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Astrologie-Fernkurs Astropolarity - Transitlehre Einführung

(Auszug aus der Astrologie-Ausbildung Astropolarity von Peter-Johannes Hensel)

TRANSITLEHRE EINFÜHRUNG

Transite sind die klassischste aller astrologischen Prognosemethoden. Man kann sicherlich sagen, dass keine der prognostischen Methoden, mit denen die Astrologen arbeiten, so alt ist und in einem gewissen Sinne auch so bewährt ist wie die Transitbetrachtung. Insofern heißt das auch, dass die Astrologenschaft auf eine jahrhundertelange Erfahrung, was Transitgeschehen angeht, zurückblicken kann. Also die bewährteste Vorgehensweise, um Zeitqualität zu einer bestimmten Zeit für einen bestimmten Zeitabschnitt benennen zu können. Ich will mit dieser Aussage nicht die Möglichkeiten der rhythmischen Achsverschiebung schmälern - in keinem Falle! Aber man muss eindeutig sagen, dass im Unterschied zu den rhythmischen Verschiebungen und auch zu den anderen Prognosemethoden, die zum Teil noch gebräuchlich sind, die Transite eine Ausnahmestellung in dem vorher genannten Sinne darstellen.

Wenn wir uns hier mit Transiten beschäftigen, dann gehe ich zum Teil davon aus, dass Sie als Kursteilnehmer, obwohl Sie sich vielleicht erst seit Beginn dieser Ausbildung intensiver mit Astrologie beschäftigen, sich durchaus schon ein bisschen mit den Transiten angefreundet oder vielleicht diese sogar schon näher angeschaut haben. Das tun nämlich Anfänger in der Regel relativ schnell, weil sie ebenso schnell erkennen, wenn man einen Planeten als Transitplaneten ins eigene oder in ein anderes Horoskop hineinsetzt, dass man sehr wohl zusätzliche Überlegungen anstellen kann. Die Transite sind unter anderem deshalb eine relativ einfach anwendbare prognostische Methode. Dazu braucht es keine große Rechnerei, dazu muss man keine großen Umstände machen, um dann auf der anderen Seite relativ schnell zu recht brauchbaren Aussagen zu kommen. Auch wenn man nur relativ wenig astrologisches Faktenwissen bisher sammeln konnte.

Zunächst mal die Frage, was sind überhaupt Transite? Und da möchte ich gleich sagen, dass wir es hier bei den Transiten und bei der Wirksamkeit dessen, was wir Transite nennen, eigentlich mit einem kleinen Wunder zu tun haben. Eines, das bis heute nicht gänzlich erklärbar ist, beziehungsweise auch nicht unbedingt erklärbar sein muss. Wichtig ist, was wirkt. Insofern können wir sagen, dass Transite in jedem Falle wirken, aber nicht immer ganz erklärbar sind.

Was geschieht bei einem Transit? Ein Transit ist nichts weiter als eine Planetenbewegung eines bestimmten Planeten, den man gerade betrachtet, über einen fiktiven Punkt, der zum damaligen Zeitpunkt der Geburt des jeweiligen Horoskopeigners eine bestimmte Bedeutung hatte. Das heißt ein Transit findet in dem Sinne nur dann statt, wenn ein aktuell am Himmel an einer bestimmten Stelle stehender Planet auf einem Punkt steht, der für das untersuchte Horoskop damals an dieser Stelle auch ein Merkmal aufwies. Stellen wir uns mal vor, wir betrachten den Lauf des jetzigen Planeten Mars. Dieser Mars möge jetzt im Moment vielleicht auf 17 Grad Waage stehen. Dann würde ein Transit in dem Falle ablaufen, wenn – vereinfacht gesagt – auf 17 Grad Waage eines zu untersuchenden Horoskops auch ein Planet oder eine wichtige Achse stand. Vielleicht steht in einem fiktiven Beispielhoroskop die Sonne auf 17 Grad Waage. Dann können wir in jedem Falle sagen, dass immer, wenn sich der Mars alle circa anderthalb Jahre lang für eine Weile auf circa 17 Grad Waage befindet, dann hat dieses Horoskop, in dem die Sonne auf 17 Grad Waage stünde, eine sogenannte Konjunktion mit dem laufenden transitierenden Mars. Wir würden dann in Kurzform sagen: der Mars hat eine Konjunktion auf die Sonne als Transit. Und das wiederum bedeutet dann etwas.

Transite sind nichts weiter als die laufenden Planeten, übertragen auf ein bestehendes Radixhoroskop. Und immer dann, wenn die laufenden Planeten in Positionen stehen, die in irgendeinem Verhältnis zu dem Radixhoroskop stehen, dann sprechen wir von einem Transit. In welchen Verhältnissen, das muss dann geklärt werden. Denn da gibt es eine ganze Reihe von wichtigen Regeln, sowohl Orbis-Regeln, als auch Deutungsregeln, die wir uns in der nächsten Lektion genauer anschauen werden. Aber zunächst mal ist ein Transit immer dann gegeben, wenn ein Planet, der aktuell in einer bestimmten Situation am Himmel steht, eine Verbindung aufbaut zu einem Punkt, der in früheren Zeiten einmal eine Wichtigkeit gehabt hat.

