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Astrologie-Fernkurs Astropolarity - Geburtsbildhälften

(Auszug aus dem Astrologie-Fernkurs Astropolarity von Peter-Johannes Hensel)

GEBURTSBILDHÄLFTEN

Nun wenden wir uns einer Mischform der Quadranten-Betrachtung zu, so wie wir das prinzipiell auch schon bei den Elementen kennen gelernt haben – den sogenannten Horoskop-Hälften. Derer gibt es auch vier: die untere, die obere, die rechte und die linke Horoskop-Hälfte. Von einer Mischform müssen wir deshalb sprechen, weil wir, wenn wir eine Hälfte betrachten, immer zwei Quadranten gleichzeitig sehen und genau wie bei den Elementen aber davon ausgehen, dass diese beiden Quadranten sehr unterschiedlich sind. Dennoch wird der Versuch gewagt, aufgrund der Unterschiedlichkeit der Quadranten doch zu einer zusammenfassenden allgemeinen Ansicht über die jeweilige Horoskop-Hälfte zu kommen. Das ist im Prinzip möglich. Aber Sie sollten sich vergegenwärtigen, dass die Aussagen relativ eingeschränkt in dem Sinne sind, als sie auch allgemein bleiben müssen. Denn ein so riesengroßer Bereich wie eine gesamte Horoskop-Hälfte, die die Hälfte des gesamten Tierkreises markiert, kann keine speziellen Aussagemöglichkeiten zulassen. Es kommt sicherlich hinzu, dass Sie relativ viele Horoskope im Laufe der Zeit finden werden, bei denen sämtliche Planeten die Hälfte des Horoskops besetzen. Seltener ist es dagegen schon, dass ein Horoskop so gezeichnet ist, dass sämtliche Planeten in einem einzigen Quadranten abgelichtet sind. Je größer ein Raum in einem Horoskop ist, umso größer ist natürlich auch die Chance, dass entsprechende Planeten sich in diesem größeren Raum anfinden. Und eine Hälfte ist mehr als ein Viertel, insofern ist es also gar keine seltene Situation, dass Sie ein Horoskop vorfinden, bei dem alle Planeten in einer Hälfte zu finden sind.

Der untere Bereich im Horoskop

Beginnen wir also zunächst mit dem unteren Bereich im Horoskop, dem Raum unterhalb des Horizontes, der durch den ersten und zweiten Quadranten markiert wird. In diesem Bereich kann man sagen liegt das gesamte Triebhafte und Unbewusste des Menschen, gelagert. Im Besonderen trifft dies zu, je tiefer man im Horoskop herunter wandert, also in die Felder 3 und 4, die ja letzten Endes den IC, den tiefsten Punkt im Horoskop umschließen. Wobei man auch sagen kann, dass an dieser Stelle, unten am IC, im Grunde genommen der Übergang vom sogenannten persönlichen Unbewussten des einzelnen, subjektiv empfindenden Menschen, zum sogenannten kollektiven Unbewussten sich befindet. Und aus diesem Grund kann man auch sagen, dass ein Mensch, der eine sehr starke Betonung der unteren Horoskop-Hälfte hat, er in dem Sinne aus dem Trieb- und Instinktbereich gesteuert ist in seinem Verhalten. Das heißt, dass er in der Regel zunächst handelt, und zwar instinkt- oder triebhaft. Und dann gegebenenfalls, wenn überhaupt, versucht er, darüber zu reflektieren.

Wir können daher davon ausgehen, dass ein Mensch mehr oder weniger automatisch funktioniert, wenn er sehr stark im unteren Bereich angelegt ist. Auch aufgrund der Tatsache, dass vor allen Dingen der tiefe Bereich, der untere Bereich des Horoskops sehr viel mit der Vergangenheit und mit der Konditionierung durch entsprechende Erlebnisse zu tun hat. Da können wir davon ausgehen, dass die Handlungen, die Verhaltensformen und Modalitäten eines Menschen in diesen frühkindlichen Phasen - oder aus der Gegenwart betrachtet: aus der Vergangenheit - her rühren und die Motive deshalb nicht immer wirklich ganz klar sind. Vor allen Dingen wenn kollektive Faktoren in das Leben Eintritt halten, kann man gar nicht mehr nur davon reden, dass hier ein unbewusster Mechanismus abläuft, sondern eben halt ein kollektiver.

