, also dem geistigen Bereich, befindet.

Wichtig ist, wenn man versucht, sich dem zu nähern, was Waage eigentlich ist, dass man zunächst mal versteht, dass mit dem Beginn der Waage im Tierkreis die Hälfte des Tierkreises durchmessen ist. Das bedeutet, dass wir zum ersten Mal vom Ausgangspunkt ausgehend - das wäre also auf der Felderebene der Aszendent, oder auf der Zeichenebene das Zeichen Widder - dass wir jetzt zum ersten Mal, wenn wir bei der Waage sind, eine gerade, senkrechte Linie durch den Kreis ziehen können. Das ist immer erst nach 180 Grad möglich. Und daraufhin entsteht ein ganz wesentliches Phänomen, was vor allen Dingen im psychologischen Sinne eine große Bedeutung hat, beziehungsweise wofür das Waage-Prinzip steht: das Prinzip der Projektionen.

Waage, beziehungsweise das Waage-Prinzip, ermöglicht es dem Menschen, etwas, was in ihm gelagert ist, als einen unbewussten Vorgang nach außen zu verlagern. Eben zu projizieren. Das ist aber immer nur dann möglich – um es visuell zu sagen – wenn eine Waagerechte vorhanden ist. Diese Waagerechte entsteht erst jetzt, wenn Waage auf den Plan gerufen wird. Vorher hätten wir vom Ausgangspunkt Widder ausgehend, zum Beispiel zu Krebs oder zu Löwe oder zu Jungfrau, keine Waagerechte aufbauen können, sondern das wäre eine schräge Linie geworden, die sich dann entwickelt hätte. Erst durch das Prinzip der Waagerechten kann Projektion entstehen.

Es gibt ein ganz simples Beispiel, an dem man das erklären kann. Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Diaprojektor, in dem Ihre Urlaubsbilder enthalten sind. Dann werden Sie diese Bilder auf eine Leinwand werfen. Diese Leinwand muss in einer Waagerechten gegenüber dem aussendenden Diaprojektor stehen. Das Bild, was dann entsteht, auf der anderen Seite an der Leinwand, kann nur dann entstehen, wenn die Leinwand sich in der Höhe, sprich also in der Waagerechten, zum Diaprojektor befindet. Insofern ist Projektion immer ein Senden von Bildern aus einem Sender heraus auf eine sogenannte Projektionsfläche. Diese Projektionsfläche ist nicht der Sender. Das ist immer das Gegenüber.

In dem Sinne kann man sagen, dass das Waage-Prinzip von seinem Kern her bedeutet, dass man allem, was nicht Ich ist, begegnet. Die Waage ist die Begegnung mit dem Nicht-Ich. In der realen Welt vor allen Dingen bezogen auf Menschen. Alle anderen Menschen, die nicht Ich sind, können einem, weil wir das Waage-Prinzip in uns tragen, von außen begegnen. Aber sie sind in dem Sinne letzten Endes immer nur Projektionsflächen unserer eigenen inneren Anlagen. Das betrifft auch ein heikles Thema: alles, was einem Menschen begegnet – und merken Sie sich bitte für die Zukunft, wenn von Begegnungen die Rede ist, dass das immer etwas mit dem Waage-Prinzip zu tun hat – dass alles, was einem Menschen begegnet, letztlich er selbst ist. Auch wenn es Fremdbegegnungen sind, ist auch das letztlich er selbst, im Sinne seiner projizierten Anlagen. Niemandem kann also irgendetwas zustoßen und niemandem kann irgendjemand oder irgendwas begegnen, was er nicht zuvor selbst bereits in sich hatte. Das trifft zu für die positiven, wie auch für die schlimmen Begegnungen und Erlebnisse und Ereignisse und Zustände, in denen man sich befindet.

Insofern erinnert uns das Waage-Prinzip an eine Eigenverantwortlichkeit, die wir haben. Denn die Tatsache, dass es das Waage-Prinzip und damit das Prinzip der Projektionen gibt, entbindet den Menschen nicht von einer Verantwortung für sein eigenes Leben, sondern die Waage sagt ihm: Du musst für dich verantwortlich sein und dir muss klar sein, dass alles, was dir begegnet, immer direkt als eine Art unbewusster Ereigniswunsch in dir gelegen hat.

Alles was uns umgibt, also unsere Umwelt, die wir anhand unseres jeweiligen inneren und äußeren Standortes wählen, ist ein unendlich großer Raum. Daher können wir sagen, es gibt in unserer Umwelt, also außerhalb von uns, im Bereich unseres sogenannten Nicht-Ichs, eine unglaubliche Menge von Motiven, auf die wir uns auf die Suche machen können. So ähnlich wie man sich einen Fotografen vorstellt, der auf Motivsuche geht, weil er etwas Bestimmtes fotografieren möchte. Das, worauf man im Außen aber immer trifft, ist man selbst. Man trifft auf sich selbst im anderen. Man hat vermeintlich ein Fremderlebnis mit etwas oder jemand anderem, aber letztlich spiegelt dieses andere immer uns selbst.

