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Astrologie-Fernkurs Astropolarity - Hauptaspekte

(Auszug aus dem Astrologie-Fernkurs Astropolarity von Peter-Johannes Hensel)

HAUPTASPEKTE

Konjunktion

Betrachten wir die astrologischen Hauptaspekte, so ist die Rede von fünf Aspekten, nämlich der Konjunktion, dem Null-Grad-Winkel; dem Sextil, dem 60-Grad-Winkel; dem Quadrat, dem 90-Grad-Winkel; dem Trigon, dem 120-Grad-Winkel; und der Opposition, dem 180-Grad-Winkel. Wir beginnen mit der Konjunktion. Und ich weise an der Stelle noch einmal darauf hin, dass es sich bei der Konjunktion um einen problematischen, sozusagen vom Erleben her zunächst mal negativen Aspekt handelt, der dadurch zustande kommt, dass zwei Planeten sich in einem Orbis von plus/minus fünf Grad auf mehr oder weniger derselben Stelle im Tierkreis befinden. Null Grad direkt aufeinander stehen, so etwas gibt es in der Regel ja nicht. Aber mit einem Orbis von plus/minus fünf Grad, also insgesamt zehn Grad, können wir von einer Konjunktion sprechen. Tatsache ist, wenn wir es mit einer Konjunktion im Horoskop zu tun haben, dass sich an einer einzigen Stelle, das heißt in einem Tierkreiszeichen und in einem entsprechenden Feld, zwei Lebensprinzipien gleichzeitig aufhalten und es deshalb zu einer Anhäufung, beziehungsweise einer Verdichtung von Energie an dieser Stelle im Sinne dieses Zeichens und dieses Feldes kommen muss.

Sie sollten sich eine Konjunktion vorstellen wie eine Legierung von zwei Metallen. Wenn ein Metall eine Legierung eingeht mit einem anderen Metall, dann verschmelzen diese beiden Metalle zu einer eigentlich nicht mehr trennbaren Einheit. So etwas nennt man eine Legierung. Und diese Verschmelzung zweier Metalle oder jetzt hier in dem Falle zweier Lebensprinzipien führt dazu, dass wir sagen können, bei einer Konjunktion tritt der jeweilige Planet, der beteiligt ist an der Konjunktion, nicht mehr in seiner reinen Zustandsform in Erscheinung. Sondern er wird immer in einer Verbindung mit dem anderen Planeten zu sehen sein. Wenn wir zum Beispiel eine Sonne haben, die in Konjunktion zum Planeten Neptun steht, dann wird die Sonne neptunisch und der Neptun seinerseits wird sonnenhaft. Die Sonne wird ihr reines typisch Sonnenhaftes verlieren, also zum Teil jedenfalls verlieren, und eine neptunische Färbung annehmen. Und der Neptun wird auch in reiner Form nicht mehr Neptun sein können, sondern etwas Sonnenhaftes – was auch immer das jetzt alles zu bedeuten hat – hinzubekommen. Ein Planet in einer Konjunktion stehend nimmt die Färbung des oder der anderen Planeten auf, die in Konjunktion zu ihm sind.

Eine Konjunktion ist selbstverständlich nicht beschränkt auf nur zwei Planeten, aber zwei müssen es natürlich mindestens sein, sondern auch drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht Planeten – auch das ist durchaus möglich – können in einer extremen Anhäufung im Horoskop auftauchen. Das würde man, also ab drei oder vier Planeten, würde man von einer Großkonjunktion sprechen. Was man wirklich wesentlich wissen muss in Bezug auf eine Konjunktion ist die Tatsache, dass die Konjunktion zweier Planeten oder Lebenskräfte symbolisiert, sehr lange und sehr hartnäckig im unbewussten Bereich des Menschen liegen zu bleiben. Das heißt eine Konjunktion symbolisiert ein Problem, das sehr lange unbewusst ist, das also über lange Jahre des Lebens nicht bewusst bearbeitet werden kann, weil man schlicht und einfach in den allermeisten Fällen gar nichts von diesem angelegten Problem weiß.

