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Astrologie-Fernkurs Astropolarity - Mischtypen 2

(Auszug aus dem Astrologie-Fernkurs Astropolarity von Peter-Johannes Hensel)

MISCHTYPEN 2

Wir werden jetzt im zweiten Teil die restlichen drei Mischtypen besprechen. Einerseits den emotionalen Typen, der sich aus Feuer und Wasser zusammensetzt. Anschließend den sogenannten bewertenden Typ, der sich aus Luft und Wasser zusammensetzt. Und abschließend den sogenannten wahrnehmenden Typ, der sich aus Feuer und Erde zusammensetzt.

Ich möchte am Anfang noch einmal daran erinnern, dass die Beschreibung der Mischtypen, vor allen Dingen der Mischtypen, im Grunde genommen als eine Denkanregung zu verstehen ist. Das heißt Sie sollten versuchen, im Laufe der Zeit in der Lage zu sein, sich aus der jeweiligen Beteiligung der Elemente, also beispielsweise beim emotionalen Typ der Beteiligung von Feuer und Wasser, selber ein entsprechendes Bild über den jeweiligen Typen zu machen. Denn das, was hier in den Lektionen gesagt werden kann, ist wie jede typologische Beschreibung auf keinen Fall vollständig. Das liegt vor allen Dingen daran, dass gerade bei den Mischtypen eine Kombination von zwei Elementen gegeben ist.

Wenn Sie sich bitte vergegenwärtigen, dass ein Element drei Tierkreiszeichen umfasst, zwei Elemente also sechs Tierkreisprinzipien umfassen, dann ist einer dieser entsprechenden Mischtypen im Grunde genommen stellvertretend für die Hälfte des gesamten Tierkreises, wenn man das als Tierkreiszeichen übertragen würde - was natürlich so direkt nicht geht. Ein entsprechender Mischtyp ist eine abstrakte Beschreibung eines sehr umfassenden Menschenbildes. In diesem Sinne möchte ich Sie bitten, die entsprechenden Ausführungen zu verstehen. Sie müssen vor allen Dingen die Mischtypen, je nach Horoskop, je nach Gesamthoroskop, das Sie später in einer umfassenden Weise verstehen können, versuchen zu interpretieren.

Es ist auf keinen Fall so, dass gerade die Mischtypen, da sie eine ungeheure Vielfalt an Anlagen in sich tragen, direkt und in einer sehr deutlichen ausgeprägten Weise im Horoskop ablesbar sind. Es gibt immer, gerade bei der großen Oberfläche, die ein Mischtyp sozusagen anbietet, eine ganze Reihe von Untertypen, die wir aber auch aufgrund von Zeitmangel innerhalb der Lektionen nicht besprechen können, denn das wäre ein fast unüberschaubares Thema. Auf der anderen Seite ist es auch nicht notwendig, weil uns das Horoskop neben der Elementenanalyse und den entsprechenden Ableitungen in die psychologische Typologie eine ganze Reihe von anderen Möglichkeiten bietet, auf Menschen inhaltlich richtig zu schlussfolgern.

Der emotionale Typ

Der emotionale Typ, der sich aus Feuer und Wasser zusammensetzt, ist nun jener, der mit ziemlicher Sicherheit, das kann man sagen, wohl der dramatischste Schauspieler auf der Lebensbühne von den sechs zu nennenden Mischtypen ist. Die Dramatik des emotionalen Typs - selbstverständlich auch herleitbar aus den beteiligten Elementen Feuer und Wasser, die einen großen energetischen Gegensatz darstellen - ergibt sich dadurch, dass hier zwischen einer starken Ichhaftigkeit, die durch das Feuerelement gegeben ist, und gleichzeitig auch einer starken Selbstlosigkeit, die durch das Wasserelement repräsentiert wird, eine ungeheure innere Spannung entsteht. Die vor allen Dingen, wenn der emotionale Typ wirklich sehr stark angelegt ist - also beide Elemente einen ganz großen Teil des Horoskops beinhalten - dass dann diese Spannung kaum ertragbar ist. Und dieser emotionale Typ in dem Sinne, wie es seinem Namen entspricht, sich dann im Verhalten deutlich in Erscheinung bringt. Das heißt die emotionale Komponente spielt eine so große Rolle im Leben, dass hier alles, was Vernunft oder Rationalität anbetrifft, kaum nachzuweisen ist.

