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Astrologie-Fernkurs Astropolarity - Simultantraining und Selektives Hören

(Auszug aus dem Astrologie-Fernstudium AstroPolarity von Peter-Johannes Hensel)

SIMULTANTRAINING UND SELEKTIVES HÖREN

Wenn es um das Thema der Selektion geht, sowohl was das selektive Wahrnehmen angeht als auch im Spezielleren das selektive Hören, dann haben wir es mit einer Thematik zu tun, die im ganz Besonderen für die Beratungspraxis von Bedeutung ist. Aus einem ganz einfachen Grund:

Wenn Ihnen ein Klient gegenübersitzt und Ihnen zu schildern beginnt, aus welchem Grund er da ist, was er von Ihnen gerne hätte, was er erwartet, welche Schwierigkeiten er möglicherweise im Moment hat,.. wenn er alles schildert, was ihn und seine Lebenssituation im Moment betrifft, dann ist es selbstverständlich klar, dass innerhalb dieser Schilderung ganz viele Merkmale auftauchen werden, die am Kern der Sache vorbeigehen. Beziehungsweise die dem Klienten im Sinne von einer gewissen Unwichtigkeit nicht klar sind, während er es ausspricht. Wir sind daher mehr oder weniger gezwungen, aus der Vielzahl von Informationen, die eine hohe oder eine niedrigere Informationsqualität haben können, auszusortieren, das heißt zu selektieren. Einerseits tut man das im Sinne der selektiven Wahrnehmung, indem man sich die Gesamtperson betrachtet, die vor einem sitzt. Das ist allerdings ein sehr komplexer Vorgang, den wir in diesen Lektionen nur unzureichend darstellen können und deshalb wird darauf verzichtet. Was wir aber durchaus im Sinne dieser Ausbildung besprechen können, ist das sogenannte selektive Hören. Also beschränkt auf den verbalen Teil dessen, was Sie von Ihrem Klienten wahrnehmen können.

Der Sinn des sogenannten selektiven Hörens - das ist etwas, was man üben kann - liegt schlicht und einfach in der Unterscheidung dessen, was Ihnen an Äußerungen begegnet. Sie können durch die ausgeprägte Fähigkeit, selektiv zuzuhören, sehr wohl große Unterscheidungs­kategorien einrichten, in Bezug auf das, worüber Ihr Klient gerade berichtet. Diese Unterscheidungs­kategorien sind in zwei Teile geteilt. Einerseits eine Kategorie, die sich mit dem beschäftigt, was der Klient Ihnen erzählt. Andererseits eine Kategorie, die sich sozusagen damit beschäftigt, was in Ihnen währen des Erzählens geschieht. Mit dieser zweiten Kategorie möchte ich beginnen.

Sie müssen bitte von Folgendem ausgehen. Wenn Sie subjektiv das Gefühl haben, dass nach einer Weile der Schilderung Sie „in Langeweile verfallen“... wenn Sie das Gefühl bekommen, dass Sie nicht mehr zuhören wollen... wenn Sie das Gefühl bekommen, zwischen zu haken... wenn Sie das Gefühl bekommen, Fragen zu stellen, um Dinge, die Ihnen erzählt worden sind, genauer zu durchleuchten... dann ist die Situation gegeben, dass Ihr Klient im Grunde genommen um den heißen Brei herumredet. Jeder Mensch hat eine gewisse Gefühlsinstanz in sich, die ihm ganz eindeutig signalisiert, ob das, was der andere sagt, aus einer gewissen Ernsthaftigkeit und Tiefe heraus entsteht - oder ob es aus einer Oberflächlichkeit herauskommt, was ein Gefühl von Langeweile und einer Intervention hervorruft.

Sowie bei Ihnen im Zuhören Langeweile auftaucht, sollten Sie sich unbedingt angewöhnen, dass Sie sofort intervenieren und versuchen, Ihren Klienten in eine Ausdrucksform zu bringen, in der er genauer, tiefergehender, ehrlicher und direkter zu Ihnen spricht. Zum Beispiel indem Sie ihm ganz gezielte Fragen stellen, die bestimmte angesprochene Punkte vertiefen. Das ist äußerst wichtig. Denn das bedeutet vor allen Dingen, dass der Klient dadurch in einer Situation ist, in der er später entsprechende Äußerungen von Ihnen, wenn Sie dann nachher reden, viel besser aufnehmen kann.

Man unterscheidet hier das sogenannte sekundäre und das primäre Gefühl, was später noch innerhalb der Lektionen an entsprechender Stelle besprochen wird. In dem Falle der eben erfolgten Beschreibung würde der Klient noch im sogenannten sekundären Gefühl sein und damit eine sehr oberflächliche Schilderung seiner Situation abgeben. Wenn Sie andersrum das Gefühl haben, dass der Klient nur relativ wenig sagt, dieses Wenige aber sehr stark unterstützt ist oder gestützt wird von starken Empfindungen, zum Beispiel dass der Klient beginnt zu weinen, dann haben wir genau die entgegengesetzte Situation. Dass Sie Ihre Aufmerksamkeit im allerhöchsten Maße schärfen müssen, um alles, was der Klient in einer solchen Verfassung Ihnen berichtet, katalogisieren zu können. Der Klient ist dann im sogenannten primären Gefühl, und in dieser Gefühlssituation können Sie hervorragend mit ihm arbeiten. Das leitet auch gleich über in den Bereich dessen, was nicht bei Ihnen ausgelöst wird, sondern was der Klient an verbalen Informationen Ihnen gibt.