Es fehlt - und das ist ein großer Unterschied zur sogenannten Opposition, also dem Fall, wo zwei Planeten im Tierkreis 180 Grad sich gegenüberstehen - hier fehlt die Möglichkeit der Projektion auf einen anderen Menschen. Genau dieser Vorgang ist bei einer Opposition durchaus möglich, bei einer Konjunktion fällt er aber in der Regel aus. Und deshalb, weil eine Projektion hier nur schwer oder kaum möglich ist, wird man über andere nicht auf ein Problem, was man selber hat, hingewiesen. Und es dauert relativ lange, bis das Problem, was mit der Konjunktion einhergeht, gelöst werden kann. In dem Sinne ist die Konjunktion sicherlich ein relativ schwieriger Aspekt, und er gehört sowieso zu den drei schwierigen. Aber innerhalb dieser Dreiheit von Konjunktion, Quadrat und Opposition nimmt dieser Aspekt, was den Schwierigkeitsgrad an sich allgemein angeht, eine Mittelstellung ein. Das Quadrat wird am schwierigsten zu beurteilen sein und die Opposition am leichtesten. Aber am „leichtesten“, das ist hier wirklich in Anführungsstrichen zu verstehen.

Fakt ist, dass die beiden Planeten, die eine Konjunktion eingehen, man denke an das Bild von siamesischen Zwillingen, im Laufe der Lebensjahre irgendwie versuchen müssen sich anzupassen oder – soweit das überhaupt auch von den Planetenqualitäten her möglich ist – eine gewisse Freundschaft zu schließen. Merken müssen Sie sich unbedingt, dass Konjunktionen relativ lange unbewusst bleiben. Das ist allerdings eine sehr allgemeine Aussage. Aber individueller kann ich es im Moment noch nicht machen. Es hängt sehr davon ab, in welchem Bereich des Horoskops, zum Beispiel in welcher Horoskophälfte oder in welchem Quadranten, sich diese Konjunktion befindet. Was dann auch wieder einen gewissen Einfluss auf die Bewusstheit hat. Aber generell ist eine Konjunktion ein äußerst unbewusster Aspekt, und de facto bedeutet das, dass eine Konjunktion lange braucht, bis sie bewusst gemacht werden konnte.

Sextil

Der zweite Hauptaspekt ist das sogenannte Sextil. Obwohl ich aus meiner Einschätzung der Lage hier gar nicht von einem Hauptaspekt sprechen möchte, aber ich benutze trotzdem diesen Begriff, weil er allgemein in der Astrologie auch für das Sextil angewendet wird. Das Sextil ist der 60-Grad-Winkel. Auch hier gilt generell ein fünf-Grad-Orbis, aber es macht gar nichts, wenn Sie - falls Sie überhaupt mit dem Sextil arbeiten möchten - den Orbis auch hier auf ein oder zwei Grad verkleinern. Die fünf Grad sind sicherlich in meisten Fällen gar nicht so falsch. Das Sextil ist schlicht und einfach ein denkerischer und geistiger Aspekt. Beziehungsweise ist es ein Aspekt, der mit einer gewissen geistigen oder auch zum Teil körperlichen Beweglichkeit einhergeht. Das hat unter anderem den Grund: wenn Sie sich den Tierkreis vorstellen, der bei null Grad Widder beginnt, wenn wir da von null Grad Widder in die Richtung nach unten laufend 60 Grad abmessen, dann kommen wir zu null Grad Zwillinge. Und wenn wir das in Gegenrichtung tun, dann kommen wir – also nach oben sozusagen – dann kommen wir zu null Grad Wassermann. Und sowohl Zwillinge, wie auch Wassermann entsprechen dem Luft-Element. Und die Beschreibung, die ich eben für das Sextil abgegeben habe, deckt sich mit dem, was man über das Luftelement weiß. Ein denkerischer, ein geistiger Aspekt, der mit Bewegung und in dem Sinne mit einer Schnelligkeit in der Bewegung zu tun hat.