Dieser Mensch mit einer unteren Betonung des Horoskops wird es schwer haben, bewusst zu handeln, beziehungsweise sein Handeln bewusst einzusetzen. Anstelle dessen gibt es mehr oder weniger automatisch ablaufende Reflexe, die sich einer bewussten Steuerung - was der Name auch schon sagt - entziehen. Deshalb kann man auch sagen, dass es eine Art Lebensbestimmung ist, dass man sich durch sein Tun erlebt. Wobei das Handeln im Grunde genommen nicht reflektiert wird während es geschieht, sondern eigentlich nur als etwas, was halt geschieht, wahrgenommen wird.

Des Weiteren können wir davon ausgehen, dass unterhalb des Horizontes auch eine gewisse Zugehörigkeit oder ein dazu-gehören-Wollen zu einer entsprechenden Gruppe, die materiellen oder seelischen Halt bietet, angestrebt wird. Auch hier haben wir so eine gewisse kollektive Note mit dabei. Dieses sich allein oder sich vereinzelt fühlen, das ist absolut nicht Sache eines Menschen, der unterhalb des Horizonts stark angelegt ist. Es kommt zudem hinzu, dass viele Menschen ein ungeheuer starkes Sicherheits- und Geborgenheitsbedürfnis haben, das sehr im Vordergrund ihres Lebens steht. Und dem sie auch häufig einen großen Teil ihrer möglicherweise auch zusätzlich angelegten Individualität opfern. Auf der psychologischen Ebene sollten wir davon ausgehen, dass eine relativ starke Bindung an das mütterliche Prinzip und möglicherweise auch an die direkte Person der Mutter vorhanden ist. Wenn man den Anschein hat, dass das so ist, dann sollte man sich die Mondkonstellation sehr genau angucken. Beziehungsweise umgekehrt, wenn es zusätzlich schwierige Mondkonstellationen gibt, dann ist diese Mutterbindung sicherlich angezeigt und wird durch eine starke Ausprägung unterhalb des Horizonts im Horoskop auf keinen Fall vereinfacht oder erleichtert, sondern eher noch intensiviert.

Der obere Bereich im Horoskop

Sehr im Gegensatz dazu – das ist nachvollziehbar – wird sich ein Mensch verhalten, der mit den Planeten oberhalb des Horizonts ausgestattet ist, also im dritten und vierten Quadranten. Wenn unterhalb des Horizonts gefühlt, wird oberhalb des Horizonts gedacht. In diesem Bereich ist der Mensch sehr bewusst in seinem Wahrnehmen und Erleben der Welt, in der er sich befindet. Er versucht, der Welt mehr oder weniger absichtsvoll und intensiv seinen Willen aufzudrücken - ob das im Positiven oder Negativen geschieht, kann man so erst mal nicht sagen. Aber diese vorausschauende Planung, die man dem Leben aufdrücken möchte, ist im Grunde genommen ein Indiz, ein Symptom für den Willen, das Leben selber zu entwerfen, selber zu gestalten, selbst bewusst seinen Platz in der Gesellschaft zu finden und dort auch entsprechend groß zu demonstrieren.

Wenn man so will, haben wir es im oberen Bereich des Horoskops mit der Theorie des Lebens zu tun, dem gegenüber die Praxis des Lebens im unteren Bereich angesiedelt ist. Man kann sagen, dass im oberen Bereich die Objektivität und im unteren Bereich die Subjektivität waltet. Wir können sicherlich davon ausgehen, dass Menschen, die oberhalb des Horizontes im dritten und vierten Quadranten betont sind, im Sinne ihrer objektiven Sicht der Welt in bestimmten Situationen, die vor allen Dingen durch denkerische Leistungen gelöst werden können, sicherlich gewisse Vorteile gegenüber denjenigen haben, die unterhalb des Horizonts angelegt sind. Die Menschen, die im zweiten und ersten Quadranten angelegt sind, haben wiederum Vorteile, wenn es um Entscheidungen geht, die eine stark seelische Komponente beinhalten.

