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Astrologie-Fernkurs Astropolarity - Quadrantenlehre

(Auszug aus dem Astrologie-Fernkurs Astropolarity von Peter-Johannes Hensel)

Quadrantenlehre

Das Geburtsbild ist in 4 Viertel – die sog. Quadranten – unterteilt, welche den grundsätzlichen menschlichen Seinsebenen Körper, Seele, Geist und Transzendenz entsprechen. Sie lernen in diesem Ausbildungsabschnitt, diese 4 Ebenen zu unterscheiden und zu erkennen, auf welcher Ebene der jew. Mensch vorrangig lebt. Zudem werden Bezüge von den Quadranten zur Typologie von Fritz Riemann hergestellt, der ähnlich C.G. Jung den Schizoiden, den Zwanghaften, den Depressiven und den Hysteriker als Grundmuster im Menschen erkannt hatte.

FRÜHKINDLICHE ENTWICKLUNG

Wir beschäftigen uns nun mit der zweiten großen Säule oder mit dem zweiten großen Standbein, das in der Astrologie Einzug gehalten hat, nämlich den Quadranten. Die vier Elemente stellen das erste Standbein dar. Und genauso wie es vier Elemente gibt, sprechen wir auch von vier Quadranten. Diese vier Quadranten ergeben sich im Horoskop dadurch, dass die beiden großen Hauptachsen, der Aszendent und der Medium Coeli, den Horoskop-Kreis bzw. den Tierkreis in vier Viertel teilen. Nun ist es allerdings nur in bestimmten Teilen vergleichbar mit den Elementen. Denn Sie wissen ja, dass wir mit vier Elementen arbeiten und diese vier Elemente auf zwölf Tierkreiszeichen übertragen können. Das heißt innerhalb jedes einzelnen Elementes sind drei Tierkreisprinzipien enthalten - wenn man so will, drei gleichgroße Räume. Die astrologischen Quadranten - die sich aufgrund der Achsen ergeben, die wiederum mit der Geburtszeit und dem Ort korrelieren - ergeben keine gleichgroßen Räume, jedenfalls in 99,9 Prozent aller Fälle. Denn die Achsen, der Aszendent und auch der MC, stellen nicht nur rein astrologische Größen dar, sondern sie stellen zum Beispiel auch geografische Größen dar. In dem Sinne, als der Aszendent beispielsweise die Blickrichtung nach Osten vom Geburtsort aus ist, und der MC die Senkrechte vom Geburtsort aus in den Himmel hinauf.

Insofern muss man der Tatsache Rechnung tragen, dass die Erde, wie jeder weiß, zwar keine Scheibe ist, sondern eine Kugel - aber auch das ist nicht ganz richtig, denn diese Kugel ist an den Polkappen, am Nordpol und gen Südpol hin, abgeflacht. Es gibt diese sogenannte Abflachung der Polkappen. Und daher ist die Erde nicht wirklich eine kreisrunde Kugel, sondern eben eine Kugel, die an den beiden gegenüberliegenden Enden abgeflacht ist. Und diese Abflachung der Polkappen führt dazu, dass die jeweilige Blickrichtung nach Osten von einem bestimmten Ort aus, und die 90-Grad-Senkrechte von diesem Ort nach oben in den Raum verlängert aus, fast niemals dazu führt, dass beide Achsen senkrecht aufeinander stehen, also in einem 90-Grad-Winkel. Was dann im Horoskop-Kreis bedeuten würde, dass die beiden Achsen Aszendent und MC tatsächlich auch in einem exakten 90-Grad-Winkel, in einem rechten Winkel zueinander stehen.

So etwas kommt eigentlich direkt nicht vor. Genauso wie es auch unmöglich ist, dass die Geburtszeit eines Menschen auf die Sekunde genau festgelegt werden kann. Es gibt immer gewisse Ungenauigkeiten, die sind allerdings hier rein rechnerisch relativ erheblich, was die Abweichung vom 90-Grad-Winkel angeht. Aber um inhaltlich mit einem Horoskop astrologisch richtig arbeiten zu können, ist das vollkommen unwichtig. Sie werden sicherlich schon festgestellt haben, dass wenn Sie einige der von Ihnen erstellten Horoskope betrachten, die Quadranten aufgrund der Schrägstellung der Achsen zueinander immer in einer sehr unterschiedlichen Art und Weise ausgeprägt sind. Wobei natürlich klar ist, dass die sich jeweils gegenüberliegenden Quadranten immer die gleiche Größe aufweisen müssen.