Insofern sind Menschen, die vor allen Dingen durch viele Sextile im Horoskop gekennzeichnet sind, in der Regel geistig relativ aufgeschlossen, sie sind sehr interessiert an Innovationen, sie haben eine gewisse Objektivität, die ihnen eigen ist, und die ihnen manchmal in sehr engen Lebensräumen hilft, sich aus der Situation zu befreien. Problematisch ist es, wenn viele Sextile in einem Horoskop vorhanden sind, das gleichzeitig auch noch sehr viele andere denkerische Aspekte, also ich meine jetzt denkerische Komponenten, beinhaltet. Also zum Beispiel eine starke Betonung des dritten, sprich also geistigen Quadranten. Oder eine starke Betonung des Luft-Elementes. Dann haben wir es hier mit einem sehr verkopften Menschen zu tun, der wahrscheinlich große emotionale Probleme hat, die ihm aber möglicherweise aufgrund der vorhandenen geistigen Fähigkeiten gar nicht so sehr, zumindest emotional gesehen, bewusst sind. Also zu viele Sextile sind sicherlich nicht unbedingt förderlich, denn sie schneiden den Menschen ein bisschen ab von der emotionalen gefühlshaften Seite des Lebens. Dennoch kann man sagen, dass, egal wie viele Sextile und mit welcher Planetenbeteiligung im Horoskop vorhanden sind, ein Sextil einen Menschen niemals aus der Bahn werfen wird. Auch viele Sextile, die möglicherweise einen verkopften Menschen ergeben können, werden alleine nicht dafür verantwortlich sein, dass dieser verkopfte Mensch letzten Endes möglicherweise große Probleme hat. Wenn dem so ist, was natürlich möglich ist, dann liegt das an ganz anderen Dingen im Horoskop. Aber nicht an einem Sextil.

In der Regel sage ich im Unterricht in meiner Berliner Ausbildungsstätte gar nicht „Sextil“, sondern dann benutze ich immer den Begriff „Sextilchen“. Denn als etwas anderes kann man diesen Aspekt auch nicht sehen. Es ist eher so etwas wie so ein kleines Schoßhündchen. Und wenn der einmal ein bisschen in den Finger zwickt, na ja, da wird man nicht gleich zum Arzt gehen müssen.

Quadrat

Anders allerdings – und das hört sich dann auch schon eher nach Notaufnahme an – ist es bei Quadraten. Wenn das Quadrat mal zubeißt, na dann kann ich nur sagen: Prost Mahlzeit. Denn ein Quadrat ist, das hab ich mal in einem sehr verstaubten antiquarischen Buch eines altbayerischen Astrologen mit Namen Max Prantel gelesen, „ein Quadrat ist ein Aspekt von sogenannt chronischer Zustandsbedeutung“. Nun, das soll heißen, dass man ein Quadrat im Grunde genommen Zeit seines Lebens, jedes Jahr, jeden Monat, jede Woche, jeden Tag, jede Minute, jede Sekunde spürt. Chronische Zustandsbedeutung. Das Quadrat, der 90-Grad-Winkel, ist von vielen Astrologen zum Teil auch gar nicht mal so zu Unrecht sehr gefürchtet. Viele Leute, die sich mit Astrologie beschäftigen und Astrologie betreiben, sind in der Regel fürchterlich bestürzt, wenn sie Quadrate in ihrem Horoskop finden. Nun, das bedeutet aber nicht, dass man sich nun deshalb unbedingt gleich einen Strick nehmen muss oder sich vielleicht vor eine U-Bahn stürzen muss. Dem ist auf keinen Fall so. Obwohl viele Astrologen oder Astrologie-Lernende einen ungeheuren Respekt vor den Quadraten haben, vor allen Dingen, wenn sie in massiver Form, also in gehäufter Form, auftauchen.

Wir werden uns später bei den sogenannten Figurinen auch darüber unterhalten, wie es denn ist, wenn man vier Quadrate hintereinander aufgereiht hat, also zu einer sogenannten Karo-Form oder einem sogenannten karmischen Vollquadrat. Das ist sicherlich nicht einfach. Aber letzten Endes sind auch Quadrate Aspekte, die dazu aufrufen, an ihnen zu arbeiten. Das ist allerdings hier ein sehr wirkungsvoller und sehr entscheidender Aufruf. Denn wenn man den Aufruf hier an dem Quadrat, an dem Inhalt, der durch die beiden Planeten im Quadrat gekennzeichnet ist, nicht arbeitet, dann wird man wirklich relativ große Probleme bekommen. Die sind dann vergleichbar mit schwierigen Konstellationen, die sich über Zeichen und Felderstellungen von Planeten ergeben. Quadrate sind im Grunde genommen diejenigen Aspekte, die das größte Entwicklungspotenzial in sich tragen. Was aber auch gleichzeitig bedeutet, dass man ein ganz scharfes Bewusstsein entwickeln muss in Bezug auf das Problem, um das es, durch das Quadrat symbolisiert, geht.