Dieses Prinzip der Waagerechten, für das die Waage bezeichnenderweise steht, zeigt uns auch noch einen ganz anderen wichtigen Gedanken. Die Waagerechte ist auch das Bild für Harmonie, für Balance, für Ausgeglichenheit. Wenn man es einmal sehr einfach ausdrücken will, aber durchaus auch passend: das Prinzip des Friedens. Balance, Harmonie, Ausgeglichenheit heißt eigentlich auch Frieden. Und diese Ausgeglichenheit, in die die Waage versucht stets zu kommen, hat auf der anderen Seite auch eine Schattenseite. Diese geht einher – um es kurz im psychologischen Sinne zu betrachten - mit sehr großer Angst vor Konfrontationen. Das Waage-Prinzip hat Angst vor Konfrontationen und in diesem Sinne auch Angst vor Aggression, beziehungsweise davor sich selber aggressiv zu verhalten (Aggression, das war der gegenüberliegende Widder).

Dieser übermäßige Wunsch nach Harmonie, nach Balance und nach Ausgeglichenheit führt zu einer Konfliktscheu, die bei Menschen, die eine starke Waage-Betonung haben, äußerst problematisch werden kann. Denn wenn ein Mensch sich zu sehr aus Konflikten heraushält, dann werden sie ihn irgendwann über die Projektion von außen erreichen. Dann kommen sie ihm in einer viel größeren Weise und in einer oft sogar pervertierten Weise entgegen, als sie eigentlich in ihm gelagert haben. Es entspricht genauso dem Beispiel von vorhin: Wenn Sie sich einen Diaprojektor vorstellen und dort ein Bild auf eine Leinwand werfen, die gegenüber aufgestellt ist, dann ist das Bild, was auf der Leinwand zu sehen ist, erheblich größer als das Bild, was im Diaprojektor steckt. Das heißt Projektion führt immer zwangsläufig dazu, dass sich ein ungelebter Anteil, der auch durchaus mit einem Problem in Verbindung stehen kann, potenziert. Erhöht. Vergrößert. Meistens in einer Weise, wie einem das überhaupt nicht gefällt.

So entstehen häufig Konflikte, die bleiben und die ungelöst bleiben. Und die teilweise von Waage-betonten Menschen auch deshalb gar nicht gesehen werden oder gesehen werden wollen, weil bei einer Waage-Betonung der Mensch im Sinne des Geistigen auch immer eine gewisse Tendenz hat, Konflikte zu sublimieren. Das heißt zu vergeistigen, und sie, weil er diese Konfliktscheu hat, auch möglicherweise zu positivieren. Der Waage-betonte Mensch setzt sich eine rosarote Brille auf und sagt sich, das ja alles gar nicht so schlimm ist, und fängt dann möglicherweise im geistigen Sinne darüber an zu lamentieren und nachzudenken. Wenn es ein intelligenter Mensch ist, schreibt er vielleicht sogar ein Buch darüber. Aber es hat nichts damit zu tun, dass er deshalb den eigentlichen Konflikt, den er aus der Konfliktscheu heraus vermeiden möchte, dass er diesen Konflikt auf diesem Wege gar nicht angeht.

Hinzu kommt, dass die Konfliktscheu im Sinne der Friedensstiftung eine durchaus positive Komponente haben kann. Im Tierreich nennt man das die „Beißhemmung“. Artgenossen untereinander werden sich in der Regel nicht so sehr drangsalieren, sodass der eine von den beiden in der Auseinandersetzung tatsächlich physisch stirbt. Diese Beißhemmung führt zum Beispiel unter Raubtieren häufig dazu, dass man den anderen, den Gegner, nur warnt, aber ihn auf keinen Fall tatsächlich tötet. Denn die Beißhemmung im Tierreich ist nichts weiter als ein Schutzmechanismus der Natur, damit die Art erhalten bleibt.

Merkwürdigerweise funktioniert das unter Menschen aber nicht. Da ist es oft so, dass Menschen, die beispielsweise eine zu große Unterbetonung des Waage-Prinzips haben, dass die nicht in der Lage sind, ausgleichend, balancierend, harmonisierend oder sogar friedensstiftend auf ihre Umwelt Einfluss auszuüben. Sondern ganz im Gegenteil. Insofern ist es, obwohl man sich das ja in einem Geburtsbild nicht aussuchen kann, immer ganz wünschenswert, dass auch ein gewisser harmonischer Anteil in dem Geburtsbild eine Rolle spielt. Entweder grundsätzlich, weil es als Anlage vorhanden ist, oder über eine bestimmte Zeitqualität, wo man Entsprechendes lernen kann.

Wichtig ist für einen Waage-betonten Menschen, dass er diese eigentliche Urangst vor Konfrontationen, vor Disharmonie, vor Unausgeglichenheit und vor – um es mal sehr brachial auszudrücken – diese Urangst vor dem Krieg zwischen den Menschen, dass er sich dieser Urangst stellt. Denn jeder Mensch weiß, dass Konfrontation, Disharmonie, fehlende Balance und auch Krieg leider zum menschlichen Leben und Dasein dazugehören. Jeder, der Nachrichten schaut oder Zeitung liest, weiß das. Man darf diese Tatsache nicht leugnen.