Der Aszendent, das heißt der auf den Horoskop-Kreis bezogen in der Waagerechten links liegende Punkt, eröffnet gegen den Uhrzeigersinn – bitte merken Sie sich das, gegen den Uhrzeigersinn – den ersten Quadranten. Der erste Quadrant schließt sich also nach unten abfallend unterhalb des Aszendenten an. Der zweite Quadrant gegen den Uhrzeigersinn folgt und liegt sozusagen auf der rechten Hälfte des Horoskops unterhalb des Horizontes. Der dritte Quadrant liegt ebenfalls auf der rechten Hälfte des Horoskops, aber bereits oberhalb des Horizontes. Und der vierte Quadrant liegt wiederum auf der linken Hälfte auch oberhalb des Horizontes. Insofern schließen sich die vier Quadranten, zumindest in ihrer rechnerischen Ablauffolge, vom Aszendenten gegen den Uhrzeigersinn nach unten hin jeweils aneinander an.

Diese vier Quadranten kann man astrologisch auf eine sehr unterschiedliche Art und Weise begutachten. Man kann die vier Quadranten als Seins-Ebenen, als Daseinsformen bezeichnen, in denen alles existiert, was lebendig ist. Je nachdem wie stark die Quadranten ausgeprägt sind, dann auch mit unterschiedlicher Ausprägung dieser jeweiligen Lebensebenen. Die Griechen haben hier von Lebens- oder Seins-Ebenen gesprochen, und wir werden uns diese entsprechenden sogenannten Kausalitäten, derer es bei den Griechen auch vier gab, noch genauer angucken. Denn das was die Griechen über diese sogenannten Kausalitäten, über die Grundformen des Lebens, gesagt haben, das ist sehr wohl übertragbar auf die astrologischen Denkweisen, die mit den Quadranten in Verbindung stehen.

Des Weiteren sind die Quadranten ebenso wie die Elemente hervorragend geeignet, um eine bestimmte psychologische Typologie aufzubauen. Diese Typologie geht auf den Tiefenpsychologen und Analytiker Fritz Riemann zurück - die sogenannten Charaktertypen nach Riemann – und ist sehr schlüssig in die vier Quadranten einzuordnen. Und damit werden wir uns innerhalb der Quadrantenlehre auch beschäftigen müssen.

Bevor wir derartige Dinge tun, soll in Anlehnung an die tiefenpsychologische Deutung, die daraus ableitbar sein wird, gesagt werden, dass die vier Quadranten einerseits eine ganz spezielle Ablauffolge haben. Andererseits weisen sie auch eine bestimmte Analogie, nicht nur in der zeitlichen Ablauffolge, sondern auch in der inhaltlichen Ablauffolge zur Entwicklung des Kleinkindes auf. Es gibt heutzutage relativ weitgehende kinderpsychologische Erkenntnisse. Weitgehend sage ich deshalb, weil die nicht nur erkenntnistheoretische Aussagen beinhalten, sondern bereits sogar mit tiefenpsychologischen Methoden untersucht worden sind. Und so kann man heute mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass ein Kind in den ersten sieben Lebensjahren eine sehr wesentliche Zeit durchlebt.

In den ersten sieben Jahren eines Kindes, eines Menschen, entstehen die ganz wesentlichen Prägungen. Diese Prägungen ergeben sich im Laufe des Lebens später dann im Grunde genommen nicht vollkommen neu, sondern stellen sich nur in Wellen von Wiederholungen in jeweils neuen Formen dar. Die eigentlichen Inhalte, die ein Mensch in sich trägt, und die es unter anderem auch zu erleben gilt, die werden in den ersten sieben Lebensjahren sozusagen als ein universeller, aber auch individueller Film abgespult. Und innerhalb dieser jeweiligen Ablauffolge, die unterschiedlich dicht sein kann, hat jeder Mensch dann die Möglichkeit, seine Anlagen mehr oder weniger bewusst - im Kleinkindalter natürlich eher unbewusst - zu erleben.

