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Astrologie-Fernkurs Astropolarity - Regeln und Beispiele

(Auszug aus dem Astrologie-Fernstudium Astropolarity von Peter-Johannes Hensel)

REGELN UND BEISPIELE

Wir schließen den Ausbildungsabschnitt der Deutungskonzepte jetzt ab, indem wir uns noch einmal zusammenfassend einige Regeln, einige Vorgehensweisen vor Augen führen, die behilflich sind, wenn man ein Horoskop zur Interpretation vorzuliegen hat. Ich muss allerdings unbedingt wichtigster Weise darauf hinweisen, dass die allermeisten Regeln, die Sie bisher kennen gelernt haben, durchaus auch dazu gelernt worden sind, dass sie vor allen Dingen im rational verstandenen Sinne zu Zeiten wieder vergessen werden müssen. Der Zustand eines Menschen, der Regeln gelernt und sie dann aber mit vollem Bewusstsein vergessen hat, ist ein anderer, als der eines Menschen, der nie Regeln gelernt hat und dann auch keine kennt. Das mag Ihnen vielleicht im Moment, so wie eben geschildert, ganz plausibel sein. Aber im Laufe der Zeit werden Sie feststellen, dass das Vergessen von Regeln einhergeht mit dem Aufbau von einem bestimmten inneren Empfinden den Horoskopen gegenüber, das Ihnen eine Sicherheit beim Interpretieren vorgeben wird, die nicht vergleichbar ist mit der Sicherheit, die Sie über reines Faktenwissen oder über rationales Interpretieren mit Techniken, was wir ja ohnehin nicht tun, bekommen könnten.

Nun, dennoch – ein paar Regeln sollten beachtet werden. Die erste Regel lautet: Wenn Sie eine Horoskop-Beratung vor sich haben, bereiten Sie sich nicht vor. Das ist aus dem Grunde sehr wichtig, weil Sie mit einer Vorbereitung entsprechende Vorstellungen über ein Horoskop und einen entsprechenden Menschen entwickeln, die möglicherweise nicht der Wirklichkeit des Lebens dieses Menschen entsprechen. In vorhergehenden Lektionen ist darüber schon ausgiebig gesprochen worden. Hier in der Zusammenfassung noch mal sozusagen Regel Nummer 1 – keine Vorbereitung.

Wenn das Gespräch beginnt, dann müssen Sie im Laufe der Zeit aufgrund Ihres Faktenwissens, was die Konstellationsbilder angeht, lernen, simultan zu übersetzen. Sie hören zu und übersetzen das, was gesagt wird, in die astrologische Sprache der Konstellationsbilder. Je länger Sie zuhören - bei Beratungen empfehle ich 20 bis 30 Minuten Zuhören - je mehr Sie zuhören, können Sie in der Lage sein, einzelne Konstellationsbilder, die sich immer wieder aufdrängen, dann als vorrangig zu betrachten. Und aus der Vielfalt der Konstellationsbilder, die Ihnen erzählt werden, nachher drei oder vier übrigzubehalten, dann ein oder zwei übrigzubehalten, um letzten Endes auf den Punkt zu kommen und das entsprechende Konstellationsbild dann als den Ausgangspunkt zu sehen. Mit welchen Verfahren Sie da rangehen – ob Sie das über die einfache Ursache-Wirkungs-Rahmenbedingungs-Option tun oder ob Sie das über den Ihnen bekannten Schicksalsweg tun oder ob Sie das über den Ihnen bekannten Scriptplan tun – das bleibt Ihnen letzten Endes überlassen. Das ist, wenn man so will, eine Stilfrage oder auch eine Geschmacksfrage. Wichtig ist und bleibt, dass Sie zum Schluss auf dem Punkt sind. Das ist auch die wahre Kunst des Astrologen, genau das im Horoskop zu erkennen, was wirklich wichtig ist. Und zwar in der Situation, wo der, der Ihre Beratung sucht, wo der sich gerade befindet.

Es ist unmöglich, ein Horoskop in der Gesamtheit zu verstehen. Aber es ist sehr wohl möglich, aber auch eine große Kunst, genau den Punkt zu finden, um den es im Moment – und dieser Moment kann auch Jahre umfassen – tatsächlich geht. Wenn Sie diesen Punkt gefunden haben - die zweite Regel würde lauten: selektiv zuhören und den Punkt finden - und wenn Sie diesen Punkt gefunden haben, dann müssen Sie konsequent bei dieser Thematik bleiben. Das ist die dritte Regel. Bleiben Sie konsequent und tragen das vor, was Sie im Sinne Ihrer Kenntnisse der Rahmenbedingung - das ist meistens der Bereich, in dem Sie dann die Hilfestellung geben können - gelernt haben. Sie müssen konsequent bleiben, denn jede Inkonsequenz führt dazu, dass Sie das Vertrauen zu sich selber immer mehr verlieren und dass der andere, wenn er Ihnen denn schon nicht glauben mag - und das passiert sehr häufig, vor allen Dingen bei Inhalten, die gesagt werden, die äußerst unangenehm sind - dass der andere dann sozusagen immer mehr Land gewinnt und Ihnen die Gesprächsführung aus der Hand nimmt. Das heißt die innere wie die äußere, die inhaltliche wie die formelle Gesprächsführung aus der Hand nimmt. Und das darf natürlich nicht passieren, denn dann verlieren Sie den Überblick - der andere hatte ihn eh nicht, wenn er zu Ihnen kommt. Also haben wir dann da zwei Menschen, die den Überblick verloren haben. Und diese Situation kann einfach nicht sein, wenn einer auf professionelle Art und Weise Astrologie betreibt

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Wenn ich sage, dass Sie konsequent bleiben, dann meine ich damit auch, dass Sie genauso konsequent dabei bleiben, die entsprechende Hilfestellung zu geben – gemäß den Lösungsmöglichkeiten, die wie Sie bereits zumindest theoretisch wissen, im Horoskop vor allen Dingen durch die Rahmenbedingung oder durch die Verkettung des Scriptplanes vorgegeben sind. Es geht also nicht nur um eine Konsequenz im Sinne des Auffindens und Festhaltens eines Kernproblems. Sondern es geht auch um eine Konsequenz bei der entsprechenden Hilfestellung – das wäre die 4. Regel.