Diese Unterscheidung in oben und unten, beziehungsweise subjektiv und objektiv oder theoretisch und praktisch, ist selbstverständlich keine Wertung. Ebenso wenig, wie man unterscheiden könnte, indem man sagt, die untere Horoskop-Hälfte entspricht der inneren Welt und die obere Horoskop-Hälfte entspricht der äußeren Welt und damit sozusagen all denjenigen Dingen, die im psychologischen Sinne auch in der Projektion uns entgegenkommen. Es gibt eine astrologische Auffassung, die an sich gar nicht schlecht ist und gar nicht falsch ist: man geht davon aus, dass die jeweils sich gegenüberliegenden Felder vor allen Dingen dann, wenn sie auf die obere Horoskop-Hälfte projiziert sind, immer genau denselben Inhalt symbolisieren wie dasjenige Feld, was im unteren Teil des Horoskops liegt. Nur mit dem Unterschied, dass dort das „du“ oder „der andere“ eine Rolle spielt.

Beispiel: wenn Sie das zweite Feld haben und dort von materiellen Gütern, sprich Geld, ausgehen, dann wäre das gegenüberliegende 8. Feld auch Geld. Aber dann wäre das so zu interpretieren, dass man sagt, das ist das Geld der anderen. Oder im Sinne des dritten Feldes haben wir das Zwillingsprinzip und die Möglichkeit zur Kommunikation, beziehungsweise uns selbst Ausdruck zu geben, sozusagen denken, sprechen, schreiben zu können. Und im gegenüberliegenden 9. Feld, im Schütze-Prinzip, ist das dann gemeint als Kommunikation im Sinne des geistigen Austausches mit anderen. Das 3. Feld ist sozusagen das Selbstgespräch und das 9. Feld ist das Gespräch, das ich mit anderen führe. Insofern kann man die Hälften oben und unten durchaus auch sinnvoll unterteilen. Und in manchen Fällen der Horoskop-Interpretation, vor allen Dingen wenn man eher noch am Anfang der Astrologie steht, ist das durchaus hilfreich.

Die rechte Seite im Horoskop

Schauen wir uns nun die rechte und linke Seite des Horoskops an. Da möchte ich zunächst, was diese beiden Hälften angeht, darauf hinweisen, dass wir es hier mit relativ – im Vergleich zu oben und unten – schwierigeren Beschreibungen zu tun haben. Aufgrund der Tatsache, dass die rechte und linke Hälfte jeweils den großen Unterschied von oben und unten, den wir bereits ja kennen gelernt haben, in sich tragen. Das führt dazu, dass die Färbungen der rechten und linken Horoskop-Hälfte im Grunde genommen vielschichtiger sind als diejenigen von oben und unten. Denn wenn Sie sich beispielsweise im Sinne der rechten Horoskop-Hälfte vorstellen, dass wir es im Sinne des zweiten Quadranten mit dem Seelischen und im Sinne des dritten Quadranten mit dem Geistigen zu tun haben, dann bedeutet es ja, dass dieses Gesamtgefüge von Geist-Seele eine widersprüchliche Lebensform hervorbringt. Beziehungsweise bringt es eine Lebensform hervor, in der die Widersprüche zwischen dem Seelischen und dem Geistigen - denn das sind im Grunde genommen unvereinbare Lebensbereiche - auftauchen muss.