Wenn Sie über Quadranten in Zukunft nachdenken, ist es wesentlich, sich von dem Gedanken zu verabschieden, dass die inhaltliche Ablauffolge der Quadranten der rein rechnerischen Ablauffolge entspricht. Was bedeutet, weil die rechnerische Ablauffolge 1-2-3-4 lautet, die inhaltliche Ablauffolge dieser rechnerischen nicht folgen kann. Die inhaltliche Ablauffolge lautet 1-3-2-4. Das mag Sie vielleicht im Moment etwas verwirren, insbesondere wenn Sie davon so noch nichts weiter gehört haben. Aber es ist sehr wichtig, dass Sie immer wieder versuchen, sich diese inhaltliche zwingende Ablauffolge im Laufe der nächsten Monate oder gar Jahre zu vergegenwärtigen. Denn sämtliche Lebensabläufe sind auf diesen inhaltlichen Ablauf zugeschnitten.

Wenn Sie sich einen Automotor vorstellen, der vier Zylinder hat, dann haben Sie vielleicht schon gehört, dass die sogenannte Zündfolge der einzelnen Zylinder durch die Zündkerzen auch nicht 1-2-3-4 ist, sondern in verschiedener Art und Weise umgekehrt werden kann - beziehungsweise soll - was letzten Endes dazu führt, dass die Leistungsfähigkeit des Motors und auch die Laufweise positiv beeinflusst werden. Wenn die vier Zylinder und Kolben eines Motors in der Ablauffolge von 1-2-3-4, 1-2-3-4, 1-2-3-4 zünden würden, dann würde das bedeuten, dass der Motor ständig durch die Massenkräfte von links nach rechts hin und her schaukelt. Und er würde fürchterlich stark vibrieren, und in dem Motor selber würden Schwingungen auftauchen, die dann dazu führen würden, dass das ganze System im Grunde genommen aus den Fugen gerät. Die Ablauffolge 1-3-2-4 führt in der Regel dazu, dass der Motor - das funktioniert in diesem Beispiel nur bei einem Vierzylindermotor - sehr ruhig läuft und sozusagen in sich selber einen Ausgleich hält.

Das ist zugegebenermaßen ein relativ plumpes Beispiel. Aber es zeigt, dass diese Ablauffolge tatsächlich in der Realität oder in materieller Form einen Sinn ergibt und sich dort auch wiederfindet. Wenn wir jetzt über die astrologischen Quadranten im Sinne der Ablauffolge sprechen, dann tun wir das zunächst in dem Sinne, als wir versuchen, die ersten sieben Lebensjahre eines Menschen auf diese vier Quadranten zeitlich zu verteilen. Und danach machen wir uns Gedanken, in welcher qualitativen Situation ein Mensch im 1., 2., 3., 4., 5., 6. und 7. Lebensjahr sich befindet. Es geht also jetzt darum, die sieben Lebensjahre auf vier Quadranten zu unterteilen und sich zu überlegen, was in diesen Quadranten, sprich in den zugewiesenen Jahren, an hauptsächlichen Prägungen zu erwarten ist.

1. Quadrant

Beginnen wir mit dem ersten Quadranten. Bevor wir uns das genauer angucken, sei auf jeden Fall noch gesagt, dass die entsprechenden kinderpsychologischen und tiefenpsychologischen Erkenntnisse heute als gesichert gelten. Und dass die Übertragung derartiger psychologischer Erkenntnisse auf das Horoskop auch heutzutage kein Problem mehr darstellt. Das heißt, das was jetzt hier gesagt wird, stellt innerhalb der Astrologie ein gesichertes Grundwissen dar - natürlich immer vorausgesetzt, dass die entsprechenden Astrologen überhaupt von derartigen Vorgehensweisen Kenntnis erlangt haben. Denn es gibt viele Astrologen, die von dem, was wir hier in unseren Lektionen besprechen, so noch nichts gehört haben. Zum Beispiel, weil sie in einer sehr klassisch-eingeschränkten Form astrologisch arbeiten. Aber über dieses Stadium sind wir hinaus und können uns deshalb weitergehenden Überlegungen zuwenden.