Die andere große Kategorie - die sich damit beschäftigt, was der Klient Ihnen erzählt - ist auch unterschieden in verschiedene Unterabteilungen, beziehungsweise in verschiedene Informationsgehalte. Da können wir zunächst einmal sagen, dass Sie unbedingt eine ganz wichtige existenzielle Regel beachten sollten: Das, was Ihnen ein Klient in den ersten zwei, drei, vier Sätzen sagt, und zwar unabhängig davon, welcher Inhalt das ist, dürfte sich in der Regel als das Allerwichtigste, als die Basisinformation, als die Kerninformation herauskristallisieren. Die Menschen sind offensichtlich so angelegt, dass sie in einem Beratungsgespräch das, was wirklich existenziell wichtig ist, innerhalb ihrer Sprache, aber dennoch zu 100 Prozent richtig formulieren. Daher achten Sie darauf, was am Anfang gesagt wird. Denn nach anderthalb, zwei Minuten des Sprechens, geschweige denn nach fünf oder zehn oder 15 Minuten des Sprechens, lässt der Informationsgehalt in der Regel rapide ab.

Das heißt nicht, dass keine Information mehr kommt. Aber es ist nicht mehr eine qualitativ hochwertige Information. Die höchstwertigen Informationen, die Sie von einem Klienten bekommen, wird er Ihnen bewusst oder auch unbewusst - eher in der Regel unbewusst - in den ersten drei oder vier Sätzen seiner Darstellung schildern. Selbst wenn Sie den Eindruck haben, dass Sie rein rationell sagen müssten: also da hat er mir gar nicht viele wirkliche Informationen gegeben, sondern er hat im Grunde genommen nur vielleicht eine Eingangsrede gehalten, oder wie auch immer. Aber dennoch bleibt es dabei, dass die ersten vier oder fünf Sätze, die jemand sagt, wenn er in einer solchen Beratungssituation ist, in der Regel die entscheidendsten und qualitativ hochwertigsten Informationen enthält, die Sie später unbedingt brauchen. Deshalb müssen Sie am Anfang immer extrem gut zuhören. Und es macht gar nichts, wenn Sie versuchen, stenoartig sich sogar die ersten drei, vier Sätze wortwörtlich, soweit es Ihnen möglich ist, mitzuschreiben. Innerhalb dieser ersten Sätze, das ist auch auf die folgenden Ausführungen des Klienten übertragbar, innerhalb dieser Sätze wird es ganz bestimmte Schlüsselworte geben, die für Sie von großer Bedeutung sind. Diese Schlüsselworte sind zum Beispiel folgende: Vater, Mutter, Mann, Frau, Kind. Angst. Und in diesem Sinne sämtliche Abwandlungen der eben genannten Worte, wie zum Beispiel „Papa“ oder „mein Kleines“. Die entsprechenden Schlüsselworte sollten Sie sofort im Sinne des selektiven Hörens herausnehmen und sozusagen in eine Extraschublade packen, sich also merken.

Sie können das, wenn Sie so arbeiten wollen, auch auf einem Blatt Papier notieren. Sie werden dann feststellen, dass durchaus nicht jeder Klient von sich aus, und vor allen Dingen in den ersten vier, fünf Sätzen, sämtliche dieser Schlüsselwörter benennt. Sondern er wird, wenn überhaupt, vielleicht ein oder höchstens zwei dieser Schlüsselworte sagen. Wenn er das tut, dann haben Sie damit schon einen ersten Hinweis, wie in der Regel das Unbewusste eine Hierarchisierung der Probleme vornimmt. Da gilt auch wieder die Regel, dass das, was der Klient als erstes sagt, immer die absolute Priorität hat. Gleichzeitig können Sie das, was gesagt wird, auf diese Schlüsselwörter hin untersuchen. Selbstverständlich ist es Ihnen im jetzigen Stadium der Ausbildung schon lange möglich, zu diesen entsprechenden Schlüsselworten dann auch eine astrologische Zuordnung zu machen. Wenn Sie zum Beispiel das Schlüsselwort „Mutter“ oder „Mama“ hören, dann wissen Sie natürlich, das ist eine Mondkonstellation, von der gerade geredet wird.