Es wird deshalb also für die meisten Menschen mit einer rechten oder linken Horoskop-Hälften-Betonung sehr, sehr schwierig sein, ein relativ einheitliches Leben zu führen. Einheitlich meine ich jetzt in dem Sinne, dass sie das Gefühl haben, eine eindeutige Grundlage im Leben relativ früh gefunden zu haben. Das Gegenteil wird eher der Fall sein. Beginnen wir jedoch konkret mit der rechten Seite des Horoskops, die als der sogenannte Du-Raum bezeichnet wird. Das ist jetzt, wenn Sie sich den dritten Quadranten noch einmal rekonstruieren, sehr leicht nachvollziehbar, denn das war auch der Quadrant der Begegnung. Für den zweiten Quadranten allerdings ist es schon sehr schwierig, vom sogenannten „du“ zu sprechen, denn der zweite Quadrant war, wenn Sie ihn vor allen Dingen unterhalb des Horizonts interpretieren, der Bereich unserer subjektiven Seele. Das heißt ein Bereich, der mit dem „du“ an sich überhaupt nichts zu tun hat. Und nun, weil wir ihn in die Hälften hinein interpretieren, soll er plötzlich was mit dem „du“ zu tun bekommen.

Das ist in diesem Sinne nur deshalb richtig, weil wir wissen, dass der zweite Quadrant prinzipiell immer die zwingende Folge des dritten Quadranten ist. Das haben wir in den ersten Lektionen der Quadranten-Lehre so gelernt, dass die Ablauffolge nicht 1-2-3-4, sondern 1-3-2-4 ist. Der zweite Quadrant ist daher in einem gewissen Sinne inhaltlich – das ist das Entscheidende – im Schlepptau des dritten Quadranten und kann deshalb, weil es inhaltlich eine Ablauffolge darstellt, nicht rechnerisch im Sinne des Abzählens, kann das sozusagen als eine Einheit betrachtet werden. Das heißt unsere seelischen Reaktionen innerhalb des zweiten Quadranten sind immer Reaktionen auf das, was uns zuvor im dritten Quadranten begegnet ist. Anders ist das nicht interpretierbar. Und in dem Sinne ist eine seelische Reaktion, die wir an den Tag legen, immer gekoppelt an eine vorhergehende Begegnung. Und so kann man sagen, ist die Reaktion ein Teil der Begegnung.

Es kommt natürlich auf das Entwicklungsniveau und auf das Gesamthoroskop im Sinne der einzelnen Konstellationen an, ob wir es hier mit einem Menschen zu tun haben, der in einem normalen Sinne sehr auf den Mitmenschen eingestellt ist. Ob er das im positiven oder negativen Sinne ist, das ist jetzt vollkommen unwichtig. Oder ob er gar in manchen Fällen sehr fixiert oder gar abhängig ist von einem entsprechenden Mitmenschen. Dieser andere Mensch muss nicht unbedingt ein Familienangehöriger sein oder im Speziellen sogar ein Elternteil - das ist natürlich auch möglich - das kann auch irgendeine andere Person sein, die vielleicht sogar nur fiktiven Charakter hat, die gar nicht real im Leben dieses Menschen, der die rechte Horoskop-Hälfte betont hat, anwesend ist. Das spielt keine Rolle. Es besteht aber in jedem Falle die Gefahr, dass man sich selbst entfremdet.

Dieses Stichwort „Selbstentfremdung“ ist für den dritten und zweiten Quadranten in Folge, also für die rechte Horoskop-Hälfte, meines Erachtens und meiner Erfahrung nach die größte Gefahr. Man kann diesen Vorgang auch anders benennen als sogenannte Ich-Flucht. Sollten Sie mal die Möglichkeit haben, nach Berlin zu kommen, dann wäre es vielleicht ganz sinnvoll, dass Sie sich, falls in dieser Zeit etwas Derartiges von mir angeboten wird, in einen Workshop zur Graphologie setzen. Denn die Graphologie, die Handschriftenpsychologie, ist unter anderem in der Lage, diese Entsprechungen im Sinne der Selbstentfremdung oder Ich-Flucht zu erkennen. Es gibt ansonsten nur äußerst komplizierte psychologische Verfahren, die auch sehr langwierig sind, in denen derartige psychologische Mechanismen erkannt werden können. Aber über die Handschrift ist das in einer unglaublich schnellen und sicheren Art und Weise möglich. Ich würde Ihnen das ans Herz legen, sich durchaus mal für die Graphologie zu interessieren. Und wenn Sie das in meiner Institution machen wollen, dann haben Sie den Vorteil, dass das auch direkt mit der Astrologie in Verbindung gebracht wird, was ja bei reinen Graphologen nicht der Fall ist.