Sie müssen dann auch davon ausgehen, dass Sie möglicherweise selbst nicht unbedingt in der Lage sind, die Hilfestellung praktisch zu vollziehen, weil Sie möglicherweise als astrologischer Berater nicht auch zusätzlich therapeutisch arbeiten. Wir sind erst mal keine Therapeuten und verstehen uns normalerweise auch nicht so. Wenn Sie selbst entsprechende Zusatzausbildungen haben, dann können Sie natürlich die astrologische Arbeit des Beratens auch im Sinne einer Therapie verstehen. Im allerweitesten Sinne sind astrologische Beratungen, wenn sie sehr gut sind, auch schon Therapie. Aber wenn man es etwas strenger sieht, sind sie es nicht. Und das heißt, Sie haben – und das ist Regel Nummer 5 – dann im Grunde genommen nur ganz wenig Zeit, um das, was Sie vorzutragen haben, zu sagen. In der Regel ein, zwei oder höchstens drei Stunden. Die 5. Regel lautet also, sich kurz und knapp und deutlich fassen.

Reden Sie nicht herum um den heißen Brei. Formulieren Sie das, was Sie zu sagen haben, in einer Sprache, die für Sie selber glaubhaft ist und von der Sie meinen, dass der andere sie auch verstehen kann. Letzteres ist natürlich eine gewisse Hürde, weil man in der Regel, vor allen Dingen wenn man eher am Anfang ist, nicht genau abschätzen kann, in welcher Sprache man dem anderen gegenübertreten muss. Möglicherweise ist das eine Sprache, die Sie gar nicht beherrschen. Nehmen wir mal an, Sie sind sehr stark intellektuell orientiert. Dann ist es möglich, dass Sie sehr viele Worte benutzen, allerdings treffen Sie nicht das Herz des anderen. Das könnte dann eine Schwierigkeit sein, sodass Sie eine gewisse Emotionalität in den Inhalt und in die Form Ihrer Aussage legen müssen. Das müssten Sie allerdings dann eine Weile üben. Wobei man sagen kann, dass es sowieso in der Regel nicht schaden kann. Auf der anderen Seite, wenn Sie jemanden vor sich haben, der seinerseits sehr stark intellektuell ausgerichtet ist und Sie sind es auch, dann kann es sein, dass Sie nur Informationen austauschen und die Beratung eigentlich kaum einen tieferen Sinn hat. Wenn der andere sehr intellektuell ausgerichtet ist und Sie aber sehr emotional, dann wiederum kann es passieren, dass die Botschaft bei demjenigen, der intellektuell ausgerichtet ist, nicht wirklich tiefgehend ankommt, weil das Empfinden alles blockiert, was wichtig ist.

Es ist daher weiterhin als Regel wichtig zu beachten, dass unbedingt dem Naturell desjenigen, der mir gegenübersitzt, Rechnung getragen werden muss. Denn sonst laufe ich Gefahr, mit meiner vielleicht aus meiner Sicht hervorragenden Interpretation des Horoskops, beim Gegenüber keinen wirklichen Effekt zu erzielen. Und da eine Interpretation des Horoskops vor allen Dingen in Beratungssituationen kein Selbstzweck ist, sondern eine Hilfe für den anderen bedeutet, kann ich das Naturell des anderen natürlich nicht außer Acht lassen. Beziehungsweise ich muss mich auf das entsprechende Naturell, soweit es meinen Möglichkeiten entspricht, auf dieses Naturell des anderen einstellen können.

So können wir mit Sicherheit sagen, dass das Entscheidende nicht unsere eigene Einstellung zum Horoskop ist, dass das Entscheidende auch nicht das Horoskop selber ist, sondern dass das maßgeblich Entscheidende unser Gegenüber ist. An diesem Gegenüber müssen wir uns ausrichten, ansonsten können wir diesem Gegenüber nicht wirklich in seiner Gesamtheit Rechnung tragen. Oder auf das Horoskop bezogen: alle Deutungskonzepte, die wir kennen und die wir im Prinzip jederzeit leicht anwenden können, werden nur dann wirklich mit Leben erfüllt, wenn wir uns selbst in die Lage versetzen, das Horoskop zu uns sprechen zu lassen - oder stellvertretend dafür denjenigen, den dieses Horoskop betrifft. Das Horoskop also sprechen lassen - und nicht von vornherein dem Horoskop eine bestimmte Vorstellung aufoktroyieren. Wobei wir dann hoffen müssen, dass das Horoskop selbst und der entsprechende Mensch, der dazu gehört, diesen Vorgaben entspricht. Also in einem gewissen Sinne ist stets eine aktiv passive Haltung einzunehmen.

Wenn Sie all diese Regeln im Laufe der Jahre beherzigen, dann haben Sie für einen Astrologen oder für eine Astrologin gesprochen eine hervorragende Ausgangsposition.

 

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