In diesem Sinne wird ein emotionaler Typ erst handeln und dann denken - beziehungsweise man müsste etwas verfeinert sagen: er wird zunächst impulsiv handeln, sozusagen aus dem Instinkt heraus gesteuert, und dann denken - wenn er denn überhaupt gewillt ist, das zu tun. Ich sage das deshalb so, weil ein emotionaler Typ in der Regel unabhängig vom Intelligenzgrad oder Entwicklungsniveau, das er besitzt, im Grunde genommen etwas verächtlich auf Menschen blickt, die versuchen, das Leben in einer – aus seiner Sicht – nüchternen oder ernüchternden Weise zu betrachten. Ein emotionaler Typ würde sich, wenn er entscheiden müsste, sicherlich für ein kurzes, schnelles und intensives Leben entschieden, nicht für ein langes, in dem Sinne langsam verlaufendes und seichtes Leben. Nun, Sie können jetzt natürlich sagen, der Mittelweg ist der Richtige. Aber den Mittelweg, den können wir natürlich nur im Sinne eines Wunsches bei dem entsprechenden Horoskopeigner ausmachen, wenn tatsächlich eine sehr starke Ausgeglichenheit aller Elemente vorhanden ist. Das ja, wie Sie wissen, dazu führt, dass wir auf der typologischen Seite keine weiteren Aussagen machen können.

Leute, bei denen die Elemente sehr ausgeglichen angelegt sind, sind im Grunde genommen immer weder/noch. Typische Charakteristika des emotionalen Typen sind, was das instinktive Handeln angeht, einerseits eine recht ausgeprägte Impulsivität - also ein Gesteuertsein in trieb- und instinkthaften Bereichen der Psyche, die, wenn sie denn einmal in Bewegung geraten sind, nicht mehr steuerbar sind. Impulsivität in dem Sinne bedeutet auch, denn man muss das schon in diesem Sinne eher negativ bewerten, die Gefahr andere zu verletzen. Letzten Endes teilweise auch aus einem gewissen Rachebedürfnis heraus. Denn ein emotionaler Mensch fühlt sich selber in der Regel sehr stark und sehr schnell von anderen verletzt. Und er wird aufgrund der Tatsache, dass die Vernunft bei ihm im weitesten Sinne nicht sehr stark ausgeprägt ist, sich nicht großartig darüber Gedanken machen, ob er denn seinen, ich nenne es jetzt mal sehr drastisch, Rachefeldzug vielleicht doch noch stoppen sollte. Oder ob es bestimmte Argumente – mit diesem Wort weiß der emotionale Typ so rein gar nichts anzufangen – gäbe, um vielleicht seine geplante Handlungsweise zu stoppen.

Je nach Entwicklungsniveau kann man davon ausgehen, dass je niedriger es ist, wir es oft mit Menschen zu tun haben, die eine gewisse Hinterhältigkeit oder sogar Verschlagenheit an den Tag legen. Je niedriger das Entwicklungsniveau ist, desto primitiver werden die entsprechenden emotionalen Äußerungen eines entsprechenden Typs sein müssen. Und die Begriffe Rachsüchtigkeit oder auch Hinterhältigkeit legen dann - vor allen Dingen, wenn man sich den Begriff Hinterhältigkeit genauer anschaut - eine gewisse absichtliche Verstecktheit an den Tag. Und das ist eine menschliche Eigenschaft, die in der Regel von den meisten Menschen nicht besonders geachtet wird, sondern im Grunde genommen Ächtung findet. Dieses hinterhältige, verschlagene Moment – das muss man aus menschlicher Sicht sagen – was man leider bei emotionalen Typen auf niedrigem Entwicklungsniveau häufig vorfindet, stellt allerdings für diese Typen selbst kein großes Problem dar.

Sie müssen sich bitte versuchen zu vergegenwärtigen, dass der emotionale Typ der Gegentyp des Rationalen ist. Insofern werden Überlegungen, die letzten Endes darauf abzielen könnten, sich selbst infrage zu stellen, kaum bei einem Emotionaltyp möglich sein. Ein emotionaler Typ wird vor allen Dingen schon aufgrund des Feuer-Anteils im Horoskop in der Regel versuchen, das Ego - und je niedriger das Entwicklungsniveau ist, umso mehr tritt das in Erscheinung - in den Vordergrund zu bringen. Das bedeutet, dass er sich im Grunde genommen in einer extremen Subjektivität befindet, beziehungsweise dass das systematische Denken in dem Sinne unterentwickelt ist.