Diese genannte Ich-Flucht führt dazu, dass in vielen Fällen, das weiß man aus Erfahrung, eine rechte Horoskop-Hälften-Betonung auch letzten Endes eine mögliche Ich-Schwäche anzeigt. Diese führt zudem dazu, dass das persönliche Leben des Horoskop-Eigners sich häufig erst in der zweiten Lebenshälfte beginnt, wirklich zu entfalten. Sodass er das Gefühl hat, zu sich selber zu kommen. Dazu sind natürlich wieder auch entwicklungspsychologische Merkmale und Faktoren notwendig, die nicht im Horoskop abgebildet sind. Aber man kann schon aus Erfahrung sagen, dass Menschen, die die rechte Horoskop-Hälfte betont haben, in der Regel ihre prägenden Erfahrungen im Leben etwas später machen als diejenigen, die die linke Horoskop-Hälfte betont haben.

In dem Sinne können wir sicherlich sagen, dass viele Menschen, die ihre prägenden Erfahrungen erst vergleichsweise relativ später machen, in der vorherigen Zeit, also in ihren jüngeren Jahren, auf andere Menschen sehr stark ausgerichtet sein müssen, um sich an diesen seelisch oder geistig zu orientieren. Man kann auch sagen, dass sie nicht handeln, bevor sie sich nicht der Reaktion des anderen versichert haben. Und wenn die Reaktion des anderen in ihrem Sinne ist, dann kommen sie sozusagen in Bewegung und können auch ihr Leben gestalten. Aber es ist damit vor allen Dingen in der ersten Lebenshälfte in manchen Fällen eine gewisse Unselbstständigkeit in allen Schattierungen möglich - bis natürlich zum Extremen im Sinne von Abhängigkeiten. Wenn das „du“ in mehr oder weniger alle Lebensvorgänge automatisch eingebunden und integriert wird, dann muss man sich im Laufe der Zeit unbedingt auf der rechten Horoskop-Seite um Ich-Erkenntnis bemühen. Es gibt diesen Spruch vom Orakel von Delphi: Erkenne dich selbst. – Und das ist sicherlich eine Losung, die für einen Menschen mit einer rechten Horoskop-Hälften-Betonung in einer besonderen eben so geschilderten Art und Weise zutreffen kann.

Die linke Seite im Horoskop

Der linke Raum im Horoskop, der sich zusammensetzt aus dem ersten und vierten Quadranten, ist sicherlich am schwierigsten zu verstehen. Er wird der sogenannte Ich-Raum genannt. Und dieser Ich-Raum ist in dem Sinne, wenn man über den ersten Quadranten nachdenkt, sicherlich relativ plausibel, denn der erste Quadrant, der dem dritten Quadranten gegenüberliegt, ist auch der Ich-Quadrant. Aber wie sieht es mit dem vierten Quadranten aus? Wie können wir von einem Ich sprechen, wenn der vierte Quadrant, der sich aus Feld 10, 11, 12 - beziehungsweise Steinbock, Wassermann, Fische - zusammensetzt, eigentlich nichts anderes will, als das Ich, als das Ego aufzulösen? Nun, wir können im übertragenen Sinne sagen, was das Ich an sich angeht, dass die linke Horoskop-Hälfte einen sehr extremen Gesamtzustand andeutet. Denn wir haben es hier einerseits mit dem Aufbau des Ichs zu tun im ersten Quadranten, und andererseits auch mit der Auflösung des Ichs im vierten Quadranten. Das heißt wir haben eine Situation, in der das „du“ oder der Mitmensch überhaupt keine Berücksichtigung findet. Und ein Mensch mit einer linken Horoskop-Hälften-Betonung ist im Grunde genommen sein ganzes Leben lang damit beschäftigt, sein Ich aufzubauen, um es dann wieder abzubauen.