Der erste Quadrant beinhaltet einen Zeitabschnitt, der übertragbar ist auf das allererste Lebensjahr. Ganz einfach gesagt: Der erste Quadrant entspricht dem ersten Lebensjahr. Und dieses erste Lebensjahr ist in der kinderpsychologischen Sprache vergleichbar mit der sogenannten Subjektstufe eines Menschen. In der Subjektstufe ist das Kind noch nicht in der Lage, sich selbst als eigenständiges Wesen wahrzunehmen, sondern mehr oder weniger in einer – in dem Sinne also subjektiven – Wahrnehmung mit der Mutter gefangen. „Gefangen“ hört sich jetzt negativ an, ist aber gar nicht so gemeint. Denn es soll nichts weiter bedeuten, als dass das Kind noch nicht zwischen sich und der Mutter unterscheiden kann. Das heißt die Mutter im Grunde genommen als einen Teil der eigenen Persönlichkeit, der eigenen Person wahrnimmt. Das Kind kann also nicht unterscheiden zwischen sich und der Mutter, ist deshalb logischerweise nicht in der Lage, sich selbst als eigenständiges Wesen im einfachsten und primitivsten Sinne wahrzunehmen.

In diesem ersten Lebensjahr geht es hauptsächlich um zwei Grundbedürfnisse, nämlich um Nahrung und Wärme. Nahrung wird hier sichergestellt im allerbesten Falle, so würde sich ein jedes Kind das wünschen, über das gestillt werden an der Mutterbrust. Und wenn das dann im normalen Maße sichergestellt werden kann, kann man sagen, wird es dem Kind, wenn es denn auch noch seelisch mit Liebe versorgt wird, an nichts fehlen.

Diese vor allen Dingen große Wichtigkeit der Stillphase, der Stillsituation hat dann auch dazu geführt, dass die Kinderpsychologen und die Tiefenpsychologen diese Phase als die sogenannte „orale Phase“ bezeichnet haben. Das erste Lebensjahr ist die Subjektstufe und ist die sogenannte orale Phase, die ein Mensch durchläuft. In der oralen Phase ist das Allerwesentlichste das gestillt werden, also das Aufnehmen von Nahrung, um das körperliche Überleben zu sichern. Hier geht es noch nicht um geistige oder seelische Vorgänge, jedenfalls nicht im Sinne des Ablaufes der Entwicklungsphasen eines kleinen Kindes. Denn wie gesagt ist das Kind hier noch nicht in der Lage, zwischen sich und der Mutter, zum Beispiel im geistigen oder seelischen Sinne, zu unterscheiden. Sondern aus der Sicht des neugeborenen Kindes besteht die Welt nur aus einem einzigen Wesen, und das heißt Mutter-Kind.

Wenn hier die Rede ist von entsprechenden Zeitabschnitten - also ganz grob gesagt: das erste Lebensjahr gleich der erste Quadrant - dann müssen Sie aber bitte davon ausgehen, dass sich in einem individuellen Fall diese zeitlichen Grenzen enorm verschieben können. Es gibt Kinder, die aus der sogenannten Subjektstufe bereits nach sechs, sieben Monaten heraus sind. Und es gibt auf der anderen Seite Kinder, die noch nach 18 oder 20 Monaten in der Subjektstufe stehen. Das sind zunächst keine qualitativen Unterschiede, nach dem Motto, je schneller das geht, umso weiter ist das Kind entwickelt. So einfach ist es leider nicht. Das hat ganz viele verschiedene Ursachen, warum Menschen sich im Kleinkindalter, und zum Beispiel nur in bestimmten Phasen dieser Zeit, unterschiedlich schnell entwickeln. Kinder, die am Anfang sich sehr schnell aus der Subjektstufe in die sogenannte Objektstufe entwickeln, die können danach plötzlich einen Entwicklungsstillstand einleiten. Es gibt da ganz viele Möglichkeiten, wie man diese sieben Jahre durchmisst. Allein die Schnelligkeit der Ablauffolge hat nichts damit zu tun, dass man deshalb vom Entwicklungsniveau her oder allgemein mit positiveren Merkmalen ausgestattet ist.