Des Weiteren sollte man davon ausgehen, dass der emotionale Typ, weil er eine gewisse innere Dramatik und Spannung in sich trägt, immer unter Hochdruck lebt. Was dazu führt, dass er so früh wie möglich lernen muss, um nicht vielleicht sogar körperlichen Schaden zu nehmen, sich zu entspannen. Das ist aber, wenn Sie das so hören und ein gewisses Bild von dem emotionalen Typen haben, aber natürlich viel, viel, viel leichter gesagt als getan. Ein emotionaler Typ weiß im Grunde genommen gar nicht was wirkliche Entspanntheit bedeutet. Und es kommt noch dazu, dass die starken Stimmungsschwankungen, denen er unterlegen ist, ganz wenig Kontinuität in seinem Leben zulassen. Insofern ein ständiges hin und her geworfen sein zwischen entsprechenden Konflikten - die vorhin ja als Konflikt zwischen Ichhaftigkeit und Selbstlosigkeit bezeichnet worden sind - dass er also in diesen Konflikten sozusagen aufgerieben wird.

Es ist unabhängig vom Entwicklungsniveau oder vom Intelligenzgrad ungeheuer schwer für einen emotionalen Typen, ein Leben zu führen, das als ruhig bezeichnet werden kann. Obwohl er sozusagen als Ausgleichswunsch die Ruhe als ein ganz besonderes Gut im Leben betrachtet, ist er trotzdem nicht in der Lage, Ruhe in sein Leben zu bringen. Wenn man einen emotionalen Typen auf sehr entwickeltem Niveau betrachtet, dann hat man häufig einen Menschen vor sich, der eine, sagen wir mal sehr menschlich-verständnisvolle Art an den Tag legt. Der durchaus gezeichnet ist durch das, was man Güte nennt - auch anderen Mitmenschen oder generell anderen Lebewesen gegenüber, ob das jetzt Tiere oder Pflanzen sind. Er wird ein Mensch sein, der mitten im Leben steht, der sich vom Leben antreiben lässt, der den Schmerz des Lebens, aber auch die Lust des Lebens kennt, und wenn er denn auf entsprechendem Entwicklungsniveau lebt, auch vor dem Schmerz und vor der Lust eine gewisse Achtung sich anerzogen oder erworben hat.

Diese Achtung vor dem Leben, das aus seiner Sicht aus Lust und Schmerz besteht, markiert eine bestimmte geistige und seelische Haltung, sich selber und anderen Lebewesen gegenüber, die dann doch recht hoch eingeschätzt werden muss. Denn aus dieser Achtung entsteht bei vielen emotionalen Typen ein enormes Bedürfnis, fremdes Leben, das eigene sicherlich auch, aber vor allen Dingen auch fremdes Leben zu schützen. Es gibt da so einen Beschützerinstinkt, der beim emotionalen Typen durchaus vorhanden ist. Das kommt aber wie gesagt in der tatsächlichen Bewertung, die man abgeben könnte, letzten Endes wirklich auf das Entwicklungsniveau des jeweiligen Menschen an.

Aber das sollte zum Schluss doch noch mal gesagt werden: dass die Achtung vor dem Leben aus der Sicht des emotionalen Typen im Grunde genommen aus einem ständigen Wechsel zwischen Lust und Schmerz besteht, also aus Leidenschaft wenn man so will, dass die Achtung vor dem Leben eine ganz wesentliche Komponente im emotionalen Leben darstellt.

Der bewertende Typ

Der vorletzte Typ ist der sogenannte bewertende Typ. Wie der Name schon sagt, obwohl ich zugebe, dass die Bezeichnung etwas schroff klingt, bewertet dieser Mensch ständig. Da er sich aus Luft und Wasser zusammensetzt haben wir hier zwei verschiedene Ebenen, auf denen die Bewertungen abgegeben werden. Auf der luftigen Ebene wäre es ein Bewerten im Sinne des Denkens. Dort lautet die Bewertung: Entweder richtig oder falsch. Auf der Wasser-Ebene wäre es eine Bewertung im Fühlen oder Empfinden. Und dort lautet das Urteil: Angenehm oder unangenehm. Aber in jedem Falle sind Luft und Wasser zwei Elemente, die ein Urteil fällen, also eine Bewertung abgeben.