Insofern hat man hier eine relativ ausgeprägte spirituelle Komponente mit drin, die hauptsächlich durch den vierten Quadranten symbolisiert wird. Aber das darf nicht dazu führen, jetzt zu glauben, dass jemand mit einer starken linken Horoskop-Hälften-Betonung an sich, was das Spirituelle oder Transzendente angeht, bessere Karten gemischt bekommen hat vom lieben Gott als andere, die andere Betonungen haben. Aber die Lebensebene und die Lebensform, die sich aufgrund des Entwicklungsniveaus hier jeweils ergeben kann, ist schon eine sehr andere, in dem Sinne, als die Ichhaftigkeit, die in der Regel nichts mit Egoismus oder Egozentrik zu tun hat, doch ziemlich stark ausgeprägt ist. Nur auf niedrigem Entwicklungsniveau können wir von Egozentrik oder von Egoismus sprechen, wobei Egozentrik ein Begriff für den vierten Quadranten ist und Egoismus ein Begriff für den ersten Quadranten.

Eine linke Hälften-Betonung deutet in der Regel, wenn wir mal die spirituellen Gesichtspunkte außer Acht lassen, auf ein recht starkes Ausgeprägtsein von Eigeninteressen, beziehungsweise im besten Falle auch auf eine sehr ausgeprägte innere Festigkeit hin. Diese ist in der Lage, den ganzen Anstürmungen und Gefahren, die das menschliche Leben parat hat, Widerstand zu leisten. Allerdings besteht hier die Gefahr - wenn dieses Widerstandsgefühl dem Leben gegenüber, um das Ich zu erhalten, zu groß wird - dass man in eine menschliche Isolation gerät. Dann sind wir relativ schnell auf dem Wege zu diesen Begriffen, die eben genannt wurden, nämlich Egoismus und Egozentrik. Generell kann man sagen, dass es ein grundsätzliches Problem gibt, das als Kontaktschwierigkeit bezeichnet werden kann, wenn man eine linke Horoskop-Hälfte betont hat. Diese Kontaktschwierigkeiten resultieren häufig auch aus Fehleinschätzungen anderer Menschen gegenüber, denn mit anderen hat man relativ wenig Erfahrung und deshalb also auch relativ wenig gesichertes Wissen über sie.

Das bedeutet dann, wenn die Fremdeinschätzung nicht richtig funktioniert, dass die Selbsteinschätzung auch nicht richtig funktionieren kann. Wobei dieses Gesetz, dieses psychologische Gesetz, auch im Umkehrschluss gilt. Wer sich selber nicht richtig einschätzen kann, kann auch andere nicht richtig einschätzen. Nun, das ist eine bekannte Tatsache, aber sie ist relativ häufig und deutlich zu sehen bei Menschen, die die linke Horoskop-Hälfte betont haben. Deshalb ist es ein sehr guter Rat, wenn man Menschen mit der linken Horoskop-Hälften-Betonung sagt, dass sie sich zunächst unbedingt um den Aufbau ihrer eigenen Persönlichkeit kümmern sollen und kümmern müssen, um dann sozusagen die Lizenz zu bekommen, sich mit den Mitmenschen im seelischen oder im geistigen Sinne zu beschäftigen. Und wenn sie das in dieser Ablauffolge tun, dann sind sie sicherlich sehr gut in der Lage, eine beratende oder helfende Tätigkeit auszuüben, vor allen Dingen, weil sie eine sehr sichere Grundlage im Sinne der gefestigten Kenntnis über ihre eigene Persönlichkeit haben.

Letztendlich sei noch gesagt, dass die einzelnen Horoskop-Hälften keine Möglichkeit bieten, zumindest keine sinnvolle Möglichkeit bieten, hier aus diesen Hälften jeweils direkte psychologische Typen ableiten zu können. Im Grunde genommen haben wir vier verschiedene Vergleichsmöglichkeiten, also vier verschiedene Hälften. Aber es ist bisher nicht gelungen - und man kann sich natürlich auch fragen, ob es überhaupt gelingen muss - entsprechende psychologische Typen auf diese Hälften zuzuordnen. Das hat sicherlich etwas mit der vorhin schon erwähnten Mischung von jeweils zwei Quadranten, die äußerst widersprüchlich sind, zu tun. Aber dieser Hinweis sei jetzt gestattet: wenn wir von einer psychologischen Typologie ausgehen, dann doch besser in die entsprechenden Quadrantenbereiche gehen und sich ausschließlich diese anschauen.