Wenn Sie sich das vorstellen, dann grenzt das eigentlich an ein kleines Wunder. Denn die Sonne in unserem Beispielhoroskop, die jetzt auf 17 Grad Waage gestanden haben mag - vielleicht irgendwann im Oktober 1965 - diese Sonne steht jetzt im Moment ganz woanders. Die ist seit der damaligen Geburt ständig im Kreis gelaufen und steht zu dem Zeitpunkt, wo der Mars jetzt aktuell meinetwegen auf 17 Grad Waage stehen soll, ganz woanders. Der Mars weiß gar nichts davon, dass in 17 Grad Waage bei diesem Horoskop damals die Sonne gestanden hat. Auch der Mensch, dem das Horoskop mit 17 Grad Waage gehören mag, der weiß das auch nicht. Aber dennoch wird die Tatsache, dass der Mars im Moment als Transitplanet auf 17 Grad Waage steht, für diesen Menschen eine Bedeutung bekommen. Und das ist – mit Verlaub – irgendwie auch ein kleines Wunder.

Man kann das bis heute nicht erklären, und ich benutze auch absichtlich solch ein einfaches, archaisches Wort wie „Wunder“. Ich persönlich bin immer wieder verblüfft über diesen Zusammenhang, obwohl man sich den nach einiger Zeit, geschweige denn nach vielen Jahren oder Jahrzehnten des astrologischen Arbeitens gar nicht mehr so direkt bewusst macht. Aber wenn man das tut, dann wundert man sich schon ein bisschen darüber, wie es denn passieren kann, dass ein Planet, der gar nicht weiß wo er steht, auf einen anderen Planeten, der auch gar nicht weiß dass er da mal stand, und der auch nicht weiß, dass jetzt ein anderer auf ihm drauf steht, dass da trotzdem etwas geschieht.

Bei dem bisher Dargestellten fällt auf, dass wir es hier mit einer ganz realen Betrachtung der Situation von Himmelskörpern zu tun haben. Denn wenn in dem Beispiel ein Mars auf 17 Grad Waage gesehen wird, dann gibt es am Himmel für diese Tatsache auch eine entsprechende Analogie. Das ist eine reale astronomische Tatsache, dass ein Mars auf 17 Grad Waage tatsächlich auch auf 17 Grad Waage dann real steht. Sie wissen möglicherweise, dass die Planeten nicht nur in einer jeweiligen Länge im Tierkreis stehen, sondern auch eine sogenannte Deklination besitzen. Das heißt sie stehen auch in einer jeweiligen Höhe, beziehungsweise auf unterschiedlich hohen Ebenen. Diese Tatsache wird aber bei Transitbetrachtungen vollständig außer Acht gelassen. Ob ein Planet auf 17 Grad Waage im 1., 2., 5., 10., 50. oder 150. Stockwerk im Sinne einer Höhe steht, spielt keine Rolle. Nur die Länge auf dem Kreisbogen ist interessant. So hat man es jedenfalls bisher gesehen.

Wenn die Länge eine Bedeutung hat, dann hat die Deklination, die Höhe eines Planeten wahrscheinlich auch eine Bedeutung. Nur darüber gibt es innerhalb der Astrologenschaft keinerlei wirklich gesicherte Erfahrung, da ist also in den nächsten Jahren, Jahrzehnten oder Jahrhunderten sicherlich noch einiges an Forschungsfeld zu beackern. Aber wir können davon ausgehen, wenn dort mal reichlich Erkenntnisse gesammelt worden sind – und Sie können sich ja selber auch an der Suche beteiligen – dass man die Transitanalyse sicherlich noch um ein Vielfaches verfeinern und verbessern könnte. Obwohl wir nicht davon ausgehen sollten, dass die Transitanalyse sich in einem Zustand befindet, wo wir Trauer tragen müssen und sagen können „Mensch, da können wir ja eigentlich noch zu wenig mit anfangen“.