Dieser damit verbundene Zwang zur Beurteilung des Lebens führt in der Regel dazu, dass der bewertende Typ eine sehr indirekte und verzögerte Reaktion den Lebensgeschehnissen gegenüber an den Tag legt. Er kann durchaus innerlich, in dem Sinne aber unsichtbar, sehr schnell reagieren, also sein Urteil abgeben. Aber man kann sich den bewertenden Typen als einen solchen vorstellen, der zwischen sich und dem Leben immer eine Pufferzone eingerichtet hat. Die verzögert sozusagen das Herandringen an ihn ein wenig, damit er in der Zeit, die ihm verbleibt, bevor das Leben auf ihn trifft, noch eine entsprechende Bewertung im Denken oder im Fühlen abgeben kann, je nachdem, was er bevorzugt - möglicherweise auch auf beiden Ebenen.

Es ist letzten Endes eine Indirektheit, eine Verlangsamung, die sich dem Leben gegenüber im Sinne der Reaktion einstellt. Zudem kommt dazu, dass wenn wir es hier mit Luft und Wasser zu tun haben, dass unser bewertender Typ im Grunde genommen zwischen dem Intellekt und dem Gefühl hin und her gerissen sein muss, denn beide Elemente sind in etwa gleichstark darin ausgeprägt. Wir können hier nicht sagen, dass das Menschen sind, die zum Beispiel im intellektuellen Bereich sehr entwickelt sind und im emotionalen Bereich verarmt sind – keinesfalls. Sonst würden wir ja von einem solchen Typen gar nicht sprechen können.

Aber weil beide Bereiche sehr stark angelegt sind und große Gegensätze darstellen, ist ein hin und her gerissen sein zwischen diesen beiden Lebensgründen im Grunde genommen unvermeidlich. Und das führt dazu, wenn man es positiv betrachten möchte, dass unser bewertender Typ in diesen beiden Lebensformen sich sehr gut auskennt und je nach Anfordernissen auch entsprechend reagieren kann, also entweder mit dem Intellekt oder mit dem Gefühl. Beispielsweise in einer Situation, wo er eine Entscheidung zu treffen hat, dann wird er je nach seiner entsprechend gemachten bisherigen Lebenserfahrung entweder aus dem Verstand, im Sinne einer Argumentation, oder aus dem Herzen heraus, im Sinne einer emotionalen Intuition, handeln und sich entscheiden. Wenn er denn auf entsprechendem Entwicklungsniveau lebt, dann natürlich auch richtig.

Es gibt diese Formulierung: Nichts Menschliches ist ihm fremd oder ist mir fremd. Das soll bedeuten, dass hier das Denken und das Fühlen als zwei wesentliche menschliche Seins-Formen vom bewertenden Typen umfasst werden und er sich in diesem Sinne in diesen extremen Bereichen gleichgut aufhalten kann. Das ist sicherlich ein Grund dafür, warum viele bewertende Typen in heilenden oder helfenden Berufen tätig sind. In dem Sinne, als sie sehr wohl in der Lage sind, einem anderen Menschen, der in Not ist, auch dann entsprechend adäquate Hilfe auf der jeweiligen Ebene anzubieten, die er wirklich braucht. Das sind solche Allround-Talente, die in der Lage sind, anderen Menschen wieder auf die entsprechende Bahn zurückzubringen. Und insofern haben sie für das beratende oder heilende Gewerbe, wenn man so will, eine sehr gute Anlagestruktur mitbekommen. Was zudem auch noch dadurch unterstützt wird, dass sie sich sowohl im Denken, wie auch im Fühlen, für den anderen, also für das „du“, sehr, sehr interessieren.

Bewertende Typen sind meistens mehr mit den Belangen anderer Menschen als mit ihren eigenen Belangen beschäftigt. Im negativen Sinne kann es aber passieren, dass wenn sie sowohl im Denken, wie auch im Fühlen, so weit ausgeformt und ausgeprägt sind, dass sie dann Signale wahrnehmen, die für andere gar nicht wahrnehmbar sind, die möglicherweise auch eine gewisse Übertreibung darstellen. Deshalb kann man sagen, dass es zum Teil auch eine psychische oder auch natürlich im körperlichen Sinne physische Hypochondrie gibt. Der bewertende Typ ist im Grunde genommen häufig mit einer relativ starken Sensibilität ausgestattet, der hat sozusagen Tausende von Antennen ins Leben aufgestellt und ausgerichtet. Und bei der kleinsten Unebenheit schlägt dann das Seismometer aus und es ist sozusagen Alarm angesagt.