Zum Schluss der Hälften-Betrachtung noch ein Wort zur sogenannten Extraversion und Introversion der von C. G. Jung entwickelten oder entdecken Fließrichtung der psychischen Energie. Die Extraversion, oder ein Mensch, der extravertiert eingestellt ist, ist dadurch gekennzeichnet, dass er von äußeren Vorgängen beeinflussbar und steuerbar ist, dem gegenüber ein introvertierter Mensch dieses nicht ist. Der ist mehr oder weniger in sich ruhend und wird bestimmt von Motiven, die allerdings auch oft sehr unbewusst sein können, die aus ihm selber hervorsteigen. Wir können Extraversion und Introversion leider astrologisch nicht genau nachweisen, beziehungsweise anhand des Horoskops eine Bestimmung vornehmen. Das geht wiederum sehr leicht und für Laien auch schnell nachvollziehbar über die Handschrift. Astrologisch ist es nur mit sehr starken Einschränkungen möglich, und diese möchte ich Ihnen gerne näherbringen.

Der erste Quadrant eines Horoskops liegt auf der Ich-Seite. Das heißt auf der linken Seite. Und er liegt gleichzeitig unterhalb des Horizontes, im Bereich des Subjektiven. Das ist der Bereich des Ichs und der Subjektivität. Das bedeutet, dass der erste Quadrant mit Sicherheit die stärkste Introvertiertheit aufzeigt von allen vier Quadranten. Der gegenüberliegende dritte Quadrant liegt auf der Du-Seite und er liegt auf der oberen Hälfte des Horoskops, also damit im objektiven Bereich. Der dritte Quadrant hat eine gewisse Objektivität und einen Bezug auf das „du“. Er ist also sehr stark nach außen ausgerichtet, und das führt dazu, dass wir beim dritten Quadranten eindeutig sagen können, der ist generell relativ stark extravertiert eingestellt. Erster Quadrant also Introversion, dritter Quadrant Extraversion. Beim zweiten Quadranten wird die Sache nicht mehr eindeutig, genauso wie es beim gegenüberliegenden vierten Quadranten nicht eindeutig sein wird. Denn der zweite Quadrant liegt einerseits unterhalb des Horizontes und weist damit eine gewisse Introvertiertheit auf.

Er liegt aber auch auf der rechten Hälfte des Horoskops und weist damit eine gewisse Extravertiertheit auf. Das macht die Sache uneindeutig, und wir können im zweiten Quadranten eigentlich nichts sagen. Dasselbe gilt auch für den vierten Quadranten - der liegt in der oberen Horoskop-Hälfte, was also auf Extravertiertheit hindeutet. Er liegt aber wiederum auf der linken Seite, was auf Introvertiertheit hindeutet. Also können wir sagen, eindeutige Aussagen – aber nur im Sinne einer Tendenz – können wir für Extraversion und Introversion nur dann machen, wenn ein Mensch eine extrem starke Betonung im ersten – gleich Introversion – oder im dritten Quadranten – gleich Extraversion – hat. Sowie das Horoskop irgendwie auch nur ein kleines bisschen gemischt ist und nicht sämtliche Planeten im ersten oder dritten Quadranten stehen, was in der Regel der Fall ist, müssen wir leider passen. Wir können dann, was die Fließrichtung der psychischen Energie angeht, keine Aussage machen.

Aber falls Sie irgendwann graphologische Kenntnisse haben sollten, beziehungsweise vielleicht sogar schon besitzen, dann wissen Sie beispielsweise, dass die Lage der Schrift, die Links-, die Steil- und die Rechtslage etwas mit dieser entsprechenden Fließrichtung der Energie zu tun haben. Natürlich nicht als einzige Merkmale, aber als ein sehr wesentliches Merkmal. Wobei die Rechtslage dann für die Extraversion und die Steil- und Linkslage, beide gleich gewertet, für die Introversion stehen.

 

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