Wer Transite beherrscht, hat ein hervorragendes Werkzeug, um die Zeitqualität zu jeder Zeit zu bestimmen. Aber dennoch, das Bessere ist des Guten Feind, wie man so sagt. Und insofern, dieser Hinweis sei gestattet, dass die Höhe eines Planeten, sprich die Deklination, eine ganz, ganz wesentliche Bedeutung haben dürfte. Diese Bedeutung aber in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch erforscht werden müsste. Ich weiß aus Gesprächen mit astrologischen Kollegen, dass Forschungen auch schon betrieben werden. Aber selbst wenn fünf Astrologen weltweit sich mit solchen Sachen beschäftigen, dann ist das natürlich nichts weiter als ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Vielleicht der Vollständigkeit halber noch ein Hinweis. Der einzige Transitplanet, bei dem die Länge und die Höhe, beziehungsweise die Breite, so kann man das auch nennen, immer gleich sind, ist die Sonne. Weil die Sonne immer auf der Breite null läuft, sozusagen als Ausgangsstandpunkt. Aber bei allen anderen Planeten, außer der Sonne, haben wir ständig Breiten-, beziehungsweise Höhen- oder Deklinationsschwankungen, die wie gesagt durchaus ins Gewicht fallen können.

Die Transitfaktoren, das heißt die einzelnen Transitplaneten, können im Sinne der hier gemachten Einführung unterschieden werden in ihrer Laufgeschwindigkeit. Da gibt es auch schon gleich eine ganz wichtige Regel fürs Transitgeschehen: Je schneller ein Planet ist, umso weniger stark wird in der Regel seine Wirkung sein. Die Stärke der Wirkung ist einerseits bezogen auf die Dauer des Zeitraumes, wie auch auf die Intensität, das Leben in einer entscheidenden Weise tiefgehend und langfristig verändern zu können. Also je schneller ein Planet läuft, umso weniger dramatisch und allgemein breit auswirkend ist die Situation, die sich während des Transits ergibt. Schnelllaufende Planeten sind vor allen Dingen Sonne, Mond, Merkur, Venus und Mars. Wobei es zwischen den einzelnen Planeten auch noch Unterschiede gibt. Als langsam laufende Planeten gelten Jupiter bis Pluto.

Die Laufgeschwindigkeit kann man am besten messen oder beziffern in der Geschwindigkeit oder in der Zeitdauer, die die Planeten jeweils brauchen, um einmal im Tierkreis herumzuwandern. Für die Sonne bedeutet das, dass sie im Tierkreis innerhalb eines Jahres, also in circa 360 Tagen, im Tierkreis herumwandert. Für Venus und Merkur kann im Durchschnitt derselbe Wert genommen werden, obwohl diese beiden Planeten eine relativ starke Schwankungsbreite aufweisen, was die Geschwindigkeit angeht. Aber am Ende eines jeweils gemessenen Jahreszyklus sind sie immer wieder in der Nähe der Sonne, also auch für Merkur und Venus kann gelten, sie umkreisen den Tierkreis innerhalb eines Jahres. Der Mond ist zwölfmal schneller. Der Mond wandert durch jedes Tierkreiszeichen circa zweieinhalb Tage und ist damit schon in einem Monat durch den Tierkreis.

Das heißt der Mond ist der mit Abstand schnellste Transitplanet, den wir kennen. Gefolgt von Sonne, Merkur und Venus. Der Mars braucht etwa 50 Prozent länger als Sonne, Merkur und Venus, nämlich anderthalb Jahre um im Tierkreis herumzuwandern. Der Jupiter braucht schon zwölf Jahre, ist damit schon relativ langsam. Saturn braucht 28 Jahre, Uranus braucht 84 Jahre, Neptun braucht 168 Jahre und Pluto braucht über 260 Jahre, um im Tierkreis herumzulaufen. Das bedeutet, dass sich langsam laufende Planeten wie Uranus, Neptun und Pluto, teilweise Jahre oder sogar jahrzehntelang in einem Tierkreiszeichen befinden. Beziehungsweise sich jahrelang zum Teil nur auf wenigen Graden eines Tierkreiszeichens befinden, und deshalb diese Planeten Langsamläufer sind. Das bedeutet, dass sie eine ungeheuer starke Wirkung auf den Lebensverlauf nehmen können. Also je langsamer ein Planet ist, umso tiefgehender, langfristiger und umfassender ist seine Wirkung als Transitplanet.

Das heißt die Geschwindigkeit spiegelt die Wirkungsintensität allgemein wider. Es gibt von dieser Regel auch immer gewisse Ausnahmen, aber generell kann man sagen, die Geschwindigkeit ist gleichzusetzen mit der Wirkungsintensität. Das bedeutet, dass wir „endlich einmal“ die Situation innerhalb einer astrologischen Betrachtung vorfinden, wo wir etwas über die Intensität von Vorgängen sagen können. Denn bei der Betrachtung eines Radixhoroskops ist das, wie Sie bereits wissen, nicht möglich. Wir können sagen, was ist, aber wir können nicht sagen, in welchem Ausmaß es stattfindet. Und da haben wir jetzt mit den Transiten durch dieses Geschwindigkeitsmerkmal endlich einmal eine Möglichkeit, etwas über eine Intensität auszusagen - zwar nur generell und allgemein, aber immerhin. Das gibt Anlass zur Freude.

 

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