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Astrologie-Fernkurs Astropolarity - Transitlehre - Regeln und Orben

(Auszug aus der Astrologie-Ausbildung Astropolarity von Peter-Johannes Hensel)

TRANSITLEHRE - REGELN UND ORBEN

Wir werden uns jetzt mit den Regeln beschäftigen, insbesondere mit dem Orbis von Transiten. Zunächst eine kurze Einführung in die Vorgehensweise, wie Sie überhaupt feststellen können, dass ein Planet ein Transit auf einen Radixplaneten wirft. Die Vorgehensweise ist relativ einfach. Sie brauchen dazu nur eine Gestirnstandstabelle, die Sie (hoffentlich) besitzen. Sie schauen dann für einen entsprechenden Zeitraum, oder wenn es kürzer sein soll, für einen bestimmten Tag, in diese Ephemeride auf den oder die jeweiligen Planeten, die Sie untersuchen wollen. Und stellen zum Beispiel fest, um es jetzt an der Stelle einfach prinzipiell zu beschreiben, dass der Planet Mars im Moment auf 17, 18 Grad des Zeichens Waage steht. Dann tragen übertragen Sie diesen Planeten Mars auf das jeweilige Radixhoroskop und schauen, ob sich irgendetwas auf 17, 18 Grad des Zeichens Waage oder entsprechende Oppositions-, Quadrat- oder Trigon-Zeichen befindet. Sollte das der Fall sein, dann hätten Sie einen exakten Transit von Mars auf dieses jeweilige Merkmal des Radixhoroskops gefunden. Transite werden einfach nur dadurch ermittelt, indem man für einen bestimmten Zeitraum - der kann in Zukunft, in der Gegenwart oder in der Vergangenheit liegen - in die Ephemeride schaut, dort über einen wiederum längeren Zeitraum oder auch nur über einen kurzen Zeitraum für einen Tag oder ein paar Stunden, vielleicht für den Mond, nachschaut, wo sich die Planeten befinden. Und das dann jeweils überträgt auf das Radixhoroskop. Dadurch bekommen Sie eine mehr oder weniger umfangreiche Liste von Transit-Geschehen, das sie dann in der Folge nur noch zu analysieren brauchen.

Die Vorgehensweise, die technische Vorgehensweise, ist in dem Sinne wirklich ganz einfach. Ephemeride aufschlagen, schauen wo die Planeten für den gewünschten Zeitraum stehen, die dann übertragen auf das Radixhoroskop und schauen, ob entsprechende Winkel, das heißt entsprechend der Regeln und Orben, die wir jetzt hier besprechen werden, existieren oder nicht.

Wir unterscheiden, wenn es um den Orbis geht, einen Zeit-Orbis und einen Grad-Orbis. Ein Zeit-Orbis ist ein Orbis, der in vergangener Zeit gemessen wird. Und ein Grad-Orbis ist ein Orbis, der in Abstand gemessen wird, also in Grad, Minuten oder Sekunden. Ein Zeit-Orbis bedeutet, dass unabhängig von der Entfernung zu einem aspektierten Planeten eine Wirksamkeit des Transits besteht, gemäß des entsprechenden Zeitschlüssels, den man für den jeweiligen Planeten meint zu kennen. Stellen Sie sich vor, dass man für einen Mars einen Zeit-Orbis von circa drei Tagen annimmt. Dann würde der Mars als Tansit-Planet auf ein Merkmal des Radixhoroskops drei Tage vor dem exakten Übergang wirken oder beginnen zu wirken. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, wie schnell der Mars im Moment ist. Denn die Geschwindigkeit des Mars kann sich auch ändern und lässt ihn in dieser Zeit, also in diesen drei Tagen, mehr oder weniger viele Grade zurücklegen.

Ein Grad-Orbis auf der anderen Seite bedeutet, dass wegen direkter Berücksichtigung der Laufgeschwindigkeit sich für jeden Planeten eine relativ unterschiedliche Wirkungsdauer ergibt. Wenn man für einen Mars einen Grad-Orbis von drei Grad annehmen würde, dann beginnt der Transit, unabhängig von der Geschwindigkeit die der Mars im Moment gerade hat, drei Grad vor dem exakten Übergang zu wirken. Und diese Strecke kann für den Mars zeitlich gesehen eine sehr unterschiedliche Dauer bedeuten. Wenn Sie sich dieses Prinzip der Zeit- und Grad-Orben vergegenwärtigen, taucht natürlich die Frage auf: „ja, welchen Orbis nehme ich denn?“

Die Antwort ist im Grunde genommen so nicht zu geben, sondern die Wahrheit liegt in der flexiblen Anwendung beider Orben gleichzeitig. Dadurch stellen Sie eine ganz wesentliche Verbindung her zwischen zwei existenziellen Lebensgrößen, nämlich zwischen dem Raum und der Zeit. Das heißt wenn Sie einen Grad-Orbis benutzen, also sozusagen die Länge eines Kreisbogens berücksichtigen, dann berücksichtigen Sie die Größe Raum. Wenn Sie den Zeit-Orbis berücksichtigen, dann natürlich die Größe Zeit. Eine Verbindung von Grad- und Zeit-Orben ist also nichts weiter, als eine Verbindung von Raum und Zeit, die Sie anstellen, um ein in der Regel relativ komplexes Lebensgeschehen besser abmessen zu können.