In schweren Fällen sollten Sie bitte bei dem bewertenden Typen davon ausgehen, dass die hypochondrische Neigung, die er hat, dazu führen kann, dass er sogar fast lebensuntauglich wird. Weil er sich vor Angst kaum noch zu bewegen traut, weil sowie er eine Bewegung ausführt, würde es eine bestimmte seelische oder geistige Reaktion auslösen und ein entsprechendes Problem würde seelisch oder geistig erkannt werden. Und wenn er das Bedürfnis hat, Probleme zu vermeiden - dafür gibt es auch ganz klare, ausgeprägte astrologische Konstellationen im Horoskop - dann ist er im Grunde genommen lebensuntauglich und wird vor lauter Vorsicht keinen Fuß mehr vor die Tür setzen, um ins Leben hinauszugehen. Der verweilt dann sozusagen in Ängstlichkeit, und der Puffer, der zwischen ihm und dem Leben aufgebaut ist, von dem vorhin die Rede war, wird immer größer, immer größer. Insofern kann ein bewertender Typ in schweren Fällen durchaus in Isolation dem Leben gegenüber geraten. Dann ist natürlich ein akutes Problem vorhanden, das in irgendeiner Form fremder Hilfe bedarf.

Der wahrnehmende Typ

Als letzten der Mischtypen betrachten wir den wahrnehmenden Typen, der sich aus Feuer und Erde zusammensetzt. Dieser stellt den entsprechenden Gegentypen zum Bewertenden dar. Insofern wird er diesen besagten Puffer zwischen sich und dem Leben überhaupt nicht kennen, sondern er ist in dem Sinne jemand, der ganz direkt, und wenn man so will, auch spontan auf die Geschehnisse seiner Umwelt reagiert. Beziehungsweise ungeachtet entsprechender Folgen - fast im Sinne eines gewissen draufgängerischen Momentes - auf das Leben eingeht. Er wird meistens die entsprechenden Situationen, da sie ungefiltert an ihn herankommen, nicht wirklich durchdenken und nicht wirklich erleben können. Er wird aber dennoch, bevor er genau weiß womit er es zu tun hat, versuchen zu reagieren.

Ich sage immer ganz gerne, es ist ein sogenannter Dampfwalzentyp, der versucht, zunächst mal überhaupt eine entsprechende Handlung und Reaktion an den Tag zu legen. Um dann im Nachhinein möglicherweise aber auch die Scherben zusammen zu kehren, beziehungsweise Reue zu zeigen oder eine Korrektur vorzunehmen. Denn diese spontane und direkte Reaktion ist natürlich nicht immer die beste. Die erste Reaktion ist generell nicht immer die beste. Es wird aber vor allen Dingen auf höherem Entwicklungsniveau, was man beim Feuerelement immer betrachten muss, notwendig sein, dass eine gewisse, sagen wir mal, Bedächtigkeit und eine gewisse Abgeklärtheit sich im Laufe des Lebens beim wahrnehmenden Typen breitmacht. Denn ansonsten wird er sich möglicherweise mal selbst aus Versehen von der Brücke stürzen, ohne das wirklich absichtlich tun zu wollen.

Viele wahrnehmende Typen sind einfach aufgrund ihrer überschäumenden und unreflektierten Reaktion oft in sehr misslichen Situationen und müssen dann versuchen, im Nachhinein den Schaden, so gut es halt geht, zu begrenzen. Andererseits muss natürlich nicht immer Schaden angerichtet werden, das ist selbstverständlich. Insofern kann man davon ausgehen, dass ein wahrnehmender Typ im Grunde genommen eine extreme Produktivität an den Tag legt, auch im positiven Sinne. Er hat dann das, was man die sogenannte Macher-Philosophie nennt. Und er ist dann durchaus in der Lage, Aufgaben zu übernehmen, zu denen anderen eventuell der Mut fehlt, beziehungsweise Aufgaben zu übernehmen, die im Grunde genommen große Anforderungen an die Vitalität und die Widerstandsfähigkeit stellen. Wenn denn der Rest des Horoskops derartiges erlaubt, dann ist die Vitalität und Widerstandsfähigkeit hier bei dem wahrnehmenden Typen in der Regel relativ überdurchschnittlich ausgeprägt.