3. Quadrant

Im Sinne der inhaltlichen Ablauffolge taucht nach dem ersten Quadranten nicht der zweite Quadrant, sondern der dritte Quadrant auf. Und der dritte Quadrant betrifft das zweite Lebensjahr. Sie sehen, dass der erste und der dritte Quadrant jeweils einen Zeitraum von einem Jahr ausmachen und können daraus ableiten, dass der zweite Quadrant und der vierte Quadrant im Grunde genommen größere Zeiträume ausmachen werden. Zurück zum dritten Quadranten, der jetzt an zweiter Stelle steht. Dieses zweite Lebensjahr ist vergleichbar mit der sogenannten Objektstufe, von der die Kinderpsychologie spricht. In dieser Objektstufe ist das Kind erstmals in der Lage, zwischen sich und der Mutter zu unterscheiden. Das heißt dadurch wird dem Kind zunächst eine gewisse Bewusstheit über sich selbst möglich, und das Kind erkennt, dass es ein sogenanntes „du“ gibt. Das hat auch etwas damit zu tun, dass jetzt Projektionsmechanismen im starken Umfange einsetzen, das ist vollkommen normal.

Projiziert werden kann nur dann, wenn in der Außenwelt ein entsprechender Projektionsträger unbewusst erkannt wird. Genau das kann jetzt hier geschehen, denn das Kind ist in der Lage, sich selbst als einen - sagen wir mal jetzt, auch ruhig noch in Anführungsstricheln, aber trotzdem inhaltlich richtig - als ein „eigenständiges Wesen“ zu erkennen. Und nur dadurch wird es möglich, dass das Kind zwischen sich und der Mutter, die immer noch die wesentlichste Bezugsperson bisher gewesen ist, unterscheiden kann. Dieses zweite Lebensjahr wird in der Kinderpsychologie die sogenannte spätorale Phase genannt, in der vor allen Dingen das Abstillen im Vordergrund steht. Wenn es hier Schwierigkeiten gibt im Sinne einer zu frühen oder zu späten Abstillung, dann hat das entsprechende Auswirkungen auf die Psyche des Kindes, die von den Tiefenpsychologen in der Regel als äußerst wichtig und eklatant, zum Teil sogar als traumatisch angesehen werden kann.

Dieses zweite Lebensjahr führt auch dazu, dass der Vater, das heißt das sich - aus der kindlichen unbewussten Sicht - die männlichen Anteile der Psyche des Kindes langsam in den Vordergrund drängen. Denn im ersten Lebensjahr war hauptsächlich die Mutter die wesentlichste Bezugsperson gewesen. Aber im zweiten Lebensjahr, so sagt man, auch hier wieder natürlich ganz grob gerechnet - plus/minus vieler Monate im individuellen Fall - dass der Vater sich jetzt in der Wahrnehmung des Kindes langsam beginnt in den Vordergrund zu schieben. Das heißt nicht, dass er deshalb wichtiger wird als die Mutter, aber er wird in den normalen Fällen eine gleichrangige Position im Interesse des Kindes einnehmen.

2. Quadrant

Der folgende zweite Quadrant, also der nach dem dritten Quadranten folgende zweite Quadrant, beinhaltet die Lebensjahre 3 und 4. Sie sehen also, dass der zweite Quadrant bereits einen Zeitraum von zwei Jahren beinhaltet. Das 3. und 4. Lebensjahr ist in der Regel, zumindest aus kinderpsychologischer Sicht, hauptsächlich geprägt durch die sogenannte Sauberkeitserziehung. Das heißt die Frage, wann geht das Kind auf den Topf und was passiert, wenn es das getan hat. Wie reagieren die Eltern? Tun sie es in einer richtigen oder tun sie es in einer eher falschen Weise? Und wenn hier in dieser Zeit, vor allen Dingen was diese Sauberkeitserziehung angeht, von Seiten der Eltern Fehler gemacht werden – und das kommt sehr, sehr häufig auch heute noch vor – dann gibt es entsprechende traumatische Erlebnisse für das Kind, die dann relativ prägend sind und die dann zu einem bestimmten psychologischen Typen führen können, der dann in pathologischer Form vorliegt. Aber dazu später mehr, wenn wir uns die einzelnen psychologischen Typen anschauen. Diese Phase wird von den Kinderpsychologen als die sogenannte „anale Phase“ bezeichnet und dauert, wie gesagt, in etwa zwei Jahre.