Wenn Sie sich klarmachen, dass Sie generell nicht nur mit einem Planeten, sondern mit mehreren, das heißt mit zehn Planeten arbeiten, dann haben Sie zusätzlich mit den Achsverknüpfungen, die es noch gibt, eine ungeheuer starke Vernetzung von räumlichen und zeitlichen Komponenten. Nur allein durch das Durchdenken eines solchen Vorgangs müsste Ihnen klarwerden, dass die Vernetzung, die Sie durch Transite im Sinne von Raum- und Zeitkomponenten erhalten, ungeheuer dicht ist. Das heißt, das ist ein Netz, was so dicht gewebt ist, dass so gut wie nichts mehr hindurch fallen kann. Es ist ein sehr differenziertes Beobachtungsgerüst. Und keine astrologische prognostische Methode ist in der Lage, ein so feines Netz zu weben.

Schauen Sie sich im Anhang die Beispiele an, die für entsprechende Transite in dem Zusammenhang von Raum- und Zeitkomponente genannt werden. Was die technische Anwendung angeht – einige Regeln, genauer gesagt fünf Grundregeln, die bei einer Transitanalyse in jedem Falle beachtet werden müssen. Die erste Regel lautet: In welchem Zeichen und Feld befindet sich der transitierende Planet? Der transitierende Planet ist der Planet, der den Transit macht. In welchem Zeichen und Feld befindet sich der transitierende Planet? Wobei „Zeichen und Feld“ sich auf das Radixhoroskop bezieht, auf das der transitierende Planet übertragen wird. Denn ob ein transitierender Mars beispielsweise im 7. Feld steht und dort einen Transit macht oder ob er im 10. Feld oder in irgendeinem anderen steht, das macht einen Unterschied. Auch macht es einen Unterschied, in welchem Zeichen sich der Mars, der gerade jeweils betrachtet wird, aktuell befindet. Ein Mars, der im Schützen steht, wird anders drauf sein und einen anderen Transit hervorbringen als ein Mars, der im Steinbock steht. Also beachten Sie das Feld und das Zeichen, in dem sich der transitierende Planet befindet.

Zweite Regel: In welchem Feld befindet sich der Planet, der den Transit empfängt? Das Feld, in dem ein Planet steht, ist selbstverständlich auch in Kombination mit dem Zeichen zu sehen, in dem er steht. Eigentlich müsste die Transitregel Nummer 2 in dem Sinne etwas ausgebaut werden - nicht nur das Feld, in dem der Planet steht, sondern auch das Zeichen, in dem sich der Planet befindet, sind wichtig. Denn beispielweise eine Sonne, die in der Waage und im 10. Feld steht, wird einen Mars-Transit anders erleben als eine Sonne, die im Skorpion steht und im 4. Feld. Es muss klar sein, dass nur allein „Mars hat einen Transit auf die Sonne“ zu wenig ist. Zweite Regel: In welchem Feld und in welchem Zeichen befindet sich der empfangende Planet?

Die dritte Transitregel ist aus meiner Erfahrung vielleicht die wichtigste und lautet: Aus welchem Feld kommt der empfangende Planet? Aus welchem Feld kommt der Planet, der den Transit abbekommt? Das ist sozusagen die Frage nach dem Herkunftsland, beziehungsweise - weil wir schon Deutungskonzepte besprochen haben - die Frage nach dem ursächlichen Grund des entsprechenden Planeten, sprich also der Wirkung, auf die wiederum eine Transitwirkung ausgeübt wird. Denn das Feld, aus dem ein Planet kommt, sprich die Ursachenebene, hat genauso eine empfangende Bedeutung wie der Planet selber.

Die vierte Transitregel bezieht sich auf die Frage, ob die sich ergebende Transitkonstellation bereits im Radix vorhanden ist oder nicht. Stellen Sie sich vor, ein Mars hat einen Transit auf die Sonne. Dann ist sicherlich ein Unterschied zu verzeichnen, ob im Radixhoroskop bereits schon eine Sonne-Mars-Konstellation besteht - in welcher Form auch immer - oder nicht. Wenn das der Fall ist, wenn diese Konstellation schon besteht, dann bedeutet der Transit eine Situation, die bereits Zeitlebens bekannt ist. Ob man die dann mag oder nicht, spielt in dem Falle keine Rolle, das kommt auf das Entwicklungsniveau an. Wenn der Mars ein Transit auf die Sonne macht und in dem Horoskop, im Radixhoroskop gibt es keinerlei Sonne-Mars-Verbindungen, dann ist diese Transitsituation neu. Ganz neu ist sie natürlich nur dann, wenn man das zum ersten Mal im Leben erlebt, und bei Mars-Transiten wird man das spätestens nach zwei Jahren einmal durchgemacht haben.