Eine gewisse Problematik ergibt sich zudem auf der zwischenmenschlichen Ebene, denn die meisten wahrnehmenden Typen sind aufgrund einer relativ starken Ego-Bezogenheit und aufgrund des Wunsches nach Produktivität oder Effektivität eher als Einzelgänger glücklicher, denn in einer vor allen Dingen langjährigen Beziehung. Sie wollen, wenn man so will, den Herausforderungen immer begegnen können, und das meinen sie besser tun zu können, wenn sie unabhängig, das heißt nicht in einer Beziehung eingebunden sind. Das Einzelgängerische hat hier nichts zu tun mit einem Wunsch nach Isolation oder gar etwas Eigenbrödlerischem, sondern es ist einfach nur das Bedürfnis, also Ausdruck des Bedürfnisses, handlungsfähig zu sein und jederzeit direkt auf die äußere Welt reagieren zu können. Einzelgänger – dafür gibt es viele Gründe, das sein zu wollen oder sein zu müssen oder geworden zu sein. Aber hier ist es ein Wunsch nach einer gewissen Unabhängigkeit und Produktivität.

Man möchte sich schlicht und einfach als wahrnehmender Typ nicht über Gebühren im Leben einschränken lassen. Weil unser wahrnehmender Typ relativ ausgeprägt mit der äußeren Welt beschäftigt ist, muss er lernen, sich den inneren Welten, den subtileren Ebenen des Lebens, zuzuwenden, was ihm allerdings relativ schwerfällt, wie Sie sich vorstellen können. Man kann auch sagen, dass im Sinne von C. G. Jung, der ja Extraversion und Introversion benannt hat, der wahrnehmende Typ 100-prozentig extravertiert eingestellt ist. Und gemäß der tiefenpsychologischen Regel, dass ein Mensch - und zwar unabhängig von dem jeweiligen Typen, den er zunächst darstellt - in der ersten Lebenshälfte eher extravertiert und in der zweiten Lebenshälfte eher introvertiert ist, könnte man hier für den wahrnehmenden Typen sicherlich ableiten, dass die Extraversion in der ersten Lebenshälfte gelebt werden sollte. Man würde ihm also sozusagen etwas Fürchterliches antun, wenn man versuchen würde oder wenn er selber versuchen würde, das umzubiegen.

Aber in der zweiten Lebenshälfte ist auf jeden Fall eine Umkehr in die innere Welt, also ein Rückzug aus der äußeren Welt und den entsprechenden Herausforderungen, langfristig angesagt. Wenn der wahrnehmende Typ das nicht tut, wenn er also in den Belangen der äußeren Welt hängenbleibt, dann wird er feststellen müssen, dass die Herausforderungen, vor allen Dingen auch mit zunehmendem Alter, immer weniger werden. Und dass dann, weil er eben keine Herausforderungen mehr vorfindet, sich eine gewisse Unzufriedenheit breitmachen wird, die dann aber wiederum nicht in Einklang steht mit dem hohen Energiepotenzial, was er immer noch in sich trägt. Das heißt die Energie kann dann nicht mehr richtig abfließen. Und – ja, was nun?

In der Regel werden die Leute dann krank. Es gibt dann entsprechende typische Erkrankungsformen, also beispielsweise Rheuma oder Gicht, das sind so typische Erkrankungsformen von wahrnehmenden Typen, die dann anzeigen, dass es kein Ventil gibt, wohin die Energie, die dann sehr gestaut ist, abfließen kann. So würde also nur helfen, dass sich ein solcher Mensch auf die inneren Welten beginnt zu konzentrieren und dorthin seine Energie, die immer noch in geballter Kraft vorhanden ist, ableiten kann. Wenn er das nicht tut, dann kann man sicherlich davon ausgehen, dass er relativ schnell erkranken wird, zum Beispiel mit Rheuma oder auch mit Herzerkrankungen. Das sind dann die üblichen Dinge, aber das werden wir uns später bei der astrologischen Medizin, beziehungsweise bei astrologischen Konstellationen, die etwas von dem wahrnehmenden Typen beinhalten, noch genauer anschauen.

 

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