4. Quadrant

Danach springen wir astrologisch gesehen in den vierten Quadranten. Der vierte Quadrant stellt die Lebensjahre 5, 6 und 7 dar. In diesen drei Jahren, die dann mehr oder weniger frei auslaufen, ist das Kind vor allen Dingen dadurch gekennzeichnet, dass es beginnt, mehr oder weniger umfangreich soziale Kontakte zu schließen. Beziehungsweise dass zumindest potenziell die Möglichkeit dazu gegeben ist, das zu tun. Das ist natürlich in jedem Einzelfalle anders, bleibt aber jetzt im Moment unberücksichtigt, weil wir uns das erst mal allgemein anschauen wollen. In diesem 5., 6., 7. Lebensjahr, wo sich beispielsweise der Kindergarten in einem besonderen Maße in den Vordergrund drängt, dann Vorschule und auch Einschulung, wird das Kind sozusagen in die Welt hinaus gelassen und erlebt sich selber als immer eigenständiger und freier. Jedenfalls in Relation zu den Situationen, die das Kind in den vergangenen vier Jahren erlebt hat.

Diese Phase wird die sogenannte „ödipale Phase“ genannt. Ein Begriff, der auf Freud zurückgeht und dort den sogenannten „Ödipuskomplex“ markiert, der in manchen Menschen angelegt ist. Dieser Ödipuskomplex, der die männliche Form eines bestimmten psychologischen Problems darstellt, hat seine weibliche Analogie in dem sogenannten Elektrakomplex. Das wollen wir im Moment noch nicht weiter erörtern, dafür gibt es ganz ausgeprägte und ausgesuchte astrologische Konstellationen, die das dahinter stehende Problem astrologisch symbolisieren. Aber es ist nun mal so, dass diese Phase innerhalb der Kinderpsychologie oder beziehungsweise der Tiefenpsychologie als die ödipale Phase bezeichnet wird. Und deshalb müssen wir uns jetzt zunächst mal danach richten.

In dieser Phase ab dem 4. Lebensjahr beginnt das Kind, weil es nun Kontakte in die Außenwelt knüpft, sich langsam aber sicher aus den Armen der Eltern, des Vaters und der Mutter, zu entfernen. Diese Zeit ist aus der Sicht der Eltern in der Regel auch dadurch geprägt, dass sie durchaus feststellen, dass ihr Einfluss auf das Kind in einer gewissen Art und Weise zu schwinden beginnt und dass der Einfluss anderer Menschen immer mehr zunimmt – zum Beispiel von Freunden oder von Lehrern in der Schule. Jeder der Kinder hat, wird das in der Regel, wenn es sich um normal entwickelte Kinder handelt, bestätigen können.

Wir gehen astrologisch und natürlich auch tiefenpsychologisch davon aus, dass die jeweilige Besetzung mit Planeten in einem Quadranten letzten Endes eine bestimmte Anlagestruktur darstellt, die angeboren ist. Was dann wiederum bedeutet, dass sie an sich inhaltlich nicht abänderbar ist. Eine angeborene Anlagestruktur bedeutet nichts weiter, als dass der Mensch von Geburt an mit dieser Struktur ausgestattet ist, diese unabänderlich in ihm ausgelebt werden muss und dass in dem Sinne die entsprechenden psychologischen Typen aus dieser jeweiligen Struktur entstehen – aus der oralen Phasen, der spätoralen Phase, der analen Phase oder auch der ödipalen Phase. Und dass diese entsprechenden Typen, die dann in einer pathologischen Form in besonders krassen Fällen auftauchen können, einer Anlagestruktur entsprechen, allerdings dann im negativen Sinne erlebt. Diese Typen, die dann dort angelegt sind aufgrund der entsprechenden frühkindlichen Prägungen, sind wie gesagt genauso unabänderbar wie die psychologischen Typen, die wir bei den Elementen und der Elementen-Typologie kennen gelernt haben.