Aber es gibt auch sehr langsam laufende Planeten wie den Neptun oder den Pluto. Und wenn die beispielweise ein Quadrat auf die Sonne machen und im Radixhoroskop eine Sonne-Pluto-Konstellation nicht besteht, dann ist das eine historische Situation, die sich hier im Leben ergibt. Weil dieser Mensch dann etwas erlebt, was er überhaupt nicht kennt. Das heißt nicht, dass er besser oder schlechter oder angenehmer oder unangenehmer darauf reagiert. Das sind Fakten, die wir an einer Transitanalyse nicht ablesen können. Aber auf jeden Fall kennt er es nicht. Jemand anderes, der die Sonne im Skorpion hat, der sagt: „Na, das ist mir doch wurscht. Wenn ich jetzt ein Quadrat von Pluto auf meine eh schon plutonische Skorpion-Sonne bekomme, das kenne ich schon - das ist nichts Neues, das ist ein alter Hut“. Ob er damit besser oder schlechter umgehen kann, wissen wir auch nicht. Also die Tatsache, ob eine Konstellation bereits im Radix vorhanden ist, die sich als Transit ergibt, hat nichts damit zu tun, dass man es besser oder schlechter wegsteckt. Aber wichtig ist die Frage: gibt es die Konstellation im Radix, ist sie bekannt oder nicht? Also die Konstellation, die sich als Transit jetzt mehr oder weniger kurz oder langfristig, ergibt.

Die fünfte Regel ist eigentlich ein Rückschluss auf das, was eh als astrologische Grundregel immer genannt werden muss: Das Radixhoroskop ist immer der Ausgangspunkt. Das heißt keine Transitanalyse, ohne das Radixhoroskop betrachtet zu haben. Und zum Radixhoroskop gehört nicht nur einfach die Betrachtung der Konstellationen, sondern zum Beispiel auch die Quadranten-Analyse, die Elementen-Analyse und so weiter. Stellen Sie sich einen Mond im Steinbock vor. Mond-Saturn. Und dieser Mond im Steinbock bekommt ein Quadrat von einem Neptun als Transit ab. Jetzt wird es sicherlich einen Unterschied machen, wenn wir auf die Elemente gehen, ob dieses Horoskop mit dem Mond im Steinbock, der jetzt ein Neptun-Quadrat als Transit abbekommt, ob in diesem Radixhoroskop 50 Prozent Wasser sind oder 50 Prozent Feuer. Denn ein Mond im Steinbock wird mit ganz viel Wasser einen Neptun-Transit anders erleben, als ein Mond im Steinbock mit ganz viel Feuer. Das ist jetzt nur ein Beispiel von unendlich vielen Kombinationsmöglichkeiten, soll Ihnen aber auch zeigen, dass das Radixhoroskop in seiner Gesamtheit immer erst verstanden und analysiert sein muss, bevor wir irgendeine Aussage zu Transitgeschehen machen sollten.

Und als eine letzte Regel, die wir sozusagen hinten ran hängen, sei gesagt, dass Sie letzten Endes natürlich auch vollkommen überfordert sind, wie jeder andere Mensch auch, wenn Sie sämtliche Transite auf einmal verstehen wollen. Denn die meisten Menschen haben, egal in welchem Zeitraum, kurz oder lang, sehr viele Transite zu laufen. Niemand ist in der Lage, alle Transite verstandesmäßig oder intellektuell auf einmal zu begreifen. Insofern müssen Sie sich Jahre Zeit geben, um aus dem Gefühl heraus sagen zu können, welche Transite hier wirklich im Vordergrund stehen. Genauso wie Sie das beim normalen Interpretieren eines Radixhoroskops im Laufe der Zeit auch tun werden. Und weil Sie auch gelernt haben, dass eine Nicht-Technik immer auch letzten Endes erzwingt, dass man den Intellekt hinter sich lässt und das Gefühl, das Empfinden sprechen lässt. Beziehungsweise dass man lernt, dem Empfinden, was man zu einem Horoskop hat, mehr zu trauen, als den gedanklichen Überlegungen. Wenn Sie dann in einem längeren Zeitraum zwei Dutzend Transite sehen, dann wissen Sie automatisch, dass Sie das vom Kopf her nicht begreifen können. Dann müssen Sie von Ihrem Empfinden her im Laufe der Jahre – und diese Zeit müssen Sie sich geben – lernen, dieses Empfinden zu berücksichtigen und aus dem Empfinden heraus zu sagen, das und das aus dieser gesamten Transitanalyse verwerte ich jetzt. Und Sie stellen es an erste Stelle und unterstellen sozusagen dieser Transitsituation, die Sie aus den vielen gewählt haben, dass sie die grundsätzlich Wirkende ist.

 

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