Quadrate wirken in der Regel ein Leben lang und wirken sich häufig in neurotischen Verhaltensformen aus. Wobei die neurotischen Verhaltensformen es in der Regel, das weiß jeder Psychologe oder Psychiater, an sich haben, von dem eigentlichen Problem abzulenken. Denn die Neurose ist häufig nicht das wirkliche Problem, sondern nur eine Verhaltensform, die wie eine Käseglocke über den Käse rüber gestülpt worden ist, wobei der Käse das eigentliche Problem ist. Neurotische Verhaltensformen stellen meistens nur sekundäre Probleme dar und lenken gerne ab. Aber es ist sehr typisch für Quadrate, dass sie sich in neurotischen Verhaltensformen zeigen. Und wenn Sie im Laufe der Jahre an Erfahrung zunehmen und möglicherweise auch astrologische Gespräche mit Menschen führen, und dieses auch über Jahre sehr intensiv getan haben, dann werden Sie ganz genau wissen, welche neurotischen Strukturen aufgrund welcher Quadrate Ihnen da begegnen. Und dann lassen Sie sich sozusagen nicht mehr ins Boxhorn jagen.

Fakt ist, dass die beiden Planeten, die in einem Quadrat zueinander stehen, im Grunde genommen an einem Seil ziehen, das um die Ecke gespannt ist. Und deshalb kann sich da weder auf der einen, noch der anderen Seite irgendetwas bewegen. Diese beiden Planeten oder Lebensprinzipien sind unvereinbar miteinander und wollen Dinge im Leben erreichen oder auch nicht erreichen, die mit dem, was der andere erreichen oder nicht erreichen will, überhaupt nichts zu tun haben. Insofern ist die Unvereinbarkeit auch verantwortlich dafür, dass diese beiden Planeten in der Regel nicht zu einem Konsens kommen und es eine ganz scharfe Kante gibt, an der man sich sehr häufig im Leben stößt.

Die einzige Möglichkeit, um es ehrlich zu sagen, ist, diese Kante in ihrer Schärfe im Laufe des Lebens abzuschleifen, sodass eine einigermaßen annehmbare Rundung entsteht. An der stößt man sich natürlich auch immer noch, und dann hat man mindestens einen blauen Fleck und vielleicht einen zwei Tage langen Druckschmerz, wenn man gegen die Kante gekommen ist. Aber es ist halt keine tiefe Schnittwunde mehr, die zudem noch extrem blutig ist oder auch über lange Zeit versorgt werden muss. So wie das bei spitzen Kanten der Fall wäre, die ungelöste oder unbearbeitete Quadrate symbolisieren. Quadrate entsprechen in diesem Sinne einem eigentlich nie versiegenden Vulkan, der ständig Lava spuckt, der ständig Probleme produziert, die einen im Grunde genommen überhaupt nicht loslassen. Und nur die Schärfung des Bewusstseins für dieses entsprechende Problem, was sich durch den Quadrat-Aspekt zeigt, kann auf Dauer, aber niemals kurzfristig, eine Lösung langsam aber sicher vorbereiten.

In den Achtzigerjahren, als die Astrologen sehr psychologisiert gewesen sind, war das Quadrat der Lieblingsaspekt der psychologischen Astrologen, weil nur über das Quadrat, hieß es, kann man sich tatsächlich weiterentwickeln. Die astrologische Erfahrung und auch die allgemeine Lebenserfahrung lehrt uns aber, dass man sich auch über weniger dramatische Ereignisse weiterentwickeln kann. Und von derartigen Dingen, auch mit konkreten Beispielen versehen, werde ich später im Laufe unseres Kurses noch zu berichten haben.

Trigon

Der vierte Aspekt, der vierte Hauptaspekt, den wir kennen, ist das sogenannte Trigon, der 120-Grad-Winkel. Der wird allgemein als der positivste Winkel überhaupt angesehen. Und wer den im Horoskop hat, hat zwar noch nicht im Lotto gewonnen - so sagt jedenfalls der allgemein ausgerichtete Astrologe - aber er hat doch ein unheimliches Glück gehabt, dass die beiden eben nicht eine Opposition oder ein Quadrat haben, sondern eben irgendwas dazwischen - nämlich den 120-Grad-Winkel, das Trigon. Trigone werden meinem Erachten nach ganz häufig in ihrer eigentlichen Bedeutung vollkommen überschätzt. Ich weise darauf hin, dass ich bereits erwähnt habe, dass die Trigone, wie auch alle anderen positiven Aspekte, egal ob Haupt- oder Nebenaspekt, in der Regel erst dann überhaupt einigermaßen sichtbar im Leben werden, wenn die schwierigen Aspekte und erst recht alle anderen Konstellationen, die über Felder- und Zeichenstellungen zustande kommen, bearbeitet sind. Da hat man in der Regel so viel zu tun, bis man an diese vermeintlichen Schätze herankommt. Und dann stellt man fest, dass man schon jede Menge Schätze geborgen hat, indem man sich nämlich jede Menge Lebensprobleme aus dem Weg geräumt hat, indem man sich die wirklich schwierigen Aspekte vorgeknöpft hatte. Dann kriegt man da ein kleines Trigönchen noch hinten ran - na ja, das ist halt wie so ein Sahnehäubchen auf dem Dessert.

Aber wie dem auch sei – nichts gegen das Trigon, was soll man dagegen auch sagen. Es ist relativ unwichtig. Insofern sollte aber dennoch klar sein, dass ein Trigon, wenn man es von null Grad Widder aus im Sinne von 120-Grad-Aspekten oder Winkeln im Tierkreis aufschlägt, dass es einerseits zu null Grad Löwe gelangt und zu null Grad Schütze. Und das bedeutet null Widder, null Löwe, null Schütze – das ist Feuer. Das Trigon ist also ein Aspekt, dass das Feuerelement im Grunde genommen immer in sich trägt. Und insofern hat das Trigon sehr viel mit einem starken Wunsch zu tun, sich persönlich zu entfalten und eine bestimmte schöpferische starke Lebenskraft zu entwickeln. Das Trigon ist ein sehr lebendiger Aspekt, und das Trigon wartet im Grunde genommen darauf, sich im Leben bestätigt zu sehen und verlangt allerdings auch mehr oder weniger unausgesprochen, dass die Erfahrung, die man im Leben macht, dann bitte hauptsächlich positiver Natur sein soll.

Ein Trigon kann überhaupt nichts anfangen mit negativen Erfahrungen, braucht es ja auch nicht. Aber diese negativen Erfahrungen gehören natürlich tagtäglich zu unserem Leben in der Regel dazu. Und insofern nützen Trigone in solchen Situationen, die aber in der Regel eher alltäglich sind, leider nichts. Sie schaden nicht, aber sie nützen auch relativ wenig. Und insofern ist das Trigon in dem Sinne wirklich ein Aspekt, der zwar als Hauptaspekt gewertet wird, aber dennoch in der Regel sehr überbewertet ist. Es fehlen hier beim Trigon auch die Herausforderungen, irgendetwas mit diesen beiden Planetenprinzipien wirklich konstruktiv und effektiv anzufangen. Das ist so eine Art Freizeitaspekt, könnte man sagen. Immer wenn man sich ein bisschen langweilt, an den Zähnen knabbert oder sich die Haare noch mal kämmt und nicht weiß, was man eigentlich machen soll, dann taucht das Trigon auf und sagt: Hallo, ich bin ja auch noch da, willst du nicht mit mir etwas spielen. Aber sowie dann ein wirkliches Problem auftaucht oder irgendetwas Ernsthaftes im Leben zu tun ist, muss das Trigon wieder gehen. Insofern sollten wir das Trigon im angemessenen Sinne würdigen. Also es schadet nicht, aber nutzen tut es in der Regel auch nicht.

Opposition

Der letzte Hauptaspekt ist die sogenannte Opposition. Die Opposition zählt mit zu den negativen Aspekten, obwohl sie im Vergleich zur Konjunktion, dem Null-Grad-Aspekt, und dem Quadrat, dem 90-Grad-Aspekt, relativ – relativ – harmlos ist. Der große Vorteil der Opposition liegt darin, dass sie immer einen partnerschaftlichen Gesichtspunkt beinhaltet. Denn die Opposition bedeutet nichts anderes, als dass sich zwei Planeten gegenüberstehen, also in einem gewissen Sinne spiegeln. Und so ist das Prinzip der Projektion, was wir im Tierkreis, als wir die Waage mit der Eröffnung des dritten Quadranten besprochen haben, schon mal erwähnt haben. Die Projektion ist ein Spiegelungsmechanismus, der den Menschen in die Lage versetzt, sich im anderen zu sehen. Natürlich im Positiven wie im Negativen. Und die Projektionsneigung eines der beiden Planeten, der in der Opposition steht, führt dazu, dass man im Unterschied zur Konjunktion relativ schnell darauf aufmerksam gemacht wird, dass hier etwas nicht stimmt.

Einer der beiden Planeten in der Opposition wird in der Regel 100-prozentig projiziert und man wird dann über andere Menschen - also beziehungsweise über Probleme, die man mit anderen Menschen hat - auf das eigentliche Problem der Opposition aufmerksam gemacht. Und das eröffnet die Chance, das Problem relativ schnell zu erkennen, unter Druck schnell zu erkennen, und unter Druck dann auch zu lösen. Insofern haben Oppositionen zwar prinzipiell einen negativen Erlebniswert, aber astrologisch gesehen sind sie in der Regel sehr hilfreich. Natürlich auch nur in Maßen. Wenn sie in Massen auftauchen, dann hat man im Grunde genommen wieder jede Menge mitmenschlicher Probleme, die einem dann so schnell über den Kopf wachsen, dass man mit einzelnen Teilbereichen dieser Probleme gar nicht mehr fertig wird. Auch hier gilt selbstverständlich ein gewisses Mittelmaß, wenn gesagt wird, dass eine Opposition eine gesunde Entwicklungschance in sich trägt. Bei der Opposition sollten Sie sich merken, dass es hier immer um große Kontaktwünsche geht, die zwar natürlich nicht immer erfüllt werden können, dass es also immer ein sogenannter partnerschaftlich relevanter Aspekt ist.

Ich fasse an der Stelle noch mal unsere fünf Hauptaspekte, die wir astrologisch kennen, in Stichworten zusammen:

  • Die Konjunktion, der Null-Grad-Aspekt ist gekennzeichnet durch einen Hang, sich sehr lange im Unbewussten unerkannt aufzuhalten. Was bedeutet, dass das entsprechende Problem, was damit zusammenhängt, erst nach sehr, sehr vielen Jahren oder Jahrzehnten bewusst wird.
  • Das Sextil ist ein sehr harmloser Aspekt, der vor allen Dingen durch eine geistige und/oder körperliche Beweglichkeit und Freude an Innovation gekennzeichnet ist. Der allerdings, wenn das Sextil zu häufig auftaucht, auch eine Verkopfung des Menschen mit sich bringen kann.
  • Das Quadrat ist der schwierigste Aspekt, den die Astrologie kennt, und bedeutet, dass zwei Planeten oder Lebensprinzipien in einer Unvereinbarkeit zueinander stehen. Quadrate können eigentlich Zeit des Lebens nicht wirklich gelöst werden. Ein Kern, im Sinne des Begriffes auch Kernneurose, wird immer bleiben. Man kann versuchen, die scharfen Kanten, an denen man sich ernsthaft verletzen kann, abzurunden, sodass also nur noch relativ stumpfe, eher harmlose Verletzungen im Laufe des Lebens übrigbleiben. Aber im Sinne der chronischen Zustandsbedeutung eines Quadrates muss an einem Quadrat-Aspekt oder beziehungsweise an dem entsprechenden Inhalt, der dadurch symbolisiert ist, ständig gearbeitet werden.
  • Das Trigon ist ein positiver Aspekt, der häufig überbewertet wird. Vor allen Dingen deshalb, weil Trigone auch erst dann bearbeitet werden können - oder genutzt werden können, sollte man besser sagen - wenn die schwierigen Aspekte, die ansonsten noch im Horoskop existieren, gelöst worden sind. Trigone machen leider zum Teil relativ faul, weil man der Meinung ist, man hat nichts zu tun, man hat nichts zu üben, man hat nichts mehr zu lernen. Und insofern stellen Trigone sehr häufig, obwohl sie an sich relativ harmlos sind, Talente dar, die man nicht genutzt hat.
  • Und letzten Endes ist die Opposition der partnerschaftliche Aspekt schlechthin. Weil in ihm immer der Mechanismus der Projektion wirkt, und man dadurch die Chance hat - insofern ist die Opposition ein relativ harmlos-schwieriger Aspekt - relativ schnell über die Projektion an das eigentliche Problem heranzukommen und das Problem in dem Sinne schneller zu lösen. Erheblich schneller zu lösen, als es bei der Konjunktion der Fall wäre.

In der nächsten Lektion werden wir uns mit den Nebenaspekten beschäftigen, die allerdings für die Interpretation keine Bedeutung haben sollten.

 

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