In jedem Quadranten gibt es stellvertretend im übertragenen Sinne auch entsprechende Tierkreiszeichen, die dann jeweils in einer besonderen Art und Weise die entsprechende frühkindliche Phase symbolisieren. Das möchte ich kurz darstellen. Im Sinne des ersten Quadranten symbolisiert das orale Prinzip hauptsächlich der Stier. Denn Sie wissen ja, dass der Stier mit der Nahrungsaufnahme, überhaupt mit dem Prinzip der Materie und des physischen Überlebenswunsches, zu tun hat. Der Stier symbolisiert die orale Phase im ersten Quadranten in einer ganz besonderen Art und Weise. Im dritten Quadranten, bei der spätoralen Phase, geht es um das Abstillen, um das wenn man so will, eigentliche Abnabeln und das Bewusstwerden der jeweiligen Umweltsituation. Dafür steht hauptsächlich das Schütze-Prinzip. Im dritten Quadranten symbolisiert der Schütze als Zeichen in einer besonderen Art und Weise das spätorale Prinzip. Im zweiten Quadranten, wenn wir in der analen Phase sind und uns mit der Sauberkeitserziehung beschäftigen müssen, da haben wir dann die Jungfrau, die dort hauptsächlich das Sauberkeitsprinzip symbolisiert. Und im vierten Quadranten, wenn es um die ödipale Phase geht, damit also auch um ein Hinausbewegen, um ein sich wegbewegen von den Eltern hinaus in die große Welt, da könnte man sagen, dass der Wassermann wahrscheinlich diese Bewegung am besten darstellen wird.

Bitte vergegenwärtigen Sie sich jetzt an dieser Stelle auch noch einmal, dass im Grunde genommen die vier Quadranten letzten Endes durch die beiden Hauptachsen nicht nur eine Viertelung des Kreises symbolisieren, sondern jede einzelne Achse das Horoskop in zwei Hälften teilt. So teilt der Aszendent das Horoskop in die obere und untere Hälfte und der MC das Horoskop in eine linke und rechte Seite. Alles was unterhalb des Aszendenten liegt - also unterhalb des Horizontes - betrifft die Nacht. Wenn also eine Sonne in einem Horoskop unterhalb des Aszendenten, sprich also im ersten oder zweiten Quadranten steht, dann ist dieser Mensch geboren, als die Sonne bereits untergegangen war oder beziehungsweise noch nicht aufgegangen war. Je nachdem, in welchem Quadranten die Sonne sich befindet. Wenn die Blickrichtung nach Osten den Aszendenten markiert, dann muss das natürlich bedeuten, dass der erste Quadrant die Zeit nach Mitternacht und vor Sonnenaufgang ist.

Sowie dann der zweite Quadrant, der in der Richtung gegen den Uhrzeigersinn mit dem 7. Feld endet, also mit der Waage, dass dieser zweite Quadrant die Zeit nach dem Sonnenuntergang und vor Mitternacht darstellt. Auf der anderen Seite ist die obere Hälfte des Horoskops im Sinne des 3. und 4. Quadranten immer die Taghälfte. Wenn also ein Mensch tagsüber geboren ist, das heißt wenn die Sonne noch nicht untergegangen beziehungsweise noch nicht aufgegangen war, dann muss das bedeuten, dass die Sonne entweder im 4. Quadranten steht - das wäre dann die Zeitspanne zwischen dem Sonnenaufgang und mittags, also grob gesagt, vormittags – oder die Sonne befindet sich im 3. Quadranten, der für die Zeit nach mittags und vor Sonnenuntergang steht.

Dieser Wandel, den das Licht, sprich die Sonne, auf ihrem Weg zurücklegt, hat natürlich auch sehr weitgehende astrologische, psychologische Auswirkungen. Denn es ist ein sehr großer Unterschied, ob ein Mensch seine Sonne im ersten, zweiten, dritten oder vierten Quadranten stehen hat, beziehungsweise oberhalb des Horizonts oder unterhalb des Horizonts, oder rechts oder links vom Meridian. Mit derartigen Überlegungen werden wir uns auch noch beschäftigen, wenn wir die Horoskophälften genauer betrachten. Das wird dann in der übernächsten Lektion der Fall sein. In der nächsten Lektion werden wir uns zunächst den sogenannten Kausalitäten, also den vier Seins-Ebenen oder Lebensebenen zuwenden und diese vier Lebensebenen nochmals in der entsprechenden Ablauffolge 1-3-2-4 untersuchen.

 

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