Ich habe in diesem Zusammenhang vor langer Zeit mal einen Spruch gehört, den ich ganz interessant fand. John Lennon, früherer Beatles-Musiker, war von der Sonne her eine Waage. Und der hat den Spruch kreiert: „make love, not war“. Okay. Wunderbar. Als Waage kann man nur sagen, hast du gut gemacht. Stimmt. Es gibt jedoch eine Abwandlung von dem Spruch, die auch wahr ist. Und die lautet: “make love, not war, but be prepared for both”. Das bedeutet übersetzt: Kein Krieg, sondern Liebe machen, aber sei auf beides vorbereitet. Und das ist mindestens genauso weise, wie zu sagen: „make love, not war“. Denn Krieg, Unstimmigkeiten und Konfrontationen zwischen Menschen gehören mehr oder weniger, je nach Situation, zum Alltag.

Insofern ist es ganz wichtig, dass diese Angst vor Konfrontation, und damit die in der Regel stark verdrängte Aggressivität, die auch ein Waage-betonter Mensch zum Überleben mitbekommen hat - Aggressivität ist an sich erst mal nichts Schlimmes - dass er sich diesem Grundproblem stellen muss. Und er muss lernen, in gesunde Auseinandersetzungen zu gehen. Natürlich in Auseinandersetzungen, die sozial vertretbar sind. Es geht nicht darum, dass der sich eine automatische Waffe kauft und an der Bushaltestelle zehn Leute umbringt. Nach dem Motto: Hauptsache du bist in der Lage, deine Angst vor Konfrontation und Krieg zu überwinden. Das ist damit selbstverständlich nicht gemeint. Es muss in einer sozial verträglichen Weise geschehen. Aber in der Regel ist es so, dass das Problem vielmehr darin besteht, dass die Konfrontationsangst so groß ist, dass man allen Ärger und allen Unmut, den man über andere Menschen hat, runter schluckt. Und das darf auf Dauer auf keinen Fall passieren.

Wenn wir in der nächsten Lektion auf den Skorpion übergehen, dann werden wir auch sehen, dass der Skorpion etwas schafft, beziehungsweise der Waage eine Fähigkeit abtrotzt, die sehr wichtig ist. Nämlich eine Entscheidung zu treffen. Das Waage-Prinzip – sagt ja schon der Name – hält sich in der Waage. In der Balance. Und diese Entscheidungsschwierigkeiten, die das Waage-Prinzip damit automatisch hat, fördern wiederum die Konfliktsituationen. Das heißt es gibt Menschen, die sich schon allein dadurch von jemandem geärgert oder missachtet fühlen, weil dieser andere - möglicherweise wegen einer Waage-Betonung - keine Entscheidung treffen kann.

Das Skorpion-Prinzip, das nach der Waage im Tierkreis folgt, ist das Prinzip der Verbindlichkeit. Das heißt die Waage, die sich nicht für rechts oder links entscheiden kann, die wird dann durch den Skorpion eines Besseren belehrt, der sich entscheidet und damit auch eine Entscheidung kreiert, die für ihn, für den Skorpion, und alles was danach kommt, bindend ist. Der Skorpion wird also verbindlich. Während die Waage zuvor im Sinne der Auswahl des vielen, was vor ihr liegt, unverbindlich bleibt.

 

Zusammenfassung in Stichworten

Kernprinzip:

Begegnungen mit dem Nicht-Ich (also dem Du im Sinne von Menschen und deren Ideen), vielfältige Bildaufnahme (Motivsuche), Projektionsprinzip = man trifft auf sich selbst im Anderen (Fremderlebnis).

Leit-Bild:

Natur: die Wolken. Tier: die Beißhemmung. Mensch: der Friedliebende

Ur-Angst:

vor Konfrontation = Disharmonie = fehlende Balance = Unausgeglichenheit

Grund-Problem:

Die Angst vor Konfrontation die auf Aggressionsverdrängung beruht, verhindert gesunde Auseinandersetzungen. Es entstehen ungelöst bleibende Konflikte, die positiv sublimiert (vergeistigt) werden.

Sagt immer: Weder noch...

Mythologie:

Der Jüngling Paris kennt sich in der Liebe gut aus und wird von Zeus aufgefordert zu entscheiden, welche Frau die Schönste ist: Hera, Athene oder Aphrodite? Er zögerte lange und bat die drei um das Versprechen nicht verärgert zu sein, da er ja zwei von ihnen enttäuschen müsste. Er erwählte Aphrodite, doch die anderen zwei straften ihn dennoch mit der Zerstörung seiner Heimat Troja. Hier wird ein Sterblicher von den Göttern aufgefordert eine Entscheidung zu treffen, die selbst sie nicht haben treffen können.

Baustein 7:

Das 7. Lebensprinzip ist die 1. Stufe der Entstehung des Geistigen im 3. Quadranten. Es ermöglicht allen Wesen, sich selbst im anderen zu begegnen, zu reflektieren und zu sehen. Es entsteht die Vorstellung an sich, auch von und über uns selbst.

 

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