Wenn ein solches Schlüsselwort auftaucht und das in Verbindung mit einem primären Gefühl, also mit einem starken Gefühlsausdruck erfolgt, dann kommen Sie nicht mehr umhin, sich dieser Problematik innerhalb des Beratungsgesprächs anzunehmen. Denn wenn ein Schlüsselwort in den ersten drei, vier Sätzen gesprochen wird, in Verbindung mit einem ganz starken Gefühl, dann haben Sie in der Regel tatsächlich den Schlüssel für das Horoskop, beziehungsweise zumindest für die jetzt zu erfolgende Beratungssituation, in der Hand. Das selektive Zuhören bezieht sich daher in dem bisher geschilderten Sinne darauf, dass Sie Ihren Klienten sozusagen auf einer Zeitschiene fahren lassen und sehr bewusst zuhören. In dem Sinne, dass Sie die ersten Sätze, die gesagt werden, als die wichtigsten annehmen. Dass Sie Ihre Aufmerksamkeit am Anfang auf 100 Prozent hochfahren und diese Aufmerksamkeit dann durchaus im Laufe des Zuhörens auch herabsinken kann. Dass Sie weiterhin das Gesagte unterscheiden in ein sogenanntes sekundäres oder primäres Gefühl, und zwar in der Art und Weise, wie der Klient Ihnen das Geschilderte rüberbringt. Und dass Sie drittens nach den genannten Schlüsselworten vorgehen, die in der Regel eine zentrale Bedeutung haben, ohne dass Sie davon ausgehen müssen, dass der Klient alles das, was wir hier im Moment besprechen, von sich aus bewusst weiß.

Ich würde Ihnen dringend empfehlen - obwohl das natürlich letzten Endes Ihre freie Entscheidung ist und auch sicherlich ein wenig mit einer Stilfrage zu tun hat - in der beschriebenen Art und Weise vorzugehen. Und nicht zum Beispiel davon auszugehen, dass wenn ein Klient nach zwölf Minuten warm reden plötzlich mit vermeintlich wichtigen Informationen rausrückt. Zum Beispiel dadurch, dass er anfängt, bestimmte Dinge, die er vorher kurz angerissen hat, sehr detailliert zu beschreiben - dass das dann sozusagen die wichtigen Informationen sind. Nein. Im Gegenteil. Gerade dann, wenn ein Klient beginnt, in einem bestimmten Bereich der Erzählung noch mal zurück ins Detail zu gehen, dann können Sie in der Regel davon ausgehen, dass es eine relativ unwichtige Sache ist. Es geht nicht unbedingt darum, das wissen Sie auch bereits, dass uns der Klient erzählen muss, wie sein Geburtsbild aussieht, beziehungsweise in welcher Form das nun haargenau von ihm gelebt worden ist. Sondern wir müssen in der Lage sein, inhaltlich richtig aus dem Horoskop schlussfolgern zu können.

Da ist es durchaus häufig so, dass die besonders detaillierten Schilderungen der Klienten uns, soweit wir die zulassen würden, an der klaren Sicht der Dinge hindern. Insofern noch ein gut gemeinter Hinweis: Wenn Sie das Gefühl haben, dass ein Klient sich in Details verliert, dann unterbrechen Sie ihn. Dann tun Sie einfach den Riegel vorschieben und sagen Sie, dass das im Moment noch keine besondere Rolle spielt. Da muss man natürlich ein bisschen Fingerspitzengefühl haben, um jemanden nicht vor den Kopf zu stoßen und ihm nicht das Gefühl zu vermitteln, er könne nicht sagen, was er wolle. Manche sind da relativ empfindlich. Aber wenn Sie von vornherein eine gewisse Autorität an den Tag gelegt haben – und das müssen Sie, weil jeder Klient das mehr oder weniger bewusst oder auch unbewusst von Ihnen erwartet – dann wird er Ihnen die Aussage „bitte – kleinen Moment, diese Details, die brauchen wir im Moment nicht“ nicht übel nehmen und sich danach richten.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der allerdings nicht direkt etwas Neues ist: Wenn Sie merken, dass ein, zwei, drei verschiedene Schlüsselworte möglicherweise in derselben Intonation, mit derselben Gefühlstiefe oder auch Gefühlsflachheit gesagt werden, dann bekommen diese Schlüsselworte, die relativ häufig benutzt werden - manche Menschen haben unbewusste Lieblingsworte - eine noch größere Bedeutung. Achten Sie unbedingt auf Wiederholungen. Und achten Sie darauf, ob dieses Wort jeweils in derselben Art und Weise gesagt wird. Wenn jemand zum Beispiel das Wort „Mama“ in einer immer wieder sehr gefühlsbetonten, vielleicht auch tragischen, weinerlichen oder kalten – wie auch immer – Art und Weise sagt, und dass es immer wieder auf dieselbe Art und Weise geschieht, dann haben Sie einen Hinweis darauf, dass an diesem Begriff, und damit an einer entsprechenden Konstellation, ein massives Kernproblem hängt. Und dass dieses Kernproblem möglicherweise, weil die Art und Weise der verbalen Darstellung nicht flexibel ist, nur in minimalster Weise, wenn überhaupt, gelöst worden ist. Wiederholungen sind immer ein ganz wichtiges Merkmal, wenn es um das selektive Hören einer Schilderung geht.

 

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