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Astrologie-Fernkurs Astropolarity - Konstellation Neptun-Zwillingsmerkur

(Auszug aus dem Astrologie-Fernkurs Astropolarity von Peter-Johannes Hensel)

NEPTUN-ZWILLINGSMERKUR

Wir kommen in dieser Lektion zu einer sehr feinen, man kann auch sagen, zu einer sehr schwingungsreichen Neptun-Konstellation, nämlich der Zwillingsmerkur-Neptun-Konstellation. Eine Konstellation, die an sich normalerweise keine übergroßen Schwierigkeiten im Leben bereiten wird, und das mit Sicherheit auch nicht will - von Einzelfällen selbstverständlich abgesehen. Eine Konstellation, die auch relativ schnell in ihren Grundpfeilern erkannt und erklärt werden kann. Sie besitzt als inneres Wesensbild die Stille. Also den Zustand der Wortlosigkeit, der Gedankenlosigkeit. Ein Zustand, der von vielen, die sich auf den Weg der Erleuchtung begeben, angestrebt wird. Nun wissen wir, dass leider der Mensch nicht erleuchtet geboren wird, sondern sein Leben lang hart dafür arbeiten muss, soweit er meint, dass das ein anstrebenswertes Ziel sei. Dennoch besteht im Sinne des Wesensbildes, das sich nicht nach dem Entwicklungsniveau eines Menschen ausrichtet, sondern an sich angelegt ist, dieser Zustand der Stille. „Zustand“ auch deshalb, weil es sich hier um keinerlei Bewegungen handelt, die vollzogen werden können oder wollen. Es ist eine absolute Stille, die das Leben an sich beschreibt und ausmacht. Auf hohem Niveau könnte man von Menschen sprechen, die eine Kultur der Stille, der Kontemplation, entwickelt haben und ihr Leben in diese Richtung ausrichten. Beziehungsweise haben sie diese Kultur der Stille so weit in ihr Leben integriert, dass die Geräusche des Lebens, die teilweise sehr laut sein können, im Grunde genommen hinter dieser Wand der Stille, die aber keine harte, sondern eine weich federnde Wand ist, voller Sanftmut, dass all diese Geräusche des Lebens hinter dieser Wand zurückbleiben. Und wenn man so will, verstummen.

Das inhaltliche Bild ist wahrscheinlich am besten zu beschreiben als ein kollektives Sprachrohr. Das heißt wir haben es mit einem Menschen zu tun, der eine denkerische Anbindung an das kollektive Unbewusste hat und insofern in der Lage ist, kollektive Inhalte in einer Form zu beschreiben, zum Ausdruck zu bringen (Zwillings-Prinzip), die beachtenswert ist. Dazu sind natürlich ein gewisses Entwicklungsniveau und auch eine gewisse Intelligenz notwendig, die ja an sich natürlich nie im Horoskop ablesbar sind. Aber stellen wir uns vor, es wäre so. Dann hätten wir beispielsweise einen Menschen wie C. G. Jung vor uns, der diese Konstellation auch besessen hat. Und C. G. Jung war sehr wohl in der Lage, kollektive Inhalte zu erkennen und in einer Form zum Ausdruck zu bringen, die beachtenswert war. Denn die Form war relativ schlicht und einfach, keine extremen Satzkonstruktionen, sondern einfache, sehr sensible Beschreibungen von Vorgängen, die sich normalerweise dem Bewusstsein des Menschen entziehen. Insofern also ist das Inhaltsbild gleichzusetzen mit einem kollektiven Sprachrohr. Wir können auch sagen, dass sich aus diesem Grund, aus der Kollektivität des Ausdrucks, hier ein Formbild ergibt, was als Lyrik beschrieben werden kann. Der Zwillingsmerkur-Neptun ist ein Lyriker. Das heißt er gibt Beschreibungen der Realität ab, die weit, weit über das, was man real sieht, also mit dem bloßen Auge ausschließlich erkennen kann, hinausgeht. Man kann sogar sagen, hier wird das beschrieben, was nicht zu sehen ist.

Die Lyrik oder auch die Lebensführung im Sinne des Lyrischen versucht, wenn gelesen wird, zwischen den Zeilen zu lesen. Alles das zu sagen, was nicht gesagt werden kann. Man versucht, das Ungesagte, das nicht Sagbare in den Vordergrund zu rücken. Kein leichtes Unterfangen, aber wenn es gelingt, hinterlässt es einen ungeheuren Eindruck bei anderen. Es ist in der Regel viel schwieriger, etwas nicht zu sagen, als etwas zu sagen. Geschweige denn, etwas mit Worten nicht zu sagen. Wir reden hier nicht von irgendeiner Plapperei oder irgendeinen Versuch mit vielen Worten nichts zu sagen – zum Beispiel scheinen Politikers dafür prädestiniert zu sein. Es geht darum, sehr wohl etwas sagen zu wollen. Aber aus dem Wissen, dass das Gesagte nur schwer übertragbar ist mit Worten, werden Worte formuliert, die einen leichten Anschein davon vermitteln, worum es geht. Dieser Anschein ist leicht genug, um die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten, aber nicht so schwer, dass das eigentliche, was man sagen will, verlorengeht. Es ist eine Kunst. Lyrik ist eine Kunst, keine Frage.

Auf niedrigem Niveau haben wir es hier mit der Lüge zu tun. Die sich immer dann und dadurch ergibt, dass man mit Merkur, mit Zwillingsmerkur-Neptun, gezwungen ist, die Wahrheit zu sagen. Sag = Zwillingsmerkur – die Wahrheit = Neptun. Wer kann das schon? Man muss die Wahrheit kennen, um sie sagen zu können. Und wer sie nicht kennt, und das ist der normale Fall, muss lügen. Natürlich nicht Lügen im Sinne einer Absicht, aber auch das gibt es natürlich mit dieser Konstellation. Aber diesem Anspruch, „sag die Wahrheit“, gerecht zu werden, ist hier sehr, sehr schwer. Insofern werden wir auch auf höherem Entwicklungsniveau häufig Menschen vorfinden, die einen gewissen Verlust von Rationalität, von Realitätssinn zu beklagen haben. Hauptsächlich aber einen Verlust von Rationalität. Wobei dieser Verlust nur dann beklagt werden kann und wird, wenn man eins und eins zusammenrechnen muss oder wenn man A und B und C zu Worten formuliert. Also bei all den Aufgaben, die der Zwilling eigentlich hat.

Wenn man sich darüber hinwegsetzen kann, ab einem bestimmten Zeitpunkt seines Lebens, wird man den Verlust von Rationalität eher als einen Gewinn bezeichnen. Eine sehr stille, eine sehr feine, eine sehr auch - wenn man auf solche entwickelten Menschen trifft - nachdenklich stimmende Konstellation. Die so gar nicht in die Hektik und die von Geräuschen erfüllte Welt, in der wir leben, passen will.

 

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