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Astrologie-Fernkurs Astropolarity - Mischtypen I

(Auszug aus dem Astrologie-Fernkurs Astropolarity von Peter-Johannes Hensel)

MISCHTYPEN 1

Nun wird es um die verschiedenen Kombinationen von Elementen gehen, beziehungsweise um sämtliche Kombinationsmöglichkeiten von Elementen. Und um die entsprechende Ableitung in einen psychologischen Typ. Wobei hier angemerkt werden muss, dass diese psychologische Typologie, die aus der Kombination von jeweils zwei Elementen abgeleitet wird, nicht auf ein bestimmtes Psychologie- oder Typologie-Schema zurückgeht, so wie wir das beispielsweise bei den Elementen im Sinne der Typologie von C. G. Jung kennen gelernt haben. Diese Typen, um die es hier geht, sind nicht eindeutig psychologisch zuordbare Typen, sondern sie stellen sozusagen aus der astrologischen und psychologischen Erfahrung, ebenso wie die Elemente, die auch kombiniert werden, Kombinationen von mindestens zwei verschiedenen psychologischen Typen dar. Aber für diese Kombination zweier verschiedener psychologischen Typen – da gibt es innerhalb der Psychologie keine eindeutigen Bezeichnungen für.

Insofern sind die Bezeichnungen, die wir hier in der Astrologie für die entsprechenden Typen benutzen, wenn man so will, innerhalb der Astrologie frei erfunden. Es gibt keine tatsächlichen psychologischen Pendants oder kein psychologisches Typologieschema, was das, was jetzt hier besprochen wird, widerspiegelt. Das schmälert aber in keiner Weise die Aussagekraft dieser psychologischen astrologischen Typen. Denn das würde bedeuten, dass die Astrologie auf die Psychologie und auf die entsprechende Legalisierung ihrer Aussagen durch die Psychologie angewiesen wäre. Und das ist keinesfalls so.

Rein theoretisch sollten Sie sich bitte darüber im Klaren sein, dass wir jetzt die Elemente Feuer und Luft, sowie Wasser und Erde kombinieren. Danach Luft und Erde, und Feuer und Wasser; also die beiden großen energetischen Gegensätze. Und zum Schluss Luft/Wasser und Feuer/Erde. Das heißt wir haben insgesamt sechs verschiedene Mischtypen, die sich aus der Kombination von Feuer, Luft, Erde und Wasser ergeben. Wir gehen es noch mal durch: Feuer-Luft, Wasser-Erde, Luft-Erde, Feuer-Wasser, Luft-Wasser und Feuer-Erde. Das heißt sechs Typen, die insgesamt besprochen werden.

Aber es muss auch hier dazu gesagt werden, dass wir einerseits aus zeitlichen Gründen, aber vor allen Dingen aus inhaltlichen Gründen, darauf verzichten, jeden einzelnen dieser sechs Typen jeweils noch mal in Introvertiertheit oder Extravertiertheit zu unterscheiden. Das heißt wir hätten dann insgesamt zwölf Typen. Das wäre an sich gar nicht weiter schlimm, aber es ist einfach aus der Erfahrung heraus zu sagen, dass das Extravertierte oder Introvertierte bei den Mischtypen nicht deutlich auszumachen ist und in Erscheinung tritt. Das Extravertierte und das Introvertierte tauchen in der Regel nur bei den einschlägig bekannten psychologischen Typen auf, so wie sie beispielsweise von C. G. Jung beschrieben worden sind.

Feuer-Luft

Der erste Typ setzt sich elementar gesehen aus Feuer und Luft zusammen. Das heißt, Feuer-Luft sind die beiden sogenannten männlichen oder Yang-Elemente. Insofern wird dieser Typ auch der Yang-Typ genannt. Also ein Mensch, bei dem anteilig Luft und Feuer sehr stark ausgeprägt sind, der würde in unserer Elementen-Typologie als ein Yang-Typ bezeichnet werden - unabhängig davon, welches Geschlecht dieser Mensch hat. Es gilt also selbstverständlich auch für Frauen. Auch Frauen können ein sogenannter Yang-Typ sein, das heißt dann psychologisch nichts weiter, um im Sinne von Jung zu sprechen, dass diese Frauen einen sehr starken Animus, eine sehr stark ausgeprägte männliche Hälfte ihrer Psyche besitzen. Sicherlich zu Ungunsten der weiblichen Anteile, und damit also auch versehen mit entsprechenden Problemen in Bezug auf ihre weibliche Hälfte.

Es ist bitte unbedingt zu beachten, dass wenn jetzt wir solche Mischtypen aufstellen, beziehungsweise wenn Sie später in einem Horoskop versuchen, einen Mischtypen auszumachen, dass Sie bitte nicht vergessen, dass bei den Mischtypen beide jeweils beteiligten Elemente auch tatsächlich sehr stark im Horoskop vorhanden sein müssen. Das heißt wenn wir hier von der Kombination von Feuer und Luft sprechen, dann würde auf keinen Fall ein Yang-Typ entstehen, wenn Sie zum Beispiel jemanden haben, der beispielsweise 40 Prozent Feuer und gleichzeitig 15 Prozent Luft hat. Das würde zusammen 55 Prozent ausmachen und so einen kleinen Überhang geben, in Richtung 55 zu 45 sozusagen. Das würde vor allen Dingen deshalb nicht funktionieren, weil in dem eben genannten Beispiel hätten wir nur 15 Prozent Luft. Und 15 Prozent Luft ist einfach nicht genug, um irgendwelche Minimalprozente nehmen zu können und mit irgendetwas anderem zu verbinden. Dann könnten Sie davon ausgehen, dass man letzten Endes jeder Typ sein kann.

Im Klartext gesprochen: wir brauchen von jedem Element mindestens – das ist das absolute untere Minimum – 30 Prozent im Horoskop. Zwei Elemente, die mindestens jeweils 30 Prozent einbringen, beinhalten dann insgesamt mindestens 60 Prozent des Horoskops, das heißt knapp zwei Drittel. Die würden dann in der Lage sein, zusammengenommen einen bestimmten astrologischen Mischtypen zu ergeben. Also beide Elemente müssen mindestens 30 Prozent im Horoskop hergeben, um auf einen solchen Mischtypen zu schlussfolgern. Wenn das laut der Elementenanalyse in Bezug auf die jeweils einzelnen Elemente nicht der Fall ist, dass die 30 Prozent nicht erreicht werden, dann geht das nicht. Dann können wir halt keine Mischtypen aus dem Horoskop ausmachen. Wir sind auch nicht gezwungen, das tun zu müssen. Wir können immer nur diejenigen Aussagen treffen, die aufgrund der Struktur des Horoskops vom Horoskop möglich gemacht worden sind. Wir können also nicht das Horoskop so zurechtbiegen, nur damit wir vielleicht ein paar Sätzchen mehr sagen können. Das ist sicherlich der falsche Weg.

Nun zum Yang-Typen. Man kann sagen, dass dieser Mensch, wenn er sehr stark Yang-betont ist, im positiven Sinne sicherlich sehr idealistisch eingestellt ist. Er wird möglicherweise auf hohem Niveau auch eine sehr ausgeprägt ethisch-moralische Grundhaltung besitzen und es fertigbringen, nach diesen ethisch-moralischen Maßstäben auch zu leben. Er wird an sich auch nach, wie man so sagt, Höherem streben. Er hat eine gewisse innere Unruhe und Unzufriedenheit in sich, mit dem was er im Moment jeweils erreicht hat, und wird daher versuchen, immer noch mehr zu erreichen. Man kann sagen, und das hat sicherlich auch einen gewissen Anteil im Feuer, was hier bei dem Yang-Typen auch eine große Rolle spielt, dass er auch von der Lebensgrundeinstellung her nicht pessimistisch, sondern eher optimistisch eingestellt ist. Also eine starke Yang-Betonung beinhaltet auch eine gewisse Lebensbejahung.

Aufgrund dieser Lebensbejahung ist auch ein gewisser Hunger nach Leben vorhanden, der allerdings in entsprechenden Horoskopen dann doch genauer untersucht werden muss. Der Hunger nach Leben hat dann oft etwas mit einem gewissen Bedürfnis nach sehr raschem Wechsel, also mit einer gewissen Schnelllebigkeit, zu tun, die wiederum auch etwas mit Oberflächlichkeit zu tun haben kann. Und alles das kann wiederum in eine Richtung gehen, die letzten Endes doch eher negative Situationen zeitigt. Aber generell ist eine gewisse Schnelllebigkeit und der Hunger nach Erleben, der Hunger nach Leben, doch sehr stark ausgeprägt. Solange das also keine übermäßig negativen Formen im Leben annimmt, ist aus der Sicht des jeweiligen Horoskopeigners, nichts gegen zu sagen. Man will das Leben genießen, man will etwas aus dem Leben machen. Man hat auch das Gefühl, es schaffen zu können. Man fühlt sich tatkräftig und wirkt gestalterisch in das eigene Leben ein. Insofern ist man von einem guten Lebensgefühl gezeichnet und getragen. Wenn das zu stark ausgeprägt ist, wird man jedoch sehr schnell in Gefahr kommen, ein wenig hochmütig zu werden. Das bedeutet, dass man auch möglicherweise aufgrund der Yang-Betonung in zunächst vorteilhafter Weise, später aber nachteiliger Weise, in der Lage ist, bestimmte Defizite im Horoskop, die beispielsweise durch bestimmte Konstellationen angezeigt sind, die sehr problematisch sind, zu kompensieren.

Also ein Yang-Typ kann sehr gut kompensieren. Kompensation bedeutet immer: so tun, als ob. Es ist immer ein Bluff, den man relativ lange auch aufrecht halten kann. Aber irgendwann bricht das Gebäude der Kompensation in der Regel zusammen. Zum Beispiel, indem man dann körperlich erkrankt - das ist dann eine ganz primitive Ebene, auf der der Zusammenbruch der Kompensation zu beobachten wäre. Aber wie dem auch sei – der Yang-Typ kompensiert. Denn Kompensation hat immer auch etwas mit dem Erbringen irgendeiner Leistung zu tun. Und dazu ist der Yang-Typ prinzipiell von seiner Grundeinstellung bereit.

Wenn er aber hochmütig wird, selbstgefällig, prahlerisch und so weiter, dann ist eine Desillusionierung seiner Lebensführung, seines Lebensstils - das heißt der Zusammenbruch dieser Kompensation - sicherlich vorprogrammiert. Dann kommt es dazu, dass dieser Yang-Typ, der normalerweise eine gewisse Stabilität und Vitalität symbolisiert hat, relativ schnell - wirklich in vergleichsweise kurzer Zeit – ein körperlichen, seelischen oder geistigen Zusammenbruch erleidet. Und dann besteht weiterhin die Problematik, dass dieser Mensch sich aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen von eigener Stärke nur sehr schwer helfen lassen will. Sowohl im körperlichen, wie auch im geistigen Sinne, das spielt da gar keine Rolle.

Generell - unabhängig davon, ob das im Positiven oder Negativen ausgelebt wird - ist der Yang-Typ auch jemand, weil er das Yang und damit das Männliche symbolisiert, der die Gefühlswelt, die emotionale Welt relativ stark vernachlässigt. Das hängt natürlich zusammen mit dem fehlenden Wasserelement beim Yang-Typ. Auf der anderen Seite fehlt aber auch Erde. Und das wiederum führt dazu, dass man in der Regel beim Yang-Typen davon ausgehen kann, dass er die sogenannten praktischen Notwendigkeiten, die das Leben natürlich auch parat hält und denen man sich stellen muss, dass er die Realität an sich relativ stark vernachlässigt. Er ist an sich, wenn er sich mit Empfindungen, mit Gefühlen oder man kann ja auch sagen, mit dem Unbewussten beschäftigt oder mit Realität - die dann zwingend nah an ihn herangekommen ist - wenn er sich damit beschäftigt, dann tut er das oft nur, weil er entweder von anderer Seite dazu gezwungen wird, oder zum Teil aus einer entsprechenden Kompensation raus. Alles zusammen bedeutet, dass er in einem gewissen Sinne in der Gefahr ist, von den Grundlagen des Lebens - die dann eher dem Yin-Typ, der aus Erde und Wasser besteht, zugeordnet werden sollten - dass er davon mehr oder weniger stark abgeschnitten ist.

Das heißt, dass er in einem gewissen Sinne die Unruhe, die er in sich trägt, in eine sehr starke Stressanfälligkeit umsetzt. Gleichzeitig verbunden aber mit der relativen Unfähigkeit, verbrauchte Energie möglichst schnell und ausgiebig aufzutanken. Stressanfälligkeit und gleichzeitig auch eine relativ schlechte Regenerationsfähigkeit kennzeichnen den Yang-Typen auf jeden Fall. Das ist natürlich vor allen Dingen auf Dauer eine Situation, die weder die Seele, noch der Körper ertragen kann. Wenn Männer dem Yang-Typen zugeordnet werden, dann ist es sehr wesentlich, auf welchem Entwicklungsniveau sie leben. Je niedriger dieses Entwicklungsniveau ist - man kann auch ganz landläufig sagen, je primitiver der entsprechende Mensch, der entsprechende Mann ist - umso schwieriger wird die Yang-Betonung von der Umwelt, in der sich dieser Mann befindet, verarbeitet werden können.

Oder um es sehr einfach auszudrücken: dieser Mann wird auf niedrigem Niveau eine relativ große Rücksichtslosigkeit und eine sehr starke Egozentriertheit an den Tag legen. Und in dem Falle eine gewisse schädigende Wirkung auf seine Umgebung ausüben. Je höher das Entwicklungsniveau ist, umso mehr treten dann vor allen Dingen die geistigen Werte, die mit dem Yang-Typen im Sinne der vorhin erwähnten ethisch-moralischen Grundhaltung, mehr in den Vordergrund und werden da dann auch entsprechend kultiviert und ausgelebt.

Bei Frauen ist eine Yang-Betonung, wie auch vorhin schon kurz angedeutet, verbunden mit einer Verdrängung der Anima, das heißt mit einer Verdrängung der weiblichen Anteile. Das heißt also in diesem Sinne, mit einer Verdrängung dieser Frau. Das muss natürlich dazu führen, dass diese Frau – und das kann man auch aus der Erfahrung so sagen – spätestens ab der Lebensmitte Probleme bekommen wird. Beispielsweise in Bezug auf die Frage, was habe ich als Frau mit meinem Leben angefangen. Das heißt eine Frau mit einer Animus-Betonung, mit einer Yang-Betonung, wird sicherlich, wie man das jetzt so sagen könnte, ihren Mann gestanden haben, eventuell als klassisches Bild einer sogenannten Karrierefrau. Sie wird im Beruf in der äußeren Welt große Erfolge zu verzeichnen haben. Aber die innere Welt wird möglicherweise sehr vernachlässigt worden sein. Das wird eventuell eine Frau sein, die bisher noch nicht die Erfahrung einer längeren und vor allen Dingen seelisch tieferen Beziehung zum Beispiel zu einem Mann gemacht hat.

Man höre und staune, auch Männer sind zu tiefen seelischen Verbindungen zu anderen Menschen in der Lage. Das habe ich jetzt natürlich mit einer gewissen Ironie gesagt. Aber diese Frau, die eine Animus-Betonung hat und damit eine Verdrängung der Anima leben muss, die hat diese Erfahrung einer seelischen Bindung mit Langzeiteffekt in der Regel nicht gemacht. Vielleicht hat sie Freundinnen, die schon seit zehn, 15 Jahren verheiratet sind. Vielleicht sogar glücklich verheiratet sind, zwei Kinder haben, ein Häuschen und einen Schäferhund und einen schönen Garten – also im Grunde genommen so ein Standardprogramm leben. Und auf dieses Standardprogramm beginnt sie dann, diese Animus-betonte Frau, sehr neidisch zu werden. Denn genau das ist es, was ihr fehlt.

Man kann sich jetzt natürlich trefflich im philosophischen Sinne darüber streiten, ob eine Frau denn ein solches Lebensgefühl braucht - wir können es mal verkürzt beziehen auf zum Beispiel die Frage, dass man ein Kind bekommt oder nicht, ob sie das braucht oder nicht. Die Frage ist: Braucht eine Frau die Erfahrung der Geburt eines Kindes und die Erfahrung, ein Kind aufzuziehen in ihrem Leben? Archetypisch gesehen muss diese Frage eindeutig bejaht werden. Und wenn das so ist, archetypisch gesprochen meine ich - was der individuelle Mensch, die individuelle Frau, daraus macht, das bleibt ihr vollständig überlassen - dann bedeutet es, dass eine Animus-betonte Frau, eine Frau mit Yang-Betonung spätestens ab der Lebensmitte ein enormes Defizit in sich verspüren wird, vor allen Dingen seelisch, emotional. Man kann auch sagen, sie verspürt dann eine gewisse Leere und Sinnlosigkeit, denn sie kann in dem bisherigen Verhalten, in ihrer bisherigen Lebensführung nicht mehr einen richtigen Sinn erkennen. Es fehlt dann irgendwie die emotionale, gefühlshafte Anbindung an das Leben.

Das Problem, was hier beschrieben wird, ist dann allerdings gleichzeitig mit einem zweiten Problem gekoppelt. Nämlich, dass auch bei einer Frau selbstverständlich eine bestimmte biologische Uhr tickt. Und die ist ab der Lebensmitte nicht mehr so einfach einstellbar, zum Beispiel auf das Erzeugen und Hervorbringen von Nachkommen. Eine Frau ab der Lebensmitte wird sich auch aufgrund der biologischen Gegebenheiten ihres Körpers die Frage stellen, ob es denn wirklich in Ordnung ist, beziehungsweise – sagen wir mal, mit 38, 40 oder gar sogar 45, je nachdem, wann das Problem erkannt wird oder die Frage gestellt wird – ob das dann überhaupt noch möglich ist.

Jeder Gynäkologe würde heutzutage, aber das ist auch sehr fragwürdig, sofort von einer sogenannten Risikoschwangerschaft sprechen. Aber logisch ist natürlich klar, dass immer der individuelle Fall betrachtet werden muss. Insofern würde man astrologisch nicht generell von einem Risiko sprechen, wenn eine Frau, die sagen wir mal über 35 Jahre alt ist, plötzlich auf die Idee kommt, ein Kind haben zu wollen. Hier sind die eigentlichen Motive für diesen Wunsch astrologisch interessant. Und wie gesagt, wenn dieser Wunsch bei einer Frau mit einer starken Yang-Betonung im mittleren Alter auftaucht, dann ist das im Grunde genommen eine Art Reaktion auf die entstandene emotionale, gefühlshafte Leere in ihr, beziehungsweise eine Reaktion auf ihre bisher verdrängte eigengeschlechtliche Seite.

Das ist dann eine Ausgangssituation - wenn man mit einem solchen Menschen, mit einer solchen Frau, in einer Beratung konfrontiert ist - die relativ schwierig ist. Und dann muss man eine sehr gründliche Analyse des Horoskops voraussetzen. Vor allen Dingen sei hier etwas vorgegriffen erwähnt, dass in diesem Zusammenhang, was die Schwierigkeit beim Horoskop einer solchen Frau angeht, die Mondkonstellationen des Horoskops ganz genau betrachtet werden müssen. In den allermeisten Fällen liegen da zusätzliche Schwierigkeiten vergraben. Sodass eine entsprechende Beratung sich dann auf den gesamten bisherigen Lebensverlauf bezieht und mit Sicherheit zu den schwierigeren gehören wird.

Yin-Typ

Wir können uns jetzt dem Yin-Typen zuwenden, der sich aus Erde- und Wasser-Anteilen zusammensetzt. Zunächst müssen wir davon ausgehen, dass dieser Yin-Typ als Gegentyp zum Yang-Typen, Feuer-Luft, im Prinzip all die Umkehr-Erscheinungen darstellt, die den Yang-Typen bisher ausgezeichnet haben. Das heißt der Yin-Typ wird auf jeden Fall eine enorme Tiefe, eine seelische und möglicherweise auch geistige Tiefe besitzen. Wobei das jetzt zunächst unabhängig vom entsprechenden Entwicklungsniveau gemeint ist. Diese Tiefe wird bedeuten, dass eine starke Beeindruckbarkeit vorliegt, was dann wiederum zur Folge hat - weil relativ viele und sehr intensive Eindrücke zu verarbeiten sind - dass auch eine gewisse Ernsthaftigkeit den Dingen des Lebens gegenüber vorzufinden ist. Das ist ein wesentlicher Unterschied, gerade auch diese Ernsthaftigkeit dem Leben gegenüber, die wir zum Yang-Typen sehen können. Man sollte nicht davon ausgehen, dass der Yang-Typ im Prinzip oberflächlich oder nicht ernsthaft ist. Aber es ist auf jeden Fall nicht so viel Bedächtigkeit beziehungsweise auf hohem Niveau auch nicht so viel Abgeklärtheit dem Leben gegenüber beim Yang-Typen vorhanden wie beim Yin-Typen.

Der Yin-Typ wird sich bemühen - ob das jetzt materiell oder seelisch gemeint ist, spielt hier gar keine Rolle - ein im weitesten Sinne sicheres Leben zu führen. Er ist sehr stark auf Selbstbewahrung und auf Erhaltung dessen, was er an Materiellem oder auch an Seelischem aufgebaut hat – Aufbau ist ein wichtiges Wort für den Yin-Typen - ist er sehr interessiert. Und er wird auch gegen eine Menge von Widerständen, weil er sehr belastbar ist, versuchen, das Aufgebaute zu verteidigen. Wenn eine Yin-Betonung überwertig vorliegt, dann steht eine sogenannte Konditionierung durch entsprechend materielle oder auch seelische Dinge so groß im Vordergrund, dass das gesamte Leben oder die Lebensführung abhängig wird von den materiellen oder den seelischen Umständen, in denen sich der Yin-Typ bewegt. Und Abhängigkeit ist sowieso eine Thematik, die den Yin-Typ – im Gegensatz zu den Yang-Typen – überhaupt nicht auszeichnet. Abhängigkeit ist hier immer bezogen auf Materielles oder auf Seelisches.

Problematischer Weise kommt noch hinzu, dass diese Abhängigkeit sehr häufig von unbewussten Faktoren ausgeht, dass also die Motive, die der Abhängigkeit zugrunde liegen, vom Yin-Typen nicht gesehen werden können. Das führt dann dazu, diese entsprechende Abhängigkeit, wenn sie denn nach oben im Verhalten aufsteigt, dass häufig ein depressiver Grundzug entsteht. Depression ist sicherlich bei den Yin-betonten Menschen, egal ob Männer oder Frauen, eine Lebenssituation, eine Verfassung, die sie zumindest ein- oder zweimal bereits kennen gelernt haben.

Die Frauen, die eine starke Yin-Betonung haben, sind in ihrem eigengeschlechtlichen Anteil stark ausgeprägt. Wir unterscheiden astrologisch, wie auch tiefenpsychologisch, zwei verschiedene Frauentypen, die der Yin-Typ hervorbringen kann. Einerseits sprechen wir von dem sogenannten mütterlichen Typ oder dem Muttertyp. Diese Frau sieht im Zentrum ihres Lebens das Kind. Sie ist, wenn man so will, in schweren Fällen, also in krankhaften, pathologisch übersteigerten Fällen, auf das Kind fixiert. Der Geliebten-Typ ist der zweite Typ, der aus dem Yin-Typen bei einer Frau hervorgehen kann. Und dieser Geliebten-Typ ist nicht auf das Kind, sondern auf den Mann oder auch auf Männer fixiert. Das heißt diese Frau ist etwas altmodisch formuliert hingabewillig, aber im Grunde genommen ist das aus der Sicht dieser Frauen häufig richtig gesagt. Sie dient nicht dem Kind, das wäre der Muttertyp, sondern sie dient dem Mann. In dem Sinne, dass sie als Geliebte an seiner Seite durchs Leben geht. Solche Frauen, egal ob Muttertyp oder Geliebten-Typ, sind immer in der Gefahr - aber das gilt letzten Endes in der anderen Variante auch für entsprechende Männer mit Yin-Betonung - dass sie ihre eigenen Ansprüche und Bedürfnisse zu lange schleifen lassen. Und dass sie im Grunde genommen nicht genau wissen, was sie wollen.

Das hat sicherlich letzten Endes auch mit einem oft vorzufindenden, relativ schlechten Selbstbewusstsein zu tun, was unabhängig vom Entwicklungsniveau bestehen kann. Dieses schlechte Selbstbewusstsein ist in sehr schwierigen Fällen letzten Endes auf eine meistens sehr schwierige Situation oder auf ein sehr schwieriges Verhältnis zur eigenen Mutter zurückzuführen. Wir sprechen da, und das tun die Tiefenpsychologen auch, von einem möglicherweise angelegten und mehr oder weniger stark ausgeprägten Mutter-Komplex, wobei man die Konstellation des Mondes, allen voran die Konstellation Mond-Saturn – aber dazu später mehr – besonders beachten muss. Der Mutter-Komplex führt in der Regel dazu, dass der entsprechende Mensch ein recht schlecht ausgeprägtes Selbstbewusstsein hat, in vielen Fällen kann man eigentlich gar nicht sagen, dass es überhaupt vorhanden ist. Das schlechte Selbstbewusstsein führt dann häufig zu Abhängigkeiten, in dem Sinne, als der Muttertyp auf das Kind und der Geliebten-Typ auf den Mann fixiert ist, beziehungsweise von diesen Menschen abhängig ist.

Für Männer kann gesagt werden, dass die ausgeprägten weiblichen Seelenanteile sicherlich in einem gewissen Sinne aus der Sicht des Männlichen zu einer Unselbstständigkeit führen, beziehungsweise auch zu einer Angst, erwachsen werden zu wollen. Die Yin-Betonung hat immer mit einer starken Beziehung zur Mutter zu tun, und damit mit einem unbewussten Wunsch, in der Vergangenheit zu leben oder zu bleiben. Damit also mit einem Wunsch, sich nicht weiterentwickeln zu wollen. Und wenn das bei Männern auftaucht, dann haben wir es oft mit solchen zu tun, die Unselbstständigkeit an den Tag legen, um möglichst lange ein Kind sein zu können, das nicht die Verantwortung des erwachsenen Lebens tragen muss. Generell ist es so – aber das werden wir später bei den Konstellationen noch genauer uns anschauen – dass bei Männern diese Yin-Betonung, und damit auch der mögliche Mutter-Komplex, schon auch ein bisschen komplexer, ich sage nicht „schwieriger“, weil es kommt auf den Einzelfall an, aber komplexer erscheint als bei Frauen.

Die Vermischung der problematischen weiblichen Anteile mit den gegengeschlechtlichen Anteilen des Männlichen beim Mann führt dazu, dass bei Männern eine enorme, tiefgehende und tiefsitzende, sitzenbleibende Irritation der Seele entsteht. Und weil Männer meinen, sich derartige Schwächen nicht leisten zu dürfen, gibt es eine ganze Reihe von wiederum sehr komplexen Kompensationsmechanismen, die ein Mann, der möglicherweise mit einem Mutter-Komplex ausgestattet ist, dann versucht an den Tag zu legen. Ebenso führen die verdrängten weiblichen Anteile gleichzeitig dazu, dass die männlichen Anteile, der Animus, nur kompensatorisch, wenn überhaupt, entwickelt werden. Das heißt meistens sind dann zusätzlich auch die männlichen Anteile nicht richtig entwickelt, weil das Weibliche hier in diesem Yin-betonten Mann einen ungeheuren Raum, auch im seelischen Sinne gemeint, einnimmt.

Deshalb sprechen wir auch von einer für Männer sogenannten geschlechtsunspezifischen Entwicklung. Das ist ein Begriff, der sich vielleicht ein bisschen geschraubt anhört, aber trotzdem relativ nützlich ist - vor allen Dingen auch bei späteren konkreten Konstellationen. Da gibt es öfter mal Konstellationen in Horoskopen von Menschen, die dazu führen, dass man sich in einem Sinne entwickelt, der der eigenen Geschlechtlichkeit, der Eigengeschlechtlichkeit, nicht entspricht. So wissen wir auch, dass Homosexualität, soweit sie angeboren ist und nicht aufgrund von abgeschauten Verhaltensweisen übernommen wird - also wenn es eine echte Homosexualität ist - dass die sehr, sehr häufig aufgrund der starken Yin-Betonung bei Männern auftauchen kann. Aber auch das will ich nicht weiter vertiefen im Moment, das ist auch ein äußerst komplexes Thema, das wir dann an gegebenen Stellen uns noch genauer betrachten werden.

Letztlich ist bei dem Mann mit einer Yin-Betonung noch wichtig zu sagen, dass er seine ungelebten männlichen Anteile, die ja kaum Raum in der Seele finden, logischerweise in die Außenwelt projizieren muss, weil er sie verdrängt hat. Dann kann es sehr wohl sein, dass ein solcher Mann das Prinzip des Männlichen verachtet, beziehungsweise sogar versucht es zu bekämpfen, allerdings dann nicht mit sehr martialischen Mitteln, sondern eher mit sanften Mitteln. Um es etwas neudeutsch auszudrücken: das sind dann Männer, die zum sogenannten Softie-Typen gehören. Das ist jetzt so eine Bezeichnung, die vor einigen Jahren mal so aufgetaucht ist. Das sind natürlich alles im Grunde genommen Eintagsfliegen, diese Bezeichnungen, weil sie kommen und gehen. Aber es ist halt ein Mann, ein Männertyp, unter dem man sich heutzutage etwas Gewisses vorstellen kann.

Der wird dann natürlich mit typisch männlichen Eigenschaften bei anderen Männern große Probleme haben. Möglicherweise, weil er das selber nicht an den Tag legen kann, wird er aus diesen Eigenschaften - das meine ich jetzt im Positiven wie im Negativen - versuchen, aus der Not eine Tugend zu machen. Und dann wird es sehr problematisch. Denn Fakt ist, dass die ungelebten Anteile, die ungelebten männlichen Anteile eines Yin-Mannes in die Außenwelt projiziert werden. Dort werden sie dann sozusagen als der eigene Schatten bekämpft. Generell sind männliche Eigenschaften an sich nicht schlecht, genauso wie weibliche Eigenschaften an sich nicht schlecht oder auch gut sind. Das kommt immer darauf an, was ein entsprechender Mensch, je nachdem was er für ein Geschlecht hat, daraus macht.

Luft-Erde-Typ

Nun werden wir uns dem Luft-Erde-Typen zuwenden, welcher astrologisch als der sogenannte rationale Typ bezeichnet wird. Luft und Erde ergibt zusammen eine Mischung, die relativ trocken ist. Man kann sich das als ausgetrocknete Erde vorstellen, wenn man so will, auch verdorrte Erde. Stellen Sie sich ein Flussbett vor - natürlich jetzt als Extrembild - das vollkommen ausgetrocknet ist und wo die Erde bereits ganz tiefe, faltige Risse aufweist, weil seit Jahren kein Regen mehr gefallen ist und das Wasser des ehemaligen Flusses schon lange, lange verdunstet ist. Dieser rationale Typ hat auf jeden Fall eine gewisse Trockenheit und Spröde an sich. Und das Wort „rational“ soll auch schon andeuten, dass es hier im Grunde genommen um einen Menschen geht, der im gewissen Sinne versucht, einerseits abstrakt, beziehungsweise begrifflich zu denken, was aus der Luft herrührt. Gleichzeitig aber auch den Anspruch hat, diese Gedanken, die er entwickeln kann, auf der praktischen Ebene mit einem effektiven Handeln in Verbindung zu bringen. Was wiederum aus dem Erdelement stammt.

Insofern ist dieser Mensch doch sehr stark mit seinen Gedanken und mit den Handlungen beschäftigt, die als Folge seines Denkens entstehen. Er wird in einem gewissen Sinne wissenschaftlich oder verwaltungstechnisch arbeiten. Er wird möglicherweise architektonisch ins Leben eingreifen wollen, was nicht zwangsläufig bedeuten muss, dass er Architekt ist. Das kann man sowieso nicht sagen, denn jeder Beruf kann von jeder beliebigen Art Horoskop ausgeübt werden. Es kommt in der Regel darauf an, wie man etwas tut, und nicht, was man tut. Man kann einfach davon ausgehen, dass der rationale Typ den sogenannten „modernen Menschen“ darstellt. Er stellt den modernen Menschen in dem Sinne dar, als heute in der Industriegesellschaft, in der wir leben, im Grunde genommen die Fähigkeiten des Denkens und Handelns und der entsprechenden Verbindung beider Fähigkeiten sehr stark gefordert und auch gefördert wird.

Mit diesem Menschen-Typus gibt es natürlich auch ein Problem. Was für den rationalen Typen im Grunde genommen auch das eklatanteste ist: ein Problem auf der emotionalen Ebene. Das Denkerische und das materiell Ausgerichtete hat mit dem Seelischen gar nichts zu tun. Insofern ist dann auch der emotionale Typ, der sich aus Feuer und Wasser zusammensetzt, der entsprechende Gegenpart. Die fehlende Emotionalität, oder man kann auch sagen, die unterentwickelte Emotionalität im Vergleich zum überentwickelten Rationalen, führt auch hier beim Rational-Typen dazu, dass das Leben irgendwie sehr in der Distanz erlebt wird. Es ist oft eine gewisse Distanziertheit festzustellen, die oft auch als eine Fähigkeit zum Vorausdenken in Erscheinung tritt. Und diese Distanziertheit dem Leben selbst gegenüber führt in schweren Fällen auch zu dem Gefühl, dass man abgeschnitten ist von den Wurzeln des Lebens. Trotz der entsprechenden Erdanteile, die der rationale Typ ja haben muss. Erdanteile bewirken aber lediglich die Sicherungstendenzen im materiellen Bereich und führen im Grunde genommen nicht dazu, dass man sich auf der emotionalen, also sprich auch seelischen, Ebene verankern konnte.

Diese fehlende Verankerung, die den modernen Menschen oft ausmacht, führt dann durchaus oft dazu, dass in schweren Fällen Kurzschlussreaktionen an den Tag gelegt werden, die zum rationalen Typus überhaupt nicht passen, so könnte man denken. Die dann aber in einem gewissen Sinne aufgrund der fehlenden inneren seelischen Stabilität auftauchen und dann im Bewusstsein zu Verhaltensformen zwingen, die den rationalen Typen selber erschrecken. Der rationale Typ ist im Grunde genommen ein bisschen blutleer, ein bisschen dürre geraten. Er kann aber, insbesondere wenn er - auch mit Hilfe der Mondkonstellation - seelische Anteile oder Anlagen nachentwickelt oder nachintegriert, wie man etwas geschraubt psychologisch sagen würde, ein durchaus glückliches Leben führen. Nur muss er sich um diesen Ausgleich nach unten ins Seelische, beziehungsweise auch in die Tiefe, bemühen. Denn sonst bleibt er schlicht und einfach nur in Luftschlössern stecken, beziehungsweise in materiellen Werten, die letzten Endes aber, das würde er mit zunehmenden Alter feststellen, doch nicht ausnahmslos glücklich